31.01. Gestärkt, sowohl mental als auch körperlich, verabschiede ich mich von Alen und gehe die 3 Tagesetappe vom Mitzpe Ramon durch den Ramon Krater nach Sapir an.


Es ist heute relativ windig, aber es bleibt trocken und so erreiche ich schon um ca. 15h das Gevanim Night Camp.

Es sind auch zwei größere Gruppen hier und ich stelle mein Zelt in der Nähe der Gruppen auf. Auch Alen kommt mit seinem Jeep vorbei, es gibt ein überraschendes Wiedersehen. Der Fahrer empfiehlt mir die Lebensmittel in seinen abgesperrten Anhänger zu geben weil hier Wölfe reihenweise die Vorräte klauen. Artig Folge ich diesem Rat und schlafe früh ein…
01.02. Als ich um ca. 6h morgens meine Vorräte aus dem Anhänger holen möchte wird mir erklärt, dass sie nicht mehr da sind. Spurlos verschwunden in einem abgesperrten Anhänger. Naja, ich enthalte mich der Stimme… Wir einigen uns schließlich darauf, dass sie mir von ihren Vorräten für die nächsten zwei Tage geben, sodass ich ungestört meine Wanderung bis Sapir fortsetzen kann. Über wunderschöne Kraterlandschaften und Canyons geht es heute in Richtung Mitte des Kraters.


Es ist absolut windig heute, was das Gehen auch schwierig macht. Gegen 15h erreiche ich dann den Nahal Holit Campground, wo ich versuche einen halbwegs windstillen Platz für mein Zelt zu finden.

Der Himmel ist in der Zwischenzeit grau geworden vom vielen Sand, der durch den Sturm aufgewirbelt wird. Nur mit großer Mühe gelingt es mir hinter einem großen Stein mein Zelt aufzustellen. Ich esse im Zelt und liege bereits um 16h im Zelt, wo ich am besten geschützt bin vor dem stürmischen Wetter.
02.02. Über Nacht hat sich der Wind wieder halbwegs gelegt und es sollte ein ruhiger Tag werden. Beim Zeltabbau merke ich allerdings auch, dass mein Zeltboden einen ca. 10cm großen Riss abbekommen hat. Wohl auch deshalb weil ich aufgrund des starken Windes die Zeltunterlage nicht mehr platzieren konnte. Zuerst gehe ich noch in den Niederungen des Kraters bevor ich die Kraterwand hochklettere.

Von hier geht es dann einfach in den 500 Einwohner zählenden Ort Sapir. Ich kaufe mir bei einem Falafelstand einen Falafel Sandwich wo mir Daniel, ein junger Israeli, anbietet in seinem Haus zu übernachten. Bei ihm zuhause flicken wir mein Zelt mit einem schwarzen Tape. Sie müssen heute beide weg und ich begleite sie noch bis zum Lebensmittelladen wo ich wieder meine Vorräte aufstocke. Nach einer Dusche liege ich gerade im Bett und genieße den Abend soweit es geht.
03.02. Nach einer sehr unruhigen Nacht mit sehr wenig Schlaf packe ich meine Sachen zusammen und verlasse das Haus um ca. 06:30. Der Wind hat sich wieder gelegt und es gibt wieder herrliches Wanderwetter bei Tageshöchsttemperaturen von ca. 15 Grad. Ich habe heute früh wieder 6 Liter Wasser mitgenommen, was zusätzliches Gewicht bedeutet. Auch mein Rucksack bekommt das zu spüren und am Vormittag reißt auf der rechten Seite ein Riemen. Nach einer kurzen Bastlerei fixiere ich das Ganze wieder und setze meine Wanderung fort. Heute ist wieder Freitag und die Israelis lieben es mit ihren Geländewagen in der Wüste herum zu fahren. Nicht gerade zu meiner Freude kommen auch buggies dazu, viel Lärm und viel Sand…

Als ich dann endlich wieder Signal habe, führe ich einige Telefonate mit zuhause. Fingers crossed 🤞🤞🤞 Am Nachmittag beschließe ich dann ca. 2 km vor dem Barak Night Camp wild zu zelten. Ich koche mir eine Suppe, esse Thunfisch aus der Dose mit Brot und genieße die Stille in der Wüste.

04.02. Nach einer wunderschönen Nacht hellerleuchtet vom Mond stehe ich heute etwas später auf und gehe um ca. 8h los. Bei etwas windigen Verhältnissen führt mich der Weg in einen engen Canyon, den ich nach ca. 2 Stunden erreiche.

Es kommt mir plötzlich eine Solo Hikerin entgegen, es ist Josie aus Wien. Sie ist ebenfalls alleine am Shvil unterwegs, nur in der Gegenrichtung. Sie gibt mir liebenswerter Weise ein Pflaster für die Thermarest Isomatte, da sie nicht alle benötigt. So bin ich zumindest für das nächste Loch optimal gerüstet…:-) Dann geht es in einer Kletterpartie zum Teil auf Leitern hinauf den Canyon und anschließend über ebenes Gelände weiter Richtung Süden.

Zumittag führe ich während der Mittagspause wieder Telefonate mit zuhause und erreiche so um 15:30 das Paran Night Camp. Hier stehen vier Geländewagen und ich gehe auf das Camp zu. Hier haben bereits Einheimische ihr Lager aufgeschlagen und bieten mir Kaffee an.

Ich nehme dankend an und schließlich versorgen sie mich weiter auch noch mit Wasser, Brot und zwei Dosen Bier. Was will das Herz mehr… 🙂 Ich gehe dann noch etwas weiter und schließlich finde ich vor Einbruch der Dunkelheit einen geeigneten Platz für mein Zelt. Bei Sonnenuntergang leistet mein Kocher wieder seinen Dienst und ich lasse mir eine warme Gemüsesuppe schmecken. Dann gibt es noch Brot mit Humus und Kabanossi Wurst und Käse. Die zwei Bierchen schmecken natürlich auch… 🙂 Bei Vollmond liege ich derzeit im Zelt und genieße die Ruhe der Wüste.

05.02. In der Nacht wurde es heute einmal etwas kälter und es hatte ca. 5 Grad Celsius im Zelt. In der Früh koche ich mir dann warmes Wasser und lasse mir zusätzlich noch ein Müsli schmecken.

Dann starte ich so um halb acht in den Tag, ca. 28 km habe ich mir heute vorgenommen. Es geht heute einfach auf Schotterstraßen dahin und erreiche gegen Mittag den Wüstenasham Schittim, wo es meinen Informationen nach Mahlzeiten geben soll, etc… Auch dieses Areal ist umzäunt und erst als ich laut rufe, lässt mich jemand rein. Dieses Areal wurde vor einigen Monaten geschlossen und es wird von den Eigentümern gerade überlegt was sie weiter damit machen sollen. Essen gibt es natürlich auch keines, so vertilge ich meine letzten Essensreste.

Gestärkt erreiche ich dann einige Stunden später den Kibbuz Neot Smadar, wo ich gerade geduscht habe und um 19h ein Abendessen bekomme. Ich werde hier wahrscheinlich zwei Nächte bleiben um etwas Kräfte zu sammeln und weitere Lebensmittel zu besorgen, etc…
06.02. Gestern gingen Dal (eine weitere einheimische Wandern) und ich gemeinsam mit Ben zum Dining Room wo es Bohnensuppe und anschließend Brot, Salat, Käse und Tahin Sauce gab und ich schlug mir den Magen voll.

Ein Kibbuz ist in Israel eine Art Kollektivsiedlung mit gemeinsamen Eigentum und basisdemokratischen Strukturen. Das tägliche Leben wird kollektiv organisiert und die Grundidee eines Kibbuz lässt sich auch mit dem Sozialismus in Verbindung bringen. Vor allem in den 1960er und 70er Jahren waren Kibbuze sehr begehrungswert bei Jugendlichen. In der Zwischenzeit verlieren sie immer mehr an Bedeutung und nur mehr ca. 120.000 Menschen (ca. 1,8% der Bevölkerung in Israel) leben derzeit in einem Kibbuz. Kibbuz kommt aus dem Hebräischen und bedeutet so viel wie „Versammlung“. Hier leben die Menschen gleich: Keiner ist reicher als der andere, keiner hat mehr zu sagen. Bei uns muss niemand neidisch sein, weil der Nachbar ein größeres Auto fährt. Und niemand kann mit seiner tollen Wohnung angeben. Prinzipiell gefällt mir ja diese Idee…
Wie Ben uns gestern sagte, sollen wir uns kurz vor 6h morgens wieder bin diesem Dining Room einfinden was ich auch mache. Es wird hier vor allem auf Stille Wert gelegt und nach ca. 20 Minuten gemeinsamen Stillsitzen löst sich das ganze wieder auf und es werden Arbeitsgruppen erstellt. Nachdem es bei mir heute der erste Tag ist, habe ich bis zum Frühstück um 08:30 ‚frei‘, danach werde ich einer Arbeitsgruppe zugeteilt. Wir werden sehen was es wird. Zwischen 10 und 15h gibt es etwas zu tun, dafür habe ich hier freie Kost und Logie. Vor allem kann ich hier auch meine Vorräte wieder auffüllen, da es hier sonst nirgendwo einen Lebensmittelladen gibt.


Nachdem ich mich in der Früh ein wenig im Kibbuz umgesehen habe und unter anderem ein Gemeinschaftshaus mit einer eigenen Bibliothek und Galerie entdecke und auch meine Socken und das Leiber wasche, essen wir alle pünktlich um 08:30 unser Frühstück.

Es wird hier Wert gelegt darauf, dass es während dem Frühstück ruhig ist und nur das Allernotwendigste geredet wird. Dann setzen sich die Leute im Kreis zusammen und die Neuankömmlinge stellen sich vor, also auch ich. Während der Vorstellungsrunde lerne ich Monika kennen, die bereits 33 Jahre hier lebt. Sie meint, ich solle einen Rasttag einlegen und mich erholen anstatt hier mitzuhelfen. Auch wird sie mir bis zum Abendessen Essen zusammenpacken für die nächsten Tage, weil es ja hier in der Nähe kein Lebensmittelgeschäft gibt. Echt nett diese Leute hier.

Es ist auch heute eher wieder schlechtes Wetter und vor allem windig. So bin ich froh einen Rasttag hier einzulegen anstatt viel Sand zu schlucken. Da ich ja dann Zeit habe, gehe ich wieder in die Gemeinschaftsbibliothek zurück und telefoniere mit zuhause… Mich erreichen auch heute die Nachrichten vom schweren Erdbeben in der Türkei und Syrien und meine Gedanken sind mit ihnen!

07.02. Wieder kurz vor 6h früh finden wir uns alle zum gemeinsamen Schweigen im Dining room ein bevor Arbeitsgruppen gebildet werden. Vor dem Frühstück helfe ich in der Küche aus, schruppe den Boden, decke mit anderen gemeinsam die Tische und trage letztlich das Frühstück auf. Nach dem Frühstück bin ich zum Abwaschen abgeordnet und helfe dort aus bevor wir uns alle wieder um 09:15 draußen im Freien treffen und zusammensitzen. Wir sind ca. 50 bis 60 Leute. Für den heutigen restlichen Tag habe ich mich zur Gartenarbeit gemeldet und helfe Jofal ein Marillenfeld umzustechen und Erde aufzutragen.

Um ca. 12h machen Jofal und ich gemeinsam mit Kelvin aus Kenia Mittagspause und arbeiten dann bis kurz vor 15h weiter. Um 15h gibt es Mittagsessen und derzeit sitze ich in der Gemeinschaftsbibliothek, wo ich gerade mit Muttern telefoniert habe, es geht bergauf!

08.02. Heute schlafe ich wieder einmal etwas länger, da ich ja nicht mehr länger hier bleibe und weitergehen werde. Mario, der Schweizer aus Luzern, verabschiedet sich von mir und wird noch heute nach Eilat fahren um sich wärmere Ausrüstung zu besorgen. Er ist am Weg nach Norden wo es noch kälter wird. Es hat wirklich deutlich abgekühlt. Gemeinsam mit einem jungen israelischen Pärchen trinke ich Kaffee und Daniel gibt mir auch noch drei Heringe für alle Fälle.

Während sie weiter Richtung Norden gehen mache ich noch einmal in dem Cafeshop in der Nähe von Neot Smadar halt, trinke frischen Cappuccino und führe ein längeres Telefonat. Es gibt den Shvil zum Teil auch für Radfahrer und heute gehe ich ca. 10km auf diesem Weg, der durch schöne Dünenlandschaft führt.

Ich treffe hier noch einmal Shiva vom Kibbuz, die hier mit einem Freund im Sand sitzt. Ich setze mich zu ihnen, esse Brot mit Ziegenkäse und wir führen ein interessantes Gespräch über die Bewältigung der Vorkommnisse und des Holocausts während des 2. Weltkriegs. Sie haben Angehörige dabei verloren und werden in ihrem Leben niemals Deutschland oder Österreich besuchen. Zu stark sind noch die Erinnerungen… Erst gegen Abend erreiche ich dann Shaharut. Es ist bitterkalt und ich suche ein warmes Plätzchen. Es gibt hier ein völlig überteuertes Hotel namens Six Senses und man verrät mir, dass eine Nacht sage und schreibe 850 USD koste. Dankend und fast lächelnd winke ich ab. Die Sicherheitsbeamten vom Parkplatz lassen mich bei ihnen im warmen Innenbereich mein mitgebrachtes Sandwich essen und ich zelte dann am hintersten Ende des Parkplatzes wo mich keiner sieht.
09.02. Frühmorgens gehe ich noch einmal zu meinen Freunden der Sicherheit und ich frühstücke dort mein Müsli und bekomme noch einmal warmes Wasser. Dann tanke ich meine Wasserflaschen auf, ich komme derzeit mit ca. 3 Litern pro Tag aus.


Untertags telefoniere ich wieder, Muttern wird am Samstag wieder nach Hause kommen. Gegen Abend erreiche ich dann den Wadi Mangan Campground wo ich in der Nähe eines Akazienbaumes mein Zelt aufstelle.

Mel, ein Holländer, kommt zu mir. Er zeltet hier schon seit gestern, gibt mir noch etwas Wasser und auch ein weiteres Pflaster für meine Thermarest Isomatte. Seit ich allerdings eine Schaumstoffmatte unter der Thermarest Isomatte unterlege, habe ich auch kein zusätzliches Loch mehr in der aufblasbaren Thermarest Isomatte bekommen. Aber sicher ist sicher. Dann koche ich mir noch eine Suppe und schlafe zufrieden mit all meinem Gewand, das ich habe, und den zwei Schlafsäcken ein.
10.02. Um ca. 6h koche ich mir wieder warmes Wasser und esse mein Müsli. In der letzten Zeit ist das mein übliches Frühstück geworden. Dann gehe ich die nächsten drei Kilometer zum Visitorcenter des Timna Parkes. Während ich einen guten Kaffee trinke telefoniere ich wieder mit Muttern, Schritt für Schritt wird es besser ✌️👍 Gemeinsam mit einer größeren Gruppe gehe und klettere ich dann einige hundert Höhenmeter den Timna Berg hoch. Es ist hier ein Hochplateau mit wunderschöner Aussicht auf die Sandsteinfelsen und – Berge.


Nach einem längeren Abstieg komme ich bei den Solomons Pillars vorbei. Es ist dies eine stillgelegte Kupfermine inmitten von roten Sandsteinfelsen, die nach dem König Salomon benannt ist.

Kurz nach Mittag erreiche ich das Restaurant im Timna Park, wo ich eine Pizza esse und mich mit einem deutschen Pärchen aus der Nähe von Dresden unterhalte. Dann gehe ich durch das Timnatal und schlage gegen 16h im Raham Etek Campground mein Zelt auf.

Es gesellt sich später auch noch eine Finnin mit ihrem Zelt hinzu, die mir empfiehlt nächsten Tag früh zu starten. Viele Höhenmeter und Kraxlereien warten auf mich…
11.02. Da ich eh nicht besonders gut schlafe, suche ich schon vor 5h morgens meine Stirnlampe um in der Dunkelheit zu frühstücken und mein Zelt abzubauen. Kurz nach 6h morgens gehe ich dann los. Es wird derzeit um ca. 6h morgens hell und zw. 17:30 und 18:00 finster. Auch hier werden die Tage schon wieder etwas länger.

Tatsächlich ist der heutige Tag gefüllt mit vielen Höhenmetern und Klettereien, sodass ich letztlich froh bin, so früh losgegangen zu sein.

Um ca. 16:30 erreiche ich das Yehoram Night Camp, koche mir eine Suppe, esse Thunfisch aus der Dose bevor ich mich in mein Zelt verkrieche. Es sollte eine kalte und windige Nacht werden.
12.02. Frisch motiviert und steif gefroren krieche ich aus meinem Schlafsack. Heute werde ich Eilat und das Rote Meer erreichen. Heute geht es hauptsächlich bergab zum Meer.


Kurz vor Eilat treffe ich Harald Büchner, einen Oberösterreicher aus der Nähe von Wels. Er lebt schon länger in Wien im 2. Bezirk in der Nähe des Karmelitermarkts.

Er kommt gerade vom Jordan Trail aus Jordanien rüber, genau da will ich hin. Er gibt mir neben der GPS Datei für den Jordan Trail auch noch wichtige Informationen wo es Wasser und Proviant zu kaufen gibt. Weitere anspruchsvolle 500 km Richtung Norden nach Amman warten auf mich. Letztlich vermacht er mir auch noch zwei weitere Pflaster für meine Thermarest Isomatte, sodass ich mich sicher auf den Jordan Trail machen kann. Ich könne auch nur einen Teil eines Pflasters verwenden, rät er mir, falls ich in Nöten kommen sollte und zu wenig Pflaster hätte. Auch Silikon würde gehen, also jede elastische Masse. Superkleber allerdings nicht, der zerbröselt irgendwann einmal. Er ist auch schon viele Tausende Kilometer gegangen und wir tauschen Erfahrungen aus. Harald, ich freue mich schon sehr auf ein Wiedersehen mit Dir! Dann verabschieden wir uns und ca. 1 Stunde später komme ich im Shelter Hostel an. Hier zeigt mir Anastasia, ein Flüchtling aus der Ukraine, mein Bett im Schlafraum, etc… Ich dusche, wasche Wäsche, trinke Tee mit einem Deutschen und einem Franzosen namens Pascal, bevor ich hungrig werde und in einem kleinen nahegelegenen Restaurant einen Shawarmateller esse. Ich liege derzeit im Bett und genieße frisch geduscht auf einer Matratze liegen zu können. Ich schwebe fast im siebten Himmel während ich auf die letzten vier Wochen zurückblicke… 🙂
13.02. Das Shelter Hostel in Eilat ist definitiv der richtige Ort um sich vom Shvil zu erholen. Schöner Gartenbereich, in dem man frühstücken und mit anderen Gästen plaudern kann. Und mit John, einem sehr redegewandten Holländer, den richtigen Betreiber dafür. Am Weg zum Decathlon entdecke ich das Abraham Hostel, das ich mir ein wenig anschaue. Dann gehe ich weiter zum Decathlon und den verschiedenen Sportgeschäften. Vor allem ein neues Paar Schuhe wäre ideal, der Shvil hat dem Profil meiner Schuhe ordentlich zugesetzt. Auch die Preise sind hier für israelische Verhältnisse gar nicht so teuer, da Eilat eine Duty Free Zone ist und die MwSt von 17% wegfällt. Selbst nach längerer Suche kann ich einen Asics Trailrunning Schuh nicht in Größe 48 finden. So kehre ich etwas enttäuscht wieder in das Shelter zurück. Allerdings doch mit einem neuen langärmeligen Leiberl aus Merinowolle, das alte löste sich schon auf.
14.02. Gestern habe ich im Abraham Hostel ein Swimmingpool entdeckt. So nehme ich heute meine Isomatte mit um dem Loch auf die Spur zu gehen. Allerdings konnte ich selbst nach mehrmaligem Eintauchen keine Luftbläschen entdecken, die darauf hinweisen würden und setze mich wiederum ohne Erfolgerlebnis in die Sonne um zu rasten. Plötzlich meldet sich Harald bei mir, den ich ja kurz vor Eilat beim Wandern kennengelernt habe. Er müsse aus privaten Gründen zurück nach Wien und ob ich nicht eine empfehlenswerte Unterkunft für ihn für die heutige Nacht wisse. Da das Shelter heute voll ist, empfehle ich ihm das Abraham Hostel wo ich ja gerade bin. Während er sich noch heute per Autostop hierher macht, gehe ich in den 5.11 Unidress shop, den mir Daniel am Shvil empfohlen hat. Es gibt hier Hosen, die für die US Army hergestellt werden, und ich finde hier eine passende 5.11 Hose für mich. All den Schneidern zu Leide oder vielleicht doch zur Freude? 🙂 Harald meldet sich dann wieder und ist bereits im Abraham Hostel wo wir uns anschließend treffen. Er fliegt morgen mit der Wizz Air direkt nach Wien zurück und gibt mir von seinem Proviant ab, den er noch kürzlich kaufte und jetzt nicht mehr gebrauchen kann. Als Dankeschön gehen wir dann gemeinsam Schawarma und Falafelessen und anschließend zum Decathlon. Ich erzähle ihm meine Geschichte mit den Schuhen und er zeigt mir den Quechua Evovit, den er selbst auch schon seit mehreren Jahren trägt. Es gibt ihn auch in Größe 48. Er fühlt sich gut an und ich schlage spontan zu, no risk no fun. Er scheint mir mit seiner etwas stabileren Bauweise gut geeignet für die kommenden Kilometer in der Wüste Jordaniens.

Auch zeigt er mir gutes Flickzeug für die Isomatte, mein Sorgenkind in der Zwischenzeit. In seinem Zimmer machen wir uns dann mit Seifenlauge auf die Suche nach einem Loch in der Matte. Tatsächlich finden wir eines und nachdem die Matte wieder trocken ist, ist es auch schnell wieder geklebt. Und sauber ist die Matte auch wieder einmal…

Bei einem weiteren Falafelpita gibt er mir generell noch viele Tipps bzgl. Ausrüstung und Wandern, die mir sehr nützlich erscheinen. Schließlich ist es für mich ein Glücksfall, dass er den heutigen Tag mit mir verbringt und mir beim Aufbessern meiner Ausrüstung behilflich ist. Abgesehen davon natürlich, dass wir uns auch gut verstehen und ‚dieselbe Wellenlänge‘ haben.

Gegen 9h Abends verabschieden wir uns dann und und ich kehre glücklich mit meinen neuen Schuhen wieder zurück in meine Unterkunft. Während Harald nach Hause fliegt, werde ich morgen nach beinahe zwei Monaten in Israel wieder nach Jordanien zurückkehren.
Gesamtkilometer: ca. 5.660
Fazit: Der Shvil (Israel National Trail) von Jerusalem, mit einem Abstecher durch das Westjordanland, durch die Wüste Negev zog sich ziemlich genau über 600 km in den äußersten Süden von Israel an das Rote Meer nach Eilat. Das Westjordanland, also Teil von Palästina, ist völlig problemlos zu gehen. Man muss nur gleich zu Beginn jeder Konversation sicherstellen, kein Israeli zu sein sondern eben wie in meinem Fall aus Nemsa (Arabisch für Österreich) oder Nemsaui (Österreicher). Dann erfährst du die übliche muslimische Gastfreundschaft. Der Shvil durch die Wüste Negev war sowohl körperlich als auch aus mehreren Gründen mental die schwierigste Strecke meiner Wanderung bisher. Aber auch landschaftlich die schönste… Eilat am Roten Meer war ein guter Ort um mich wieder etwas zu erholen und vor allem auch um meine Ausrüstung wieder aufzubessern. Der Shvil hat nicht nur mir zugesetzt… Frisch gestärkt und mit einem neuen Paar Schuhe sehe ich nun der jordanischen Wüste hoffnungsvoll entgegen. Hier warten die nächsten Höhepunkte meiner Wanderung auf mich, das Wadi Rum und die Felsenstadt Petra. Vielen Dank allen Israeli und Palästinensern für Eure Gastfreundschaft!!!

Ingrid Denks
Hi Georg,
deine Schilderungen dieser Etappe und Fotos der Wüste Negev sind beeindruckend.
Mögen deine neuen Schuhe dich gut weitergeleiten. 😉
Alles Gute auch an deine Mutter…glaub da war was ‚Ungeplantes‘
Liebe Grüße,
Ingrid
Georg
Hi Ingrid,
die Schuhe passen bestens und Muttern geht es auch schon wieder besser ✌️✌️✌️
Liebe Grüße in die Bundeshauptstadt und dir auch weiter alles Gute, Georg🙋♂️
jj
Lieber Georg,
Danke für Deine Berichte.
Ich bin beeindruckt wie Du all die großen und kleinen Schwierigkeiten meisterst.
Mögen Dich Deine neuen Schuhe an viele schöne und friedliche Orte bringen.
Schöne liebe Grüße aus Linz
Hans
Georg
Lieber Hans,
vielen Dank und auch Dir weiterhin alles Gute!!!
Liebe Grüße vom Wadi Rum, Georg ✌️🙋♂️
Paul el suizo
Herzlichen Dank fuer deinen interesanten Bericht. Ich sende dir viel Bewunderung aus Kolumbien – in 8 Tagen gehts ja wiederum kurz nach Europa.
Georg
Vielen Dank Paul und wünsche dir auch eine schöne Zeit in der Schweiz✌️🙋♂️
Fredi
Hallo Georg, ganz schön anstrengend dein vierwoechiger Wüsten Trip, aber schön, oder? Da leidet selbstverständlich auch die Ausrüstung darunter. 48er sind wohl überall rar 🤔😏Wünsche dir weiterhin das Beste auf deiner Wanderung und liebe Grüße aus St. Veit 👍👣
Georg
Hallo Fredi,
ja, es war wunderschön, da nimmt man die Entbehrungen und Anstrengungen gerne in Kauf.
Ich habe normalerweise 45 oder max 46er Schuhgröße aber durch das viele Gehen werden auch die Füße größer😀🤞 platt getreten, quasi… 😇
Liebe Grüße und alles Gute dir weiter auch, Georg 🙋♂️
Sian R
Shalom Georg, That canyon looked like hard-going. But the Kibbutz sounds lovely. It must be a welcome respite before the last part of your trek, through to Eilat.
Did you feel the earthquake in Gaziantep in the early hours of Monday morning? It was huge (7.8) and had a serious effect as far as Adana in the west and Diyarbakir in the north east, with so far over 5000 people reported dead and the numbers rising. Let is hope and pray that all your kind hosts and their homes and families are safe.
Happy travelling,
Sian
Georg
Shalom Sian and Kiwi girl,
yes, the Kibbutz was a really good experience, I loved the easy going atmosphere and people very much.
In regards to the earthquake I did not feel anything here in the very south of Israel, I was informed by friends in Austria Monday morning… 🙂
I checked my hosts in this area and they are fine, my thoughts are with the wonderful turkish people…
Greetings from Timna Park in the Negev desert to Chelsea, Georg.