JORDANIEN – Teil 2 (Aqaba – Wadi Rum – Petra)

15.02. Am Weg zur Grenze nach Jordanien komme ich noch einmal beim Decathlon vorbei und ich kaufe mir noch mehr von den Reparaturtapes für die Matte, nachdem sie sich ja bewährt haben. Dann gehe ich die restlichen 5 km an die Grenze und verabschiede mich von Israel, einem wunderschönen Land umgeben von arabischen Ländern. Allerdings nicht, bevor ich eine Ausreisegebühr von 119 Schekel bezahle, wofür? 🙂 Mit dem Jordan Pass (80 USD inkl. 1 Monatsvisum und 3 Tagesticket für Petra), den ich mir bereits einige Tage davor online gekauft habe, bekomme ich ein 30 Tages Visum für Jordanien in meinen Pass.

Visum für Jordanien für 1 Monat

Dann mache ich mich zu Fuß die restlichen Kilometer nach Aqaba auf. Ein Militärfahrzeug stoppt mich allerdings und erklärt mir, dass es auch hier nicht erlaubt ist, diese Grenze zu Fuß zu gehen. Sie bringen mich mit ihrem Fahrzeug wieder zurück zur Grenze wo schon hungrig die Taxifahrer Beute riechen.

Im Militärfahrzeug zurück zur Grenze – auch der Grenzübergang bei Eilat zwischen Israel und Jordanien darf zu Fuß nicht überschritten werden

Für 11 jordanische Dinar (Wechselkurs: 1 Jordanischer Dinar (JD) = ca. 1,35 €) bringt mich einer von den Taxifahrern wohl behalten in die ca. 150.000 Einwohner zählende jordanische Stadt Aqaba. Aqaba ist der einzige jordanische Hafen Jordaniens am Roten Meer und auch hier gibt es eine Freihandelszone. Harald hat mir hier das Moon Beach Hotel empfohlen wo ich mich um 15 JD die Nacht einquartiere. Wadir, ein ägyptischer Friseur, der hier schon seit mehr als 20 Jahren gleich neben dem Moon Beach Hotel sein Geschäft hat, macht mich wieder ein paar Jahre jünger indem er mir den Bart abrasiert. Er verrät mir auch einen Schuster, der mir meinen Rucksack und die Träger wieder zusammen näht. Unglaubliche Künstler wie schnell sie sind bei verschiedensten Reparaturen. Dann schaue ich gemeinsam mit Mohammed, dem Besitzer des Hauses, in der Rezeption noch das Fußballspiel Arsenal vs ManCity, das ManCity 3:1 gewinnt. Nicht zu meinem Gefallen. Dann falle ich im wahrsten Sinne des Wortes ins Bett.

16.02. Nach einem Test über Nacht stellt sich heraus, dass die Isomatte noch ein Loch haben muss, weil Luft ausgeht. So wiederhole ich heute früh die Aktion mit der Seifenlauge und siehe da, tatsächlich noch ein Loch, das ich mit den gekauften Pflastern flicke. Wie sich später herausstellt, war es jetzt vorerst einmal das letzte Loch und die Luft hält jetzt wieder. Zusätzlich flicke ich noch einmal mein Zelt neu mit den gekauften tapes, da meine erste Reparatur nur behelfsmässig gewesen war. Dann erledige ich noch einige andere Sachen… Ein Besuch beim Schneider für die Innentasche der Hose, in der Apotheke und schließlich kaufe ich mir noch vorsorglich Datteln und Walnüsse für die bevorstehenden Tage. Den späteren Nachmittag verbringe ich dann an der Strandpromenade und telefoniere mit Muttern. Edith ist gerade bei ihr und Frau Mutter bereitet sich gerade auf die bevorstehende Reha vor.

Am Strand von Aqaba

Am Abend schaue ich noch einmal kurz Fußball mit dem fußballbegeisterten Mohammed und gehe früh schlafen.

17.02. Heute morgen wache ich früh auf und schreibe diese Zeilen. Auch sichere ich meine Fotos wieder einmal auf zwei USB Sticks und packe einen Teil meines Rucksacks. Morgen früh gehe ich dann ja wieder weiter Richtung Wadi Rum und Felsenstadt Petra, die ich in ca. 10 Tagen erreichen werde. In shallah, jetzt wieder… 🙂 Am Nachmittag telefoniere ich wie so oft in letzter Zeit mit zuhause und Herbert – – > Herbert, vielen Dank wenn Du diese Zeilen liest 🙏🙏🙏 Kurz vor Sonnenuntergang setze ich mich noch mit anderen Touristen auf ein Glasboot und schaue mir so die Stadt mit den dahinter liegenden Aqaba Bergen auch noch vom Wasser an.

18.02. Aqaba ist der südlichste Ort meiner Wanderung, ab heute geht es wieder Richtung Norden und Amman. Es gibt hier den sogenannten Jordan Trail, der sich von Aqaba am Roten Meer bis nach Umm Quais im Norden von Jordanien über ca. 650 km erstreckt. Und genau auf diesem Weg werde ich die nächsten Wochen bis in die Hauptstadt Amman gehen. Die ersten Kilometer sind einfach und nach ca. 3 Stunden erreiche ich den South Beach von Amman, von wo es jetzt über 1.000 Höhenmeter in die Berge geht. An die Grenze zu Saudi Arabien sind es auch nur mehr 10 km wie mir ein Verkehrsschild verrät, aber das ist ein anderes Kapitel.

Auf nach Saudi Arabien? Nein, es geht jetzt wieder Richtung Norden und Amman

Am South Beach trinke ich noch gemütlich einen Kaffee und tanke meine Wasserflaschen auf, ab hier wird Wasser rar. Nach ca. 3 Stunden erreiche ich ein Industriegebiet wo ich Sardinen aus der Dose mit Brot esse. Dann versuche ich eine Abkürzung zu gehen, werde aber vom Militär zurückgeschickt. So verliere ich ca. 1 Stunde Gehzeit. Auf unwegsamen und sehr rutschigem Gelände geht es nun weiter. Die Wege sind überhaupt nicht markiert und ohne GPS Datei würde ich es nicht wagen in diese Berge zu gehen.

Final Camp rechts im Hintergrund auf ca. 1.000 Meter Seehöhe – Sam, der Australier aus Brisbane ‚wartete‘ schon auf mich

Durch das viele auf das Display schauen am Handy verbraucht das Handy auch mehr Strom wie ich schnell merke. Erst bei Anbruch der Dunkelheit und ca. 5% verbleibendem Akku erreiche ich das Final Camp. Es ist ein großes Zelt, das guten Schutz gegen den Wind bietet. Sam, ein Australier aus Brisbane, hat sich wohl schon auf eine Nacht alleine hier heroben eingestellt als ich dann doch noch um die Ecke bog. Nach 33 km und 1.250 Höhenmetern falle ich ziemlich erschöpft auf meine Isomatte. Sam bereitet mir Tee zu und wir kochen gemeinsam unser mitgebrachtes Essen. Er ist am Weg nach Aqaba und kommt gerade zu Fuß von der Felsenstadt Petra. So gibt er mir auch noch wichtige Tipps mit auf den Weg. Wo gibt es Wasser und dauerhafte Beduinenzelte, etc.. sind die wichtigsten Informationen, die ich brauche.

19.02. Sam und ich frühstücken noch gemeinsam bevor er sich als erster auf den Weg runter nach Aqaba macht.

Sam, der Australier aus Brisbane

Als ich so gegen 9h starte, merke ich schnell, dass mir die lange Tour von gestern noch in den Füssen liegt. Gegen Mittag erreiche ich dann die Ortschaft Titin, wo ich von Einheimischen Wasser bekomme. Als Draufgabe gibt es gegrilltes Hendl mit Reis, hurra. Ha Adil, der älteste der 3 Brüder, überredet mich bei ihnen übernacht zu bleiben. Es war allerdings auch nicht schwierig mich zu überreden…

Ha Adil, der älteste der 3 Brüder, versorgte mich mit Tee und Essen – vielen Dank!

So verbringen wir einen gemeinsamen und gemütlichen Nachmittag bei Lagerfeuer und Teetrinken. Dann kommt auch sein Vater mit Freunden vorbei, es wird Shisha geraucht bevor ich früh einschlafe.

Mit Ha Adil’s Vater und seinem jüngeren Bruder Farsi beim Nachmittagsplausch


20.02. Noch im Finsteren koche ich mir warmes Wasser, esse Müsli mit Walnüssen und Datteln und starte den Tag deutlich früher als gestern. Während des heutigen Tages erreiche ich schön langsam das Wadi Rum. Wunderschöne Berge inmitten der Wüste und dort und da sehe ich auch Kamele und Beduinen.

Kamele am Weg nach Titin
Wasserzisternen am Weg nach Titin – ich traute dem stehenden Wasser darin allerdings nicht

Als mein Wasser dann allerdings doch knapp wird, halte ich einen vorbei fahrenden Jeepfahrer auf, der mir zwei Wasserflaschen gibt.

Drei Liter Wasser von einem vorbeifahrenden Toyota Landcruiser – vielen Dank!
Pause am Weg ins Wadi Rum

Jetzt erhole ich mich gerade in einem Camp im Wadi Rum. Es ist ein verlassenes Camp und so beginne ich zu kochen und bleibe hier übernacht. Wunderschön der klare Sternenhimmel.

21.02. Ich habe heute seit längerer Zeit wieder einmal richtig gut geschlafen und bin um 5h morgens schon hellwach. Kurz vor 7h gehe ich dann bei Tagesanbruch weiter Richtung Osten.

Kurz vor Sonnenaufgang und klirrender Kälte im Wadi Rum
Wandern im Wadi Rum – traumhaft schön!!!
Im Wadi Rum am Weg zum Stonearch (steinerner Bogen)

Hier liegt in einer Entfernung von ca. 7 km ein steinerner Bogen, den ich nach ca. 2 Stunden erreiche. Viele Toyota Landcruiser mit darauf sitzenden Touristen versammeln sich vor dieser Sehenswürdigkeit.

Stonearch im Wadi Rum

Nach ca. 1 Stunde Pause gehe ich dann durch das Wadi Rum hauptsächlich den Jeepspuren folgend in das Rum Dorf. Hier gibt es das erste Mal seit Aqaba wieder ein Signal und schon erreichen mich auch wieder Nachrichten von zuhause. Dementsprechend sind die Pläne jetzt auch wieder zu ändern. Schon der griechische Philosoph Heraklit meinte bereits, dass nichts beständiger als der Wandel sei… In diesem Sinne!

Dorf Rum im gleichnamigem Wadi – Rum, wie wir ihn kennen, gibt es allerdings nicht!

Da es mit all den anderen folgenden Telefonaten zu spät wird weiterzugehen, suche ich mir ein privates Quartier um 10 JD und bekomme dafür auch noch Reis und ein Stück Huhn.

22.02. Heute habe ich für 6h morgens meinen Wecker gestellt und das erste ist, dass ich mir bei der Mutter des Unterkunftgebers einen Liter Wasser hole. Dann gibt es Frühstück mit Müsli und warmen Wasser, das mir immer Kraft für den bevorstehenden Tag gibt. Auf asphaltierter Straße erreiche ich nach ein paar Stunden das Visitorcenter von Wadi Rum wo ich mir einen Kaffee genehmige. Dann gehe ich auf guter Straße weiter nach Ash Shakiriyah, wo ich mich in einem kleinen Lebensmittelladen mit Futter für die kommenden Tage eindecke. Am Boden neben dem Kassier mache ich Mittagspause und bekomme auch noch Tee gereicht.

Mittagessen im einzigen Einkaufsladen in Ash Shakiriyah – ich liebe diese Perspektiven vom Boden aus!

Als ich dann weiter gehe werde ich von einem Beduinen im Ort zu einem Tee eingeladen.

Mädchen in Jordanien

Ich nütze die gute Internetverbindung zu einem längeren Telefonat mit zuhause. Dann bedanke ich mich für die Einladung zum Tee und gehe auf Pisten für 4×4 Fahrzeuge weiter bis zu einem steinernen Bogen wo ich in der Nähe in einem Beduinenzelt übernachte.

Beduinen mit ihren Kamelen in der Nähe des steinernen Bogens
Steinerner Bogen
Auch Spaß muß sein… im Beduinenzelt in der Nähe des steinernen Bogens

23.02. Die Nacht war ruhig und wunderschön, ganz ich alleine mit der Wüste und den riesigen Felsen. Am Weg nach Neu Humayma begegnen mir auch Beduinen, die mit ihren Kamelen auf dem Weg zum steinernen Bogen sind.

Beduine auf seinem Kamel – am Weg nach Neu Humayma
Am Weg nach Neu Humayma
Junger Beduine mit seinem Kamel

Dann gehe ich in die nächste Ortschaft namens Neu Humayma, wo ich in einem Lebensmittelladen Mittagspause mache und währenddessen meine Powerbank nachladen lasse. Ich kaufe mir hier auch noch Datteln und Walnüsse für die kommenden Tage.

Einladung zum Tee am Weg nach Alt Humayma – die Beduinen sind überaus gastfreundlich!

Nach einigen Stunden komme ich dann im Visitorcenter von Alt Humayma an und ich wecke den zuständigen Mann von seinem Nachmittagsmützchen auf. Es ist Ibrahim, er ist 33 Jahre alt und bietet mir sofort an bei ihm zu übernachten, etc… Wir verbringen einen schönen gemeinsamen Abend mit den Nachbarsjungen und seinem Neffen.

Mit Ibrahim im Visitorcenter von Alt Humayma

Ibrahim erzählt mir auch wie er seine Frau kennen gelernt hat. Er hat sie wohl in jungen Jahren gesehen und beobachtet aber nie direkt gesprochen mit ihr. Sie hat ihm gefallen und so ging er zu ihrem Vater und hielt um die Hand seiner Tochter an. Der Vater bekam die Zustimmung von seiner Tochter und so wurden sie zu Mann und Frau. Die Liebe kam erst später, wie er sagt, aber sie ist größer als alles andere auf der Welt! So einfach geht das… 🙂 Ibrahim kocht uns dann auch noch Abendessen und gegen 9h abends gehen wir dann alle schlafen.


24.02. Wieder im Finsteren stehe ich auf und verlasse das Visitorcenter von Humayma so um 7:30 während all die anderen noch schlafen. Ich möchte sie nicht aufwecken. Im Beduinendorf Abbasiah werde ich wieder von Beduinen zum Tee eingeladen und wir essen alle von meinen Datteln.

Einladung zum Tee im Beduinendorf Abbasiah – Hammad (rechts) heisst alle Wanderer am Jordan Trail in seinem Beduinenzelt willkommen! Vielen Dank!!!
Hammad’s Onkel – im Beduinendorf Abbasiah

Dann füllen sie mir alle Wasserflaschen an. Ca. 5 Liter nehme ich mir mit, da es heute Abend beim campieren im Wadi Aheimer kein Wasser geben wird.

Eine der Karten von Sam, dem Australier – sie beinhaltet u.a. Informationen wo es Wasserstellen, permanente Beduinenzelte, etc gibt

Auch Harald war vor ca. 2 Wochen hier wie mir Hammad versichert und ein Foto zeigt. Dann tauche ich durch wunderschöne Canyonlandschaft hinunter in das ausgetrocknete Flußtal, traumhaft schön hier.

Canyons am Weg von Abbasiah nach Wadi Aheimer
Gesteinsschichten in den Canyons am Weg nach Wadi Aheimer
Mittagspause am Weg nach Wadi Aheimer – Raus aus den Schuhen und Socken heißt die Devise!

Gegen Abend erreiche ich dann das Wadi Aheimer und finde auf einer relativ weichen Sandbank einen geeigneten Platz zum Zelten.

Zeltplatz im Wadi Aheimer
Manchmal wird es auch finster wenn ich mir noch ein Süppchen mit meinem Gaskocher mache…

Ich liege derzeit im Zelt und höre Geräusche von einem Tier, keine Ahnung was das ist…


25.02. Es war eine wunderschöne und absolut stille Nacht in der Wüste mit einem derart klaren Sternenhimmel, wie wir ihn zuhause nicht kennen. Auch der Besuch eines mir unbekannten Tieres blieb aus.

Am Weg nach Wadi al-Saif

Heute ist mein Mobiltelefon und die Navigation gefragt, da zwischen den Canyons oft das GPS Signal reflektiert wird und es daher schwer auszumachen ist ob man am richtigen Weg unterwegs ist oder eben nicht. Im Vergleich zum Shvil in Israel ist der Jordan Trail überhaupt nicht markiert, was ihn natürlich noch etwas abenteuerlicher macht.

Als mein Wasser zur Neige ging bekam ich von dieser Beduinin einen Liter von ihrem Kanister – vielen Dank!!!

Schließlich gelange ich gegen Abend im Wadi al-Saif zu einem Beduinenzelt und ich frage ob ich übernachten kann. Schnell ist eine Unterlage gefunden und eine weitere Nacht im Paradies ist mir sicher. Fatma, die Mutter von 13 Kindern, bereitet mir Tee zu und von Enma, ihrer 15-jährigen Tochter, bekomme ich frischgemolkene Ziegenmilch. Rian, dem 4-jährigen Sohn von Fatma, schmecken meine mitgebrachten Datteln so sehr, dass ich ihm die gesamte Schachtel schenke. Dann bereitet Fatma beduinisches Brot über dem offenen Feuer zu, das mit Ziegenbutter und Ziegenmilch himmlisch schmeckt.

Fatma mit ihrem 4-jährigen Sohn Rian beim Zubereiten von beduinischem Brot

Im Laufe des Abends gesellen sich noch mehrere Familienmitglieder um das Feuer und wir verbringen einen schönen gemeinsamen Abend. Während die Eseln sich bemerkbar machen, die Wachhunde ihren Job machen und die Ziegen vor dem Zelt hin und her marschieren, schlafe ich mit einem zufriedenen Schmunzeln ein.
26.02. Während die anderen noch schlafen beginne ich meine Sachen zusammen zu packen. Als erste kommt Enma, die Feuer macht und wir trinken dann noch gemeinsam alle Tee gemischt mit warmer Ziegenmilch. Das Leben dieser Beduinen ist nicht einfach und doch sind sie so zufrieden und fröhlich wie mir scheint. Dann verabschiede ich mich von dieser herzlichen Familie in Richtung Gaa Mreibed, das ca. 15 km entfernt liegt. Durch verschiedene ausgetrocknete Flußtäler und unwegsamen Gelände mache ich nach ca. 9 km Mittagspause. Ich sitze derzeit im Schatten eines Akazienbaumes und schreibe diese Zeilen. Durch mehrere Wadis gelange ich dann heute schon früher zum ersten Beduinenzelt. Da es jetzt nur mehr ein Tagesmarsch bis Petra ist, frage ich die Frau ob ich bei Ihnen übernacht bleiben kann. Alia, so heißt die junge Frau, bejaht und bereitet Tee zu. Sie hat drei Kinder, Tochter Taheni, und die beiden kleinen Söhne Dschihad und Mohammed. Sie gibt mir dann auch noch Brot und Ziegenmilch und ich zeige mich dafür auch erkenntlich.

Beduinisches Brot und Tee – Hauptnahrungsmittel der Beduinen

Auch ihr Vater kommt vorbei, ein Bruder von Fatma vom Wadi al – Saif, alle verwandt also.

Aila mit ihrem Vater – in ihrem Beduinenzelt in Gaa Mreibed

Ich werde hier die Nacht verbringen und morgen gestärkt nach Petra gehen. Gegen 17h kommt dann Ahwad, Fatma’s Sohn und der Ehemann von Alia, nach Hause und ich schaue ihm zu wie er den jungen Geisslein behilflich ist vom Muttertier zu trinken.

Frischgeborene Geisslein in Gaa Mreibed

Die Beduinen hier in Jordanien leben hauptsächlich von Schafs- und Ziegenwirtschaft. Am Abend gesellen sich noch zwei Freunde von Ahwad zum Feuer hinzu.

Ahwad (links) mit seinen beiden Freunden

Wie essen Reis mit Huhn und trinken chai. Dann wird der Toyota Hilux von Ahwad repariert, der Startprobleme hat. Gegen 23h gehen die beiden dann nach Hause und wir schlafen, eingehüllt in einer dicken Decke, zufrieden ein.

27.02. Während Ahwad und ich gerade munter werden, höre ich Alia bereits Feuer machen und Tee kochen. Auch hier ist der Haushalt und die Kinder absolute Frauensache. Dann trinken wir noch gemeinsam Tee und sie geben mir noch selbstgemachtes Brot und Hummus im Tetrapack mit auf den Weg. Gegen Mittag erreiche ich ein Beduinencamp und eine Gruppe von Frauen, Mädchen und einem Mann sitzt unter einem Akazienbaum im Schatten. Sie bieten mir chai an und ich esse mein mitgebrachtes Brot von Ahwad und Alia. Der Mann beginnt mit mir zu sprechen und ich erzähle ihm soweit es halt geht von meiner Geschichte. Er heißt Salman und wird jetzt nach Hause gehen.

Mittagessen mit dem lustigen und gesprächigen Salman unter einem Akazienbaum – im Wadi Sabra

Wenn ich möchte könnte ich mitkommen, meint schließlich Salman und ich willige ein. Gemeinsam mit zwei Frauen, einem jungen Mann, zwei Eseln und drei Geisslein gehen wir das Sabratal bis ans Ende hinauf auf über 1.000 Höhenmeter.

Gemeinsam mit Beduinen geht es Richtung Petra…
Das Ende des Sabratals naht – am Weg hinauf nach Petra

Dieses Geröll geht ordentlich in die Beine und schließlich erreichen wir alle gemeinsam und ziemlich geschafft ein Hochplateau, das das Ende des Sabratals ist. Hier verabschieden Salman und ich uns von den anderen. Salman bringt mich mit zu einer Feierlichkeit zu Ehren eines kürzlich verstorbenen Mannes. Ich sitze und beobachte all die verschiedenen Männer und Gespräche, hoch interessant!

Mit Salman (rechts) bei einer beduinischen Feierlichkeit – es gab Tee, Wasser und später auch noch Mensaf, das jordanische Nationalgericht

Es wird Tee und Wasser aufgetischt und als es dunkel wird, wird Mansaf, die Nationalspeise von Jordanien, aufgetragen. Es besteht meistens aus Lammfleisch und Reis, heute gibt es statt dem Lamm ein junges Kitzerl… Dann lerne ich Mohammed kennen und ich erzähle ihm von meinem Vorhaben morgen die letzten Kilometer in die Felsenstadt Petra zu gehen. Da er und sein Bruder morgen auch nach Petra geht, schlagen sie Salman vor, dass ich, anstatt bei Salman zu schlafen, mit Mohammed mitgehe und bei einem Freund von Mohammed in einer Höhle nächtige. Ich verabschiede mich von Salman und eine halbe Stunde später erreichen wir die Höhle von Suelam, einem 20-jährigen Beduinen, der hier vor allem in den Wintermonaten lebt.

Mohammad (rechts) und Suelam’s Bruder in der Höhle von Suelam
Nächtliches Feuer in der Höhle von Suelam – bis zur Felsenstadt Petra sind es jetzt nur mehr wenige Kilometer…

Im Sommer schläft er lieber mit seiner Mutter im Beduinenzelt wie er mir erzählt. Wir verbringen einen schönen Abend in dieser Höhle weit fern vom Tourismus von Petra und Wadi Musa.

28.02. Suelam und ich schlafen bis der Tag anbricht und seine Mutter bringt uns Tee zum Frühstück vorbei.

Guten Morgen Suelam – es war eine wunderschöne Nacht bei dir!
Schlafplatz in Suelam’s Höhle

Gemeinsam mit Mohammad, seinem Bruder und Suelam, gehen wir früh los Richtung Petra.

Mit Suelam, Mohammad und seinem Bruder am Weg in die Felsenstadt Petra

Bei windigem Wetter erreichen wir einen hochgelegenen Platz, den Opferplatz, mit wunderschöner Aussicht auf die Felsenstadt Petra.

Durch diesen steinernen Weg geht es hinunter nach Petra
Angekommen in der Felsenstadt Petra – im Hintergrund die königlichen Gräber

Auszug aus Wikipedia:

Petra (altgriechisch Πέτρα [ˈpɛtʁa] „Felsen, Felsmassiv“, arabisch البتراء al-Batrā’,nabatäisch wahrscheinlich Reqmu „die Rote“), eine Ruinenstätte im heutigen Jordanien, war in der Antike die Hauptstadt des Reiches der Nabatäer. Wegen ihrer monumentalen Grabtempel, deren Fassaden direkt aus dem anstehenden Fels gemeißelt wurden, gilt sie als einzigartiges Kulturdenkmal. Am 6. Dezember 1985 wurde Petra in die Liste des UNESCO-Welterbes aufgenommen.

Dann verabschiede ich mich von den dreien, die ihrer Arbeit nachgehen müssen, und ich genieße hier die Ruhe in den frühen Morgenstunden.

Beduine vor einzelnen Grabstätten – in Petra

Da es hier wieder einmal ein Signal gibt, telefoniere ich mit einigen Leuten und genieße das langsame Ankommen in dieser biblischen Gegend. Ausser zwei Datteln und einigen Nüssen habe ich heute noch nichts zum Frühstück gegessen und so genehmige ich mir in einem nabatäischem Restaurant ein ‚All you can eat‘ Menü mit Falafel, Fleischbällchen, gegrilltem Huhn, etc mit Hummus, vielen anderen Saucen und Salaten und esse davon bis mein Bäuchlein voll ist…:-)

Vor dem Schatzhaus (Treasury) in Petra

Dann mache ich mich auf den Weg nach Wadi Musa, einer kleinen Stadt in der Nähe von Petra. Hier hat mir Harald das Wadi Musa Cabin Hostel empfohlen. Es ist ein Hostel mit kleinen Kabinen nach japanischem Vorbild. Sheref, der Betreiber des Hostels, gibt mir eine Kabine um 10 JD pro Nacht und für weitere 4 JD lasse ich wieder einmal meine Wäsche machen. Nach einer Dusche nach mehr als einer Woche Wanderung liege ich zufrieden in meiner ‚Kapsel‘, die geräumiger ist als ich es mir gedacht habe.

Kapsel nach japanischem Vorbild im Wadi Musa Cabin Hostel

01.03. Vor 6h morgens finde ich mich bereits in der Rezeption ein. Ich genieße es wieder einmal ein Frühstücksbuffet zu haben und bleibe bis ca. 8h sitzen. Dann merke ich, dass ich meine jordanische Umniah SIM Karte wieder nachladen lassen muss um Internet zu haben. Ab 10h sind die Geschäfte in der Downtown von Wadi Musa dafür offen und so beschließe ich heute einen richtigen Ruhetag einzulegen. Meine SIM Karte wird neu geladen und auch wechselt mir ein Schuster meine Rucksackschnalle, die in Brüche gegangen ist.

Ein Schuster wechselt meine gebrochene Rucksackschnalle aus – in Wadi Musa

Derzeit sitze ich gerade am Hauptplatz von Wadi Musa und werde heute nicht mehr all zuviel anstellen. Ab morgen werde ich der Felsenstadt Petra wieder einen weiteren Besuch abstatten.

02.03. Da es im Cabin Hostel bereits ab 6h morgens schon Frühstück gibt, beginnt der Tag für mich wieder wie gewohnt früh. Ich bekomme dann mit meinem Jordan Pass im Visitorcenter ein 3-Tagesticket für Petra und somit kann heute die Besichtigung losgehen.

Ein kurzer Überblick:

Petra wurde vor mehr als 2.000 Jahren inmitten der Sharaberge von den Nabatäern, einem nordarabischen Beduinenstamm, erbaut. Warum gerade hier? 1. Schutz vor Feinden von den umliegenden Bergen 2. Wasser war von den umliegenden Bergen das ganze Jahr verfügbar und 3. Handelsroute führte durch diese Gegend. Ihre Blütezeit hatte die Stadt als Hauptstadt der Nabatäer in den Jahrhunderten vor und nach Christi Geburt. Sie war eine wichtige Station auf der Handelsroute, die das alte Mesopotamien mit Ägypten verband. Reich wurde die Stadt mit dem Handel von Weihrauch, Myrrhe und Gewürzen. Dann wurde die Stadt von den Römern annektiert und gedieh weiter, bis 363 n. Chr. ein großes Erdbeben die Stadt zerstörte. Dieses Erdbeben und die Tatsache, dass die Handelsrouten verlegt wurden, waren wohl die Gründe warum die Stadt aufgegeben wurde. Spätestens in der Mitte des 7. Jhdts n. Chr. war Petra endgültig verlassen und versank in Vergessenheit. 1812 kam der Schweizer Forscher Johannes Burckhardt in die Gegend von Petra, um die verlorene Stadt zu finden und zu erforschen. Er kleidete sich wie ein Araber und überredete seinen Beduinenführer ihm die Stadt zu zeigen. Danach wurde Petra auch im Westen als faszinierende Stadt bekannt und begann Besucher in ihren Bann zu ziehen. Petra ist auch als ‚rosa‘ Stadt bekannt, da die Fassaden aus dem rosaroten Sandstein herausgearbeitet wurden. Die Nabatäer begruben ihre Toten in Felsengräbern, die sie in die Bergwände meißelten. Aus der römischen Besatzungszeit stammen Tempel, ein Theater und Reste einer säulengeschmückten Prachtstrasse.

Karte von Petra und Umgebung

Durch den Siq, dem Hohlweg in einem hohen Canyon, gelange ich zuerst wieder zum Schatzhaus.

Siq, der schluchtartige Hohlweg, führt die Besucher hinab in die Felsenstadt Petra. An beiden Wänden der Schlucht verlaufen Wasserkanäle – die Nabatäer waren Meister der Hydrokultur
Der Siq endet genau beim Schatzhaus in Petra – es wurde vermutlich im 1. Jhdt v. Chr. erbaut und es dauerte 60 Jahre bis es fertig war
Schatzhaus in Petra – der Legende nach befand sich ganz oben in der Urne der Schatz eines Pharaos, daher auch der Name
Detailansicht des Schatzhauses
In etwa so wird das Schatzhaus 1839 dem schottischen Maler David Roberts erschienen sein – Lithographie von David Roberts 1839

Hier warten bereits einheimische Beduinen auf einen Job. Sei es ein Kamelritt, eine Führung oder ein ‚Taxi‘ mit einem ihrer Esel.

Beduinen warten auf einen Job – vor dem Schatzhaus

Im Anschluss daran treffe ich noch einmal den Bruder von Mohammed, der hier im Reinigungsdienst arbeitet. Wir trinken gemeinsam Tee und tauschen Kontakte aus.

Mohammad’s Bruder (rechts) mit seinen Arbeitskollegen – der Tee schmeckte gut, vielen Dank!!!

Danach gehe ich weiter zum römischen Theater und den Königsgräbern, alles sehr interessant und beeindruckend.

Römisches Theater in Petra – es ist weltweit das einzige Theater, das vollständig aus Felsen gehauen wurde und bot einigen Tausend Besuchern Platz
Souvenirs in Petra

Entlang der Säulenstrasse komme ich dann so gegen die Mittagszeit zum Großen Tempel, wo mich Frau Muttern zweimal telefonisch erreicht.

Grosser Tempel von Petra – er diente als königlicher Empfangssaal und ist ein weiteres Relikt aus der römischen Besatzungszeit
Säulenstrasse in Petra – Sie war wahrscheinlich eine der Haupteinkaufsstrasse des antiken Petra

Es gibt gute Neuigkeiten, da sie am 16.3. auf Reha fahren kann. Ihre Erleichterung ist ihr anzukennen und ich freue mich mit ihr mit. Freu mich auch schon wieder auf gemeinsame Hummelhofrunden mit ihr wenn ich wieder zurück bin. Dann esse ich in der Nähe des Mädchenschlosses im Schatten mein mitgebrachtes Essen und trinke bei einem Beduinen arabischen Kaffee. Er erzählt mir, dass im Jahre 1985 im Zuge der Aufnahme von Petra in die Liste des UNESCO-Welterbes, für die ansässigen Beduinen Wohnungen in Wadi Musa gebaut wurden und sie umgesiedelt wurden. Nicht alle folgten dem Rat und so leben auch heute noch ca. 30 beduinische Familien im Gelände des heutigen Petras.

Das Leben sei nicht leicht als Beduine, meint dieser Kaffeeverkäufer – trotzdem wird gelacht!

Am Nachmittag besuche ich noch die byzantinische Kirche mit schönen Bodenmosaiken und die vier nebeneinander liegenden Königsgräber, die ich euch weiter unten bildlich vorstellen werde. Der Name beruht auf der Annahme, dass es sich bei diesen besonders großen und prächtigen Felsfassaden um die Gräber von Königen handeln müsse.

Bodenmosaike in der byzantinischen Kirche aus dem 5. Jhdt n. Chr.
Teepause bei einer Beduinin – am Weg zu den Königsgräbern
Die vier Königsgräber in Petra – v.l.n.r.: 1. Palastgrab, 2. Korinthisches Grab, 3. Seidengrab und 4. das Urnengrab
1. Palastgrab, eines der vier Königsgräber in Petra – dieses Monument wurde wahrscheinlich für Bankette oder Beerdigungszeremonien verwendet
2. Korinthisches Grab in Petra – der obere Teil ähnelt dem Schatzhaus, ist aber bereits stark durch Erosion beschädigt
3. Seidengrab – dieses Grab beeindruckt wegen der verschiedenfarbigen Gesteinsschichten aus der die Fassade gemeißelt wurde. Die treppenartigen Zinnen am oberen Ende der Gräber symbolisieren, dass die Seele der Verstorbenen in den Himmel aufsteigen kann
4. Urnengrab – das vierte königliche Grab. Der Name leitet sich von dem Gefäß ab, das den Giebel krönt. Es wurde vermutlich im Jahre 70 v. Chr. erbaut und ab 446 n. Chr. als byzantinische Kirche benutzt.
Im Urnengrab von Petra

Irgendwie habe ich heute wieder Lust am Gehen und so beschließe ich spontan zum Kloster aufzusteigen und mir dort den Sonnenuntergang anzuschauen.

Am Weg zum Kloster
Kloster in Petra – es ist eines der größten Bauwerke in Petra. Es wurde im frühen 2. Jhdt n. Chr. erbaut und als Speisesaal für religiöse Veranstaltungen verwendet. Später wurde es auch als christliche Kirche verwendet, daher auch der Name Kloster.

Als es bereits finster wird, komme ich wieder zurück in die Säulenstrasse und zum Schatzhaus. Wunderschön dieses Gebiet und diese Gebäude auch bei Nacht zu erleben. Dann gehe ich durch den mit Kerzenlichtern ausgeschmückten Siq wieder zurück in meine Unterkunft wo ich gerade diese Zeilen schreibe und mich jetzt auf das Schlafen freue.

03.03. Es ist offiziell mein zweiter Tag heute in Petra und ich gehe noch einmal zurück zum Opferplatz über den ich ja Petra vor einigen Tagen zu Fuß erreicht habe.

Beduinin am hochgelegener Opferplatz – er wurde für wichtige religiöse Zeremonien verwendet
Locals in Petra

Ein kleiner Pfad führt dann hinunter zum Grab des römischen Soldaten und zu weiteren unbekannten Gräbern.

Grab des römischen Soldaten
Statue des römischen Soldaten – im Grab des römischen Soldaten
Unbenanntes Grabmal im Wadi al Farasa

Die Mittagszeit verbringe ich wieder in der Nähe des Großen Tempels und beim selben Kaffeeverkäufer wie gestern. Den späteren Nachmittag verbringe ich wieder in der Nähe der königlichen Gräber und finde letztlich auch das Unayshu Grab in der Nähe der Königsgräber.

Grabmal des Unayshu in der Nähe der vier Königsgräber – Es gehörte Unayshu, dem Minister der Frau von König Maliku II, Königin Shaqilat II. und wurde in der zweiten Hälfte des ersten Jahrhunderts n. Chr. erbaut.
Eingang zum Unayshu Grab

Am Rückweg mache ich noch einmal Halt beim Schatzhaus, beim Obeliskengrab und mache noch einen kurzen Abstecher ins Petra Museum.

Obeliskengrab am Rückweg vom Siq nach Wadi Musa
Monolithische Blockgräber am Rückweg vom Siq nach Wadi Musa – es gibt insgesamt sechs davon in Petra

Ich bin allerdings schon etwas zu müde für das Museum und beschließe morgen noch einmal hierher zu kommen weil der erste Eindruck ein guter ist.

04.03. Nachdem ich die letzten Tage bereits Petra ausführlich besichtigt habe, gehe ich es heute ruhiger an. Im Mövenpick Hotel hebe ich nochmals Geld für die nächste Zeit ab und finde mich pünktlich dann um 08:30 beim Museum ein. Um diese Zeit ist niemand hier und ich kann mir in Ruhe alles anschauen. Es beinhaltet vor allem viel Geschichtliches über die Nabatäer und auch Fundgegenstände von Petra.

Petra Museum
Steinerne Büste von Dhu-shara, dem Hauptgott der Nabatäer. Er wurde mit Zeus gleichgesetzt, dem Hauptgott der Griechen.

Gegen die Mittagszeit gehe ich dann auf einen Aussichtspunkt von wo man das Schatzhaus von oben besichtigen kann. Wunderschön hier oben! Ich lasse gerade im Schatten einer Höhle die ärgste Mittagshitze vorbeiziehen bevor ich mich wieder bewege.

Aussicht von oben auf das Schatzhaus – es lässt sich gut hier Mittagspause machen

Inzwischen ist es später Nachmittag geworden und ich besuche noch das Sextius Florentinus Grabmal aus dem 2. Jhdt n. Chr. Sextius Florentinus war damals Gouverneur der römischen Provinz Arabien und ließ sich sein Grabmal von seinem Sohn erbauen.

Sextius Florentinus Grabmal aus dem 2. Jhdt n. Chr.
In diesen Nischen wurden die Toten aufbewahrt – im Inneren des Sextius Florentinus Grabmal aus dem 2. Jhdt n. Chr.

Ich werde jetzt gemütlich wieder in mein Quartier zurück gehen. Morgen setze ich ja meine Wanderung wieder fort Richtung Dana, Karak und schließlich Amman.

Gesamtkilometerca. 5.900

Fazit: Der Jordan Trail ist ein Abenteuer für sich!!! Im Gegensatz zum Shvil (Israel National Trail) ist er überhaupt nicht markiert und führt zum Teil durch völlig unwegsames Gelände. So ist manchmal nicht einmal die Spur eines Pfades ausfindig zu machen. Dementsprechend wichtig ist es hier eine GPS Datei zu haben nach der man sich richten kann. Auch ist es wichtig bei jeder Gelegenheit das Handy und/oder die Powerbank nachzuladen weil die ständige Navigation mit dem Handy weit mehr Strom verbraucht als sonst. Ich bin allerdings mit meiner 20.000 mAh Powerbank gut ausgekommen. Mit dieser Powerbank kann ich mein Handy ca. 6 bis 7 mal voll aufladen bevor sie wieder leer und nachzuladen ist. Eine große Hilfe am Jordan Trail sind die Beduinen und beinahe jeden Tag konnte ich ein permanentes Beduinencamp am Weg sehen. Sie helfen in der Not immer! Die Beduinen sind für mich die wahren ‚Trail Angels‘ in Jordanien ohne dass sie sich als solche bezeichnen. Sie helfen Dir mit dem Wasser, Aufladen der Geräte und auch mit der Übernachtung. So bekommt man auch etwas mit wie sie hier leben, etc… Ich hatte auch das Gefühl, dass sie sich auch über meinen Besuch gefreut haben. Manchmal konnte ich mich erkenntlich zeigen, aber meistens wollten sie kein Geld nehmen sondern einfach nur ihre Hilfe als Gastfreundschaft anbieten. War die Wüste Negev in Israel schon eine Wucht so muss ich sagen, dass die jordanische Wüste noch einmal beeindruckender und abenteuerlicher ist. Technisch gesehen (Klettereien, usw) ist bislang eher der Shvil schwieriger zu gehen, dafür ist der Jordan Trail mit dem geröllartigen Gestein um einiges rutschiger. Für mich ist die kleine Stadt Wadi Musa wieder eine Gelegenheit etwas zu verschnaufen, mein Handy neu aufzuladen und die Ausrüstung (zB Rucksackschnalle) aufbessern zu lassen. Und vor allem auch eine Gelegenheit mir ausgiebig die ca. 2.000 Jahre alte Felsenstadt Petra anzuschauen. Ein Highlight für sich!

Vielen Dank all den lieben Beduinen für ihre Hilfe und Gastfreundschaft ohne der es noch viel schwieriger wäre, diese Wanderung durch die jordanische Wüste zu machen!!!

16 Kommentare

    Maria Hueber

    Lieber Georg,es ist immer wieder interessant deine Berichte zu lesen. Ich bewundere deinen Mut und auch deine Ausdauer solche Strapazen auf dich zu nehmen.Gott sei Dank gibt es immer wieder liebe Menschen die auf dein leibliches Wohl schauen… Alles gute weiterhin,bleib gesund… liebe Grüße Maria und Josef

      Georg

      Liebe Maria,
      vielen Dank und ja, es ist schön diese Gastfreundschaft erleben zu dürfen, da kann man sich nur ein Beispiel nehmen.
      Liebe Grüße nach Linz, auch an Sepp, und alles Gute dir und euch beiden auch, Georg 🙋‍♂️✌️

    Katharina

    Hallo Georg,
    als die Partnerin von Harald freut es mich (noch) unbekannterweise besonders dies hier alles lesen zu können.
    Durch deine wunderschönen und berührenden Aufnahmen als auch detailreichen Schilderungen fühle ich mich diesem Land auch aus der Ferne nahe…

    … enjoy life
    Katharina

      Georg

      Hallo Katharina,
      das freut mich, wenn ich dich ein wenig in dieses wunderbare Land mitnehmen kann.
      Harald hat mir bei unserem Kennenlernen in Eilat von Dir erzählt. Ich hoffe, es geht Dir schon wieder besser…
      Liebe Grüße, Georg 🚶‍♂️🙋‍♂️ und würde mich auch sehr über ein Kennenlernen freuen wenn ich wieder zurück bin…🙂👍

        Katharina

        Lieber Georg,
        Ja, es geht mir mittlerweile bedeutend besser. Danke der Nachfrage.
        In zwei Wochen werde ich wohl vom „Badewannenstep“ nichts mehr spüren.
        Es hat mich soooo berührt, dass Harald deswegen früher als geplant heimgekehrt ist. Ich fühlte mich sehr wertgeschätzt und hatte dies ja überhaupt nicht erwartet.

        Dir, lieber Georg, wünsche ich ein stolperfreies Weiterwandern mit noch zahlreichen herzlichen Begegnungen. Harald hält mich stets auf dem Laufenden….

        Bis bald mal
        Katharina

        Georg

        Liebe Katharina,
        das freut mich aber sehr, dass es dir schon wieder besser geht😎✌️

        Liebe Grüße nach Wien und auf bald einmal dann, Georg 🙋‍♂️✌️

    Kati

    Lieber Georg,
    nach ganz langer Zeit mal wieder ein Gruß auf diesem Weg. Es ist immer ganz wunderbar Deine Reiseberichte zu lesen und die Fotos anzuschauen. Gute Weiterreise!
    Viele Grüße aus Berlin, Kati

      Georg

      Liebe Kati,
      vielen Dank und auch schön wieder einmal von Dir zu hören. Neuseeland liegt ja schon ein paar Jährchen zurück…:-)
      Liebe Grüße aus Petra und alles Gute dir weiter auch, Georg

    Hammad

    Hello My friend, Georg
    How are you?
    Welcome anytime to my tent. My tent is as your house and for any tourists who come to Jordan , only as sort of hospitality, helping as possible as I can. So I am really happy to meet you and Harald and others. You all are very kind and thank you so much for compliments . Also, I wish hearing your news daily.
    Best Wishes,
    Hammad

      Georg

      Hello my friend Hammad,
      thank you very much for your hospitality and help in your tent in Abbasiah village near Humayma. With your help it was quite easy to reach Petra and the canyons between Abbasiah in Wadi Aheimer are marvelous!
      Greetings, also to your family, from Petra, Georg 🙋‍♂️

    Fredi

    Hallo Georg, wieder ein toller Bericht von deiner Wanderung und was du alles so erlebst, die Gastfreundschaft und so, habe schon viel gehört von der Felsenstadt Petra, muß wunderschön sein. Wünsche dir weiterhin alles Gute auf deinem Weg und pass auf deine Füße auf. Liebe Grüße aus St. Veit von Fredi 👍👣😏

      Georg

      Hallo Fredi,
      vielen Dank und ja, Petra und Umgebung ist wirklich eine Reise für sich selber wert!
      Den Füssen widme ich viel Aufmerksamkeit, bei jeder Pause bekommen sie zumindest Frischluft.
      Liebe Grüße nach St. Veit und alles Gute dir weiter auch, Georg 🙋‍♂️✌️

    Tom Gödel

    Lieber Georg,
    vielen Dank wiedermal für deinen faszinierenden Reisebericht, der mich träumen lässt und in ganz andere Schwingungen entführt.
    Es so schön zu sehen, wie wertschätzend und liebevoll Menschen in Gegenden miteinander umgehen, von denen wir aus unseren Medien nur dann etwas erfahren, wenn Grausames passiert.
    Du leistest da große Friedensarbeit!

    Danke dafür und viel Freude weiterhin!
    lg tom & family

      Georg

      Lieber Tom,
      freut mich wenn ich dich mit meinem Bericht auf andere Gedanken und Schwingungen bringen kann.
      Von den armen und einfachen Leuten kann man wirklich noch viel lernen…
      Und ja, vlt bewirkt es ja das eine oder andere bei jemanden wenn er diese Zeilen liest… 🙂
      Liebe Grüße nach Wien und alles Gute dir weiter auch, Georg 🙋‍♂️✌️

    Sian R

    Good to hear from you again Georg, after several days of silence.
    Those canyons you photographed between Abbasiah and Wadi Aheimer make the Siq between Wadi Musa and Petra look very tame indeed, but everything is beautiful in the desert.
    Petra was your next goal – so where will you be heading next?

    PS I heard from a Berber in Tunisia (one might call them the African Bedouins) a saying of the desert people „You have the clocks but we, ah – WE have the time!“

      Georg

      Hello Sian,
      yes, the canyons in this area are great and you have them all for yourself…:-)
      However, also Petra is marvelous, in a different way…
      Am heading next north direction to Dana and Karak, etc…
      Greetings from the Great Temple in Petra, Georg, the Khidr🚶‍♂️✌️

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