NEPAL 2019 – Teil 1

Anreise

07.11.2019: Vor ca. 3 Jahren war ich waehrend meiner Asienreise auch fuer 1 Monat in Nepal und dachte mir: Fuer dieses Land brauchst Du einfach mehr Zeit und ich werde wieder kommen. Es gibt hier soviele Berge, Berge und nochmals Berge – der Himalaya eben. Jetzt war also die Zeit gekommen. Wie immer gibt es noch viel zuhause zu erledigen bevor die Reise beginnen kann. Am 08.10.2019 ist es dann soweit und ich fliege mit der Quatar Airways von Wien via Doha nach Kathmandu, der Hauptstadt Nepals. Am Flughafen in Wien lerne ich Laura, eine junge Deutsche, kennen, die gerade mit Ihrem Studium an der BOKU in Wien fertig wurde und 2 Monate in Nepal verbringen wird. In Kathmandu angekommen besuchen wir die Swayambunath Stupa (Monkey Temple) und geniessen das angenehme Leben im touristischen Viertel Thamel. Waehrend ich mich fuer meine erste Trekkingtour in das Langtang Gebiet vorbereite faehrt Laura in den Chitwan NP wo sie als volunteer arbeitet. Gamba, den ich im Maya Home kennenlernte, gibt mir noch einige gute Tips fuer meine Trekkingtour im Langtang Gebiet.

Tamang Heritage Trail

Mit einem Bus gelange ich schliesslich von Kathmandu innerhalb 8 bis 9 Stunden nach Syabru Besi, dem Ausgangspunkt meiner Trekkingtour. Am Tag davor hatte ich mir noch das Busticket besorgt und an der Busstation Naan mit chicken curry gegessen. An dieses Essen dachte ich dann auch noch waehrend der ganzen Busfahrt. Gamba empfahl mir im alten Teil von Syabru Besi das View Point Resort und ich verbringe gleich zwei Naechte dort. Binita, die Eigentuemerin, bringt mich mit viel Tee wieder auf Vordermann und am naechsten Tag gehe ich am vormittag nach Chilime rauf. Es ist ein recht unspektakulaeres Dorf und ich mache einen Tagesmarsch nach Gatlang rauf. Ueberall wird Hirse, Gerste und andere Getreidesorten geerntet, die die Nepali auf kleinsten Terassen anbauen. In Tatobani uebernachte ich bei einer tibetischen Exilfamilie in einfachsten Verhaeltnissen. Es ist Tradition am Abend um den Ofen in der Kueche zu sitzen. Ein Einheimischer klagt an diesem Abend dass er bei der Strassenarbeit Schmutz in das rechte Auge bekam und so holte ich meine in Kathmandu besorgten Augentropfen. Schliesslich gebe ich ihm die Tropfen, dafuer musste ich den ganzen Abend Tschang (das lokale Bier, das meist aus Hirse oder Reis gemacht wird) mit Ihnen trinken. Wiederum geschwaecht gehe ich spaet abends ins Bett. Ngawang, die Tochter des Hauses, zeigt mich im Dorf herum und empfiehlt mir noch eine Unterkunft in Sherpa Gaun.

Mit Ngawang und Ihrer Familie vor Ihrem Zuhause in Tatobani, Tamang Heritage Trail. Von links nach rechts: Yangzom (Mutter), Ngawang, meine Wenigkeit, Norbu Tsering (Vater) und Dechen (juengere Schwester)

Dann heisst es Abschied nehmen von dieser herzlichen Familie und innerhalb einiger Stunden gelange ich nach Nagthali, das bereits auf ueber 3.000 Meter liegt. Hier wird gerade mit Holzpfluegen Kartoffel gegraben. Von einem auf ueber 3.600 Meter hohen Aussichtspunkt sieht man traumhaft schoen in das tibetische Hochland hinein. Da am naechsten Tag dann das Wetter schlecht wird beschliesse ich spontan via Thuman noch nach Timure zu gehen. Ziemlich geschlaucht erreiche ich erst bei Finsternis diesen eher schaebigen Grenzort zw Nepal und Tibet. Auch dunkle Gestalten versuchen mir noch ein Quartier anzudrehen, das ich jedoch gerne ablehne und mir selber eines suche. Am naechsten Morgen sage ich noch kurz “Nihau” (Hallo) an der Grenze bevor ich noch am selben Tag via Ling Ling nach Briddim gehe. Im Smile Home Stay bekomme ich gute Shyakpa, eine Sherpa Suppe und ich fuehle mich wieder gestaerkt. Am naechsten Tag treffe ich in Sherpa Gaun Ang Lakpa, der das Trekkers Guest House hier fuehrt. Er erzaehlt mir von einem Zwischenfall mit einem Suedkoreaner und einem Hollaender auf diesem Trail sodass ich froh bin heil durchgekommen zu sein. Es ist auch angedacht diesen Trail in naher Zukunft zu schliessen. So erklaert sich fuer mich jetzt auch im Nachhinein die Polizeikontrolle in Thuman…

Langtang Tal

Innerhalb von zwei Tagen steige ich dann von Sherpa Gaun nach Kyanjin Gompa auf, das bereit auf ueber 3.700 Meter liegt. Im Trekker Home lerne ich Tindi Sherpa, den Koch, kennen. Wir freunden uns an und er gibt mir einige gute Tips fuer Tagesmaersche von hier aus. Am ersten Tag starte ich gleich um 6h frueh auf den nahegelegenen Tserko Ri (4.984m), den ich bereits vor 12 Jahren schon einmal bestiegen habe.

Am Gipfel de Tserko Ri (4.984m)

Die Aussicht von da oben ist grandios und reicht vom Langtang Himal (Gebirge), dem Yala Gipfel (5.500m) und dem Ganja La Pass, ueber dem man von hier aus auch wieder zurueck nach Kathmandu kommen kann. Mit Einheimischen gehe ich ueber die Rueckseite des Tserko Ri’s wieder zurueck nach Kyanjin Gompa. Am naechsten Tag gehe ich es ruhiger an, ich gehe zum Langtang Gletscher.

Langtang Lirung (7.227m) mit seinen zwei Gletschern in der Naehe von Kyanjin Gompa.

Danach bringt mir Tindi ein wenig Nepali bei und ich lese ein wenig im 1954 erschienenen Buch “Cho Oyu – Gnade der Goetter” von Herbert Tichy. Ich hatte es von zuhause mitgebracht. Beim Abstieg schlafe ich eine Nacht im Riverside und am naechsten Morgen treffe ich am Weg nach Thulo Shybru wieder die vierkoepfige deutsche Gruppe, die ich bereits beim Aufstieg ins Langtang Tal kennenlernte. Arne mit seiner Frau Anita, Katja und Bettina. Wir sollten uns spaeter und auch dann nochmals in KTM treffen. Gokarna, ihr guide, gibt mir gute Tips welche Touren seit kurzem auch ohne guide moeglich sind, zB, Kanchenjunga, Mustang, etc…

Gosaikunda & Helambu

In Thulo Shybru quartiere ich mich im Nepal View Hotel ein. Die Kueche ist hier in Nepal uebrigens traumhaft gut, Momos, Shyakpa, Dal Bhaat (Power 23 hours, half an hour toilet, half an hour shower…:-) – der Spruch stammt von Gokarna), Tsampa, etc… Am naechsten Morgen wird der letzte Tag des Tihar (Fest der Lichter) gefeiert, an dem die Toechter den maennlichen Familienmitgliedern eine tika, ein Segenszeichen im Hinduismus, auf die Stirn malen und sonst auch noch mit Blumen schmuecken. Auch ich werde Teil der Zeremonie und Reeta, die Tochter des Hotels, malt mir eine tika mit sieben verschiedenen Farben auf die Stirn. Die sieben verschiedenen Farben symbolisieren die sieben verschiedenen chakra, also die sieben verschiedenen Zentren spiritueller Kraft im menschlichen Koerper. Reeta hat einmal ein Jahr in D gearbeitet und ich werde sie heute Abend uebrigens wieder zum Essen in KTM treffen.

Tihar Fest, Fest der Lichter, in Thulo Shybru

Nach dieser Zeremonie gehts dann steil hinauf durch wunderschoenen, tropischen Maerchenwald nach Sing Gompa wo ich mit der dt Gruppe in der gleichen Unterkunft schlafe. Gokarna und Arne machen mir hier den Kantsch (Kanchenjunga) schmackhaft, wer weiss vielleicht wird’s ja was im naechsten Maerz. Fruehmorgen um 06:30 starte ich dann alleine noch zum heiligen See Gosaikunda (4.380m), den ich um die Mittagszeit erreiche. Zuerst umrunde ich ihn in der falschen Richtung (Umrundung immer im Uhrzeigersinn), dann trete ich auch noch einen Stein los, der Gott sei Dank niemanden erwischt. Der See scheint irgendwie was zu haben. Am Abend verabschiede ich mich vorerst einmal wieder von der dt Gruppe da ich noch eine zweite Nacht hierbleibe und sie weitergehen. Ich hatte vom Suriya Gipfel (5.145m) gehoert, und um ca 7h morgens starte ich alleine zum Aufstieg. Die Steinmaennchen sind die einzige Orientierungshilfe und ich schaffe es via der Rueckseite des Berges bis zum Fusse des Gipfels. Dort treffe ich Franzosen mit Ihrem guide und wir gehen die letzten paar hundert Meter gemeinsam zum Gipfel. Traumhaft schoener Blick auf den Manaslu (8.163m, achthoechster Berg der Erde), Annapurna II, Machapuchare (Fishtail), etc.

Blick vom Suriya Gipfel (5.145m) auf den Himalaya. Ganz rechts der Manaslu, mit 8.163m der achthoechste Berg der Erde.

Erinnerungen und ein wenig Wehmut kamen auf an meine Manaslu Umrundung vor ca 3 Jahren. Beim Abstieg lasse ich dann noch irgendwo meine kleine Tagestasche mit der Trinkflasche liegen und ziemlich entkraeftet (und dehydriert) komme ich wieder am Abend in der Unterkunft an.

Am Gipfel des Suriya Peaks (5.145m).

Am naechsten Morgen war ich wieder aufgetankt (mit viel Tee und Wasser…:-)) und bevor ich weitergehe umrunde ich den heiligen See nochmals in seiner ganzen Laenge (und diesmal in der richtigen Richtung!) sodass ich doch noch Frieden mit ihm finde. Danach geht’s relativ schnell via Helambu und mehreren Ortschaften wie Phede, Ghopte, Kutumsang und Chisapani zurueck nach Sundarijal. Von hier war es mit einem Bus nur mehr ca 2 Stunden und ich war wieder in der Hauptstadt Kathmandu. Hier habe ich mir wieder eine neue Tasche und Trinkflasche besorgt, das indische Visum beantragt, permits beantragt, etc… Ich werde hier noch ein paar Tage rasten bevor es zu meiner naechsten Wanderung aufgeht. Mehr dazu im naechsten Bericht.

26 Kommentare

    Chris

    Hello Georg, our hero!

    Urschön von Dir zu hören – Lili und ich freuen uns riesig über die beeindruckenden Fotos und die ausführlichen Berichte.

    Mein Lieber Alles GUTE – viel Freude, Erfolg, Spass, Wohlergehen und Gottes Segen – und weiter toi toi toi für Dein super Nepal Projekt!

    Beste und liebe Grüsse Christian und Lili

      Georg

      Hello Christian,
      vielen Dank!
      Wünsch Dir und Lili eine schöne Vorweihnachtszeit und weiter auch alles Gute!
      Liebe Grüsse aus Kathmandu, Georg.

    Sigrid Ilgner-Pacher

    Lieber Georg, du hast meine tiefe Bewunderung (vor allem als Flachländerin – Niedersachsen). Deine Berichte sind schon jetzt wie ein Buch, bei dem man bereits
    auf das nächste Kapitel lauert. Du musst eine unglaubliche Kondition haben um das
    alles zu schaffen und zu genießen (und dann noch mit Durchfall und verlorener Wasser-
    flasche). Danke, dass du mich – die ich nie auch nur ansatzweise in solche Gegenden
    kommen werde, auf deinen Reisen virtuell mitnimmst.
    Liebe Grüße Sigrid

      Georg

      Liebe Sigrid,
      gerne, uns freut mich wenn Dir meine Geschichten gefallen.
      Liebe Grüße nach Wien, Georg.

    Klaus

    Junge, ziemlich farbenfroh…ich find du bist eh fesch mit dem tika, brauchst es ja bei den anderen Fotos nicht immer hinter der Haube verstecken….
    Good luck, old fella und keep on walking!

      Georg

      Vielen Dank! Der tika ging leider am selben Tag noch runter, die Farben halten nicht lange🙂
      Grüße von der nächsten Tour im Solu Khumbu Gebiet, Georg.

    Haider Hermann

    Servus Georg!
    I mal mir jetzt a an tika auf die Stirn, umrunde das Freibad in richtiger Richtung und hoffe, das ich auch gesund und munter bleibe ;-))
    Dank dir für Bericht & Bilder, werd dich wieder “verfolgen” …
    Hermann (Haider) aus deiner Heimat!!!

      Georg

      Servus Hermann,
      haha, ja mach das einmal, das wär was… Um diese Jahreszeit bleibst vielleicht eh ungesehen wenn Du Glück hast🙂
      Grüsse retour in die Heimat und viel Spaß beim ‘Verfolgen’, Georg.

    Walter

    Servus Georg,
    obwohl Bergbauernbub krieg i schon ka Luft mehr wenn ich nur lese, in welchen Höhen Du Dich da rumtreibst 🙂 Weiterhin Hals- und Beinbruch und vielen Dank, dass Du uns wieder ein wenig an Deiner Reise teilnehmen lässt. Tolle Stories, schöne Bilder!!
    Bleib gesund!
    LG, Walter

      Georg

      Hallo Walter,
      vielen Dank und freut mich wenn Dir meine Geschichten gefallen. Das mit der Höhe ist übrigens nicht so schlimm. Das Wichtigste ist einfach sich möglichst langsam an die Höhe heranzutasten und viel Tee und heißes Wasser zu trinken, dann geht das in der Regel schon.
      Wünsch Dir auch weiter alles Gute und bis bald wieder einmal bei einem Ex-IGA Treffen in Wien, Georg.

    Ingrid Denks

    Hi Georg,
    ich bin immer wieder ‘geflashed’ von deinen Berichten – einfach ‘wow’.
    Vielen Dank, dass du ‘uns’ an deinen Erlebnissen teilhaben lässt.
    Weiterhin alles Liebe, i.

      Georg

      Hi Ingrid,
      gerne, gerne…
      Alles Liebe Dir weiter auch, Georg.

    Susanne

    Lieber Georg, vielleicht solltest Du ein Buch schreiben, ich denke, dass es viele Leute gibt, die Deine Reisen gerne noch detaillierter mit Dir virtuell begleiten würden. Allerdings bewundere ich schon Deine jetzigen Aufzeichnungen im Blog, ich wäre während meines Nepaltrips nicht in der Lage gewesen, ein Tagebuch bzw.einen Blog zu führen. Die 12 Stunden im Zelt hab ich täglich ausschließlich zum Regenerieren benötigt. 😉
    Ich wünsche Dir weiterhin eine perfekte Kombination aus Mut und Glück, sauge das Schöne auf wie ein Schwamm und träufel es auf uns Daheimgebliebenen… alles, alles Liebe, Susanne

      Georg

      Liebe Susanne,
      vielen Dank für Deine schönen Worte, Mut und Glück kann man immer brauchen!
      Ich überleg schon länger einmal ein Buch über meine Reisen zu schreiben. Aber irgendwie war bis jetzt bei mir zuhause immer etwas anderes wichtiger. Vielleicht ändert sich das ja jetzt einmal… Aber es freut mich wenn Dir meine Geschichten gefallen und ich Dir ein wenig von dem Erlebten nachhause schicken kann.
      Wünsch Dir auch weiter alles Gute und liebe Grüße von Kathmandu nach Wien, Georg.

        Susanne

        …wenn Du Dein Buch schreibst, biete ich mich gerne als Lektor an. Das kann ich, glaub ich, ganz gut… 🙂

        Georg

        …wow, das nenn ich ja ein Angebot🙂 werde gegebenenfalls darauf zurückkommen…😉 hab auch das Gefühl, daß Du das gut kannst…

    Peter Übleis

    Interessanter Bericht, vielleicht verschlägt es uns auch mal ins Langtang, angedacht wäre es. lg Peter

      Georg

      Danke🙏 und ja, diese Tour ist selbst im Oktober nicht überlaufen und kann ohne guide/porter gemacht werden.
      Solltest Du einmal mehr Infos brauchen, let me know…
      LG aus Kathmandu, Georg.

    Herbert

    Du Held, wir sind aber eh fast ums Eck, Nawalgarh, Rajastan, wenn Du uns brauchst. Wir essen und trinken hier recht viel und gut und somit sinnlos gut in Form😉 LG Herbert und Karin

      Georg

      Hallo Herbert,
      lasst es Euch gut gehen in Indien mit lassi, naan und curry, die gute Form ist immer wichtig 🙂
      Liebe Grüße, auch an Karin, Georg.

    Martina Tomani (Maier )

    Wow, sehr spannend und erlebnisreich! Ich wünsche dir noch sehr viele schöne Geschichten,freue mich wenn ich teilhaben darf und komm wieder gut nach Hause!
    Glg Martina

      Georg

      Liebe Martina,
      vielen Dank und freut mich wenn Dir meine Geschichten gefallen.
      Liebe Grüße aus Kathmandu, Georg.

    Paul Hofmann

    Danke dir Jorgito fuer diesen sehr interessanten Bericht und es freut mich riesig, von deinen Aktivitaeten im Pensionsalter zu hoeren.
    … wir haben ja schon einiges aehnlich!

      Georg

      Gerne Pablo… jaja, damals als wir uns beinahe vor 20 Jahren an den Iguazu Wasserfällen kennenlernten. Du hast mir schon damals ein wenig vorgezeigt was im Leben wichtig ist😎
      Saludos de Nepal a Columbia, Jorgito.

    Hinterleitner

    hallo georg
    alles gute aus österreich und wirklich tolle bilder und berichte die du uns immer zur verfügung stellst..
    freue mich auf ein wiedersehen.. bleib gesund und melde dich..

      Georg

      Danke Dir Franz!
      Wünsch auch Dir alles Gute und freu mich auch schon auf ein Wiedersehen mit Dir!

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