KUWAIT:
24.2. Heute morgen war es dann soweit. Nach beinahe drei Monaten verließ ich Saudi. Ein Bengali bringt mich mit seinem Auto zu einer Tankstelle am anderen Ende der Stadt. Von dort gelange ich mit einem pakistanischen LKW Fahrer zu einem Restaurant vor der Grenze zu Kuwait. Hier wechsle ich meine restlichen saudischen Rial in Kuwaiti Dinar um und schon bin ich an der Grenze. Auch diese Grenze darf man nicht zu Fuß gehen und der Grenzbeamte organisiert mir eine Mitfahrgelegenheit in einem Auto. Dann mache ich das Visa on Arrival, zahle 10 Kuwaiti Dinar (knappe 30€) und eine Viertelstunde später sitze ich gemütlich in einem Auto Richtung Kuwait City. Der Fahrer ist Chef des kuwaitischen Geheimdienstes und erzählt mir, dass der Geheimdienst hauptsächlich Drogendealern auf der Spur sind.

Das Land hat insgesamt 3,5 Mio Einwohner, davon sind 1 Mio Kuwaitis, der Rest vorwiegend Inder, Ägypter und andere Nationalitäten. Das Land ist reich und hat viel Öl. Jeder Kuwaiti bekommt bei der Hochzeit ein Haus vom König geschenkt. Dazu noch 6.000 Kuwaiti Dinar als Startkapital in der Ehe. Der kuwaitische Dinar (KD) ist übrigens die stärkste Währung weltweit, 1 KD entspricht ca. 3 €. Der nette Kuwaiti bringt mich bis ins Zentrum von Kuwait City und verabschiedet sich dann mit den Worten ‚Welcome to Kuwait‘.

Beim Mubarakiah Markt kaufe ich mir dann Shrimps in Sauce und Fladenbrot dazu, das ich in einer Tiefgarage hinter einem geparkten Auto esse. Ramadan lässt grüßen… Dann erhole ich mich bei der großen Marktmoschee bevor ich zu Fuß zu den bekannten Wassertürmen von Kuwait gehe.

Mit einem Aufzug fahre ich in einem Turm hoch und genieße die Aussicht auf die Stadt und den persischen Golf.

Um ca. 18h komme ich wieder zur Moschee, wo Gratisessen verteilt wird. Mit einem deutschen Studenten aus Erfurt trinke ich einen Cay, während die Gläubigen beten. Als das Abendgebet vorbei ist, gehe ich in die Moschee und frage den Immam ob ich in der Moschee schlafen könne. Leider verbieten das die Regeln hier in Kuwait. Es entsteht eine Diskussion bei den Männern und schließlich sagt man mir, dass mich der Imam in ein Hotel bringen wird. Das Zimmer geht auf seine Rechnung, unglaublich auch hier die Gastfreundschaft. Ich liege derzeit bereits frisch geduscht in weißen Laken und freue mich morgen schon auf den Irak.
25.2. Ich frühstücke im Hotel meine übriggeblieben Shrimps von gestern Mittag und gehe dann zu Fuß zur Busstation.

Dort erfahre ich, dass es einen Bus nach Jahra gibt. Es sind ca. 40 km und die Fahrt kostet einen Viertel Kuwaiti Dinar, umgerechnet ca. 70 Cent. In Jahra angekommen, gehe ich dann wieder ca. eine halbe Stunde zu Fuß und probiere mein Glück bei einer Tankstelle. Schnell findet sich eine Mitfahrgelegenheit in einem Transporter, der mich bis ca. 20km vor der Grenze zum Irak mitnimmt. Die letzten 20 km zur Grenze nimmt mich ein Taxi mit. Ich gebe ihm mein ganzes Geld, das ich noch in Kuwaiti Dinar hatte. Es waren 0,7 KD, umgerechnet ca. 2 Euro. Bei der Grenze erklärt mir ein Grenzbeamter, dass man wieder einmal die Grenze zu Fuß nicht passieren darf. Dafür gebe es aber einen Bus, der einem für 1 KD über die Grenze bringt. Ich habe noch ein paar 1 Dollar Scheinchen, mit denen ich bezahle. Die Grenzformalitäten sind letztendlich sehr einfach und in ca. einer halben Stunde stehe ich zum ersten Mal in meinem Leben im Irak.
IRAK:
Die Grenzstadt heißt Safwan, wo ich in einem kleinen Geschäft irakische Dinar abheben kann. 1 Euro entspricht ca. 1.500 irakische Dinar. Dann kaufe ich mir gleich auch eine ZAIN SIM Karte, damit ich wieder vernünftig navigieren kann. Ein Taxi mit mehreren Leuten bringt mich dann in das ca. 40 km entfernt liegende Basra. Basra ist die einzige Hafenstadt im Irak und ist mit ca. 2 Mio Einwohnern die drittgrößte Stadt im Irak.
Für 30.000 irakische Dinar (IQD), also ca. 20 Euro, die Nacht quartiere ich mich im Al Buraq Hotel ein. Ich raste mich zuerst ein wenig im Zimmer aus bevor ich nach Sonnenuntergang Abendessen gehe. Ich bestelle nur gebratenes Hendl mit Reis, letztlich füllen sie den Tisch mit ca. zehn verschiedenen Speisen an. Unglaublich viel und gut! Nach einem Abendspaziergang komme ich wieder in mein Zimmer zurück und schreibe diese Zeilen. Es war ein gelungener Start in einem neuen Land für mich.


26.2. Ich konnte letzte Nacht kaum schlafen weil ich soviel am Vorabend gegessen habe… 😃 Also starte ich heute nur mit ein paar Datteln und Walnüssen in den Tag. Das Frühstück, das im Preis inkludiert ist und während des Ramadan auf das Zimmer kommt, hebe ich mir zum Mittag- und Abendessen auf. Ich durchstreife heute das Hafengebiet von Basra, das eines der größten weltweit ist.


Basra liegt am Schatt al-Arab, dem Fluss, der beim Zusammenfluss von Euphrat und Tigris entsteht und in den Persischen Golf mündet.


Beim Überqueren einer Brücke werde ich von der Polizei nach meinem Pass gefragt. Die Farbkopie meines Passes und des Irakvisums reicht Ihnen letztlich auch und Sie lassen mich wieder weitergehen.



Zur Mittagszeit komme ich wieder in das Hotel zurück, esse einen Teil meines Frühstücks und mache eine angenehme Mittagspause. Die letzten Tage waren dann doch ziemlich intensiv mit vielen Grenzübergängen, verschiedenen Mitfahrgelegenheiten, etc. Da tut ein Nickerchen auch wieder einmal gut. Am Nachmittag erklärt mir Khalid in der Rezeption, dass ich mir den alten Stadtteil von Basra anschauen soll. Er ist nur ca. 3 km von meinem Hotel entfernt und so mache ich mich zu Fuß dorthin auf.







Entlang eines Kanals in Basra steht eine Reihe traditioneller Häuser aus dem 16. und 17. Jahrhundert, die Shanasheel oder Mashrabiya genannt werden – ein wunderschönes irakisches Erbe, das heute aufgrund von Vernachlässigung und aufeinanderfolgenden Kriegen verfällt. Die UNESCO renoviert Shanasheel von Basra, bekannt für ihre Häuser mit Holzbalkonen im osmanischen Stil. Danach gehe ich in den alten Markt gegenüber der Hauptstraße um etwas Brot und zum Trinken zu kaufen. Dabei komme ich auch bei einem Tiermarkt vorbei, der mir doch auch etwas die Augen öffnet.


Danach ist es schon spät und ich fahre mit einem Tuktuk zurück ins Hotel. Hier esse ich das restliche Frühstück und liege derzeit frisch geduscht im Bett und schreibe diese Zeilen.
27.2. Gut ausgeschlafen bekomme ich heute bereits um 7h das Frühstück auf das Zimmer serviert. Dann gehe ich entlang des Schatt al-Arab zum ehemaligen Palast von Saddam Hussein. Hier ist das kulturelle Museum von Basra untergebracht. Heute ist Freitag und als ich bei einem Tor vorbei komme, das von der Armee bewacht wird, erklärt man mir, dass heute geschlossen sei. Ich lerne Msched, ein Angehörigen der Armee kennen und wir verstehen uns sehr gut.

Keine zehn Minuten später kommt ein Auto mit einem örtlichen guide und drei Touristen vorbei. Es entsteht eine Diskussion und Msched sagt, dass ich warten soll. Und tatsächlich, es wird jemand vom Museumsteam angerufen und keine weiteren 10 Minuten später erfahren wir, dass das Museum offen sei. Die drei Touristen sind aus Litauen und sie nehmen mich in ihrem Auto mit.


So gut wie alleine können wir uns nun die verschiedenen Galerien aus der Zeit der Sumerer, Babylonier, Assyrer und der islamischen Zeit anschauen. Schon alleine das Gebäude ist sehenswert. Allerdings auch die Ausstellung, die gut beschriftet ist.

Sie entwickelten die Keilschrift, daß Rad, errichteten Stadtstaaten, betrieben künstliche Bewässerung und legten Grundlagen für Verwaltung und Astronomie.

Letztlich geht es in den ersten Stock hinauf, von wo man die einen schönen Blick auf die Stadt und den Schatt al-Arab hat. Saddam Hussein hat alleine hier in Basra mehrere Paläste bauen lassen. Meist nur für einzelne Veranstaltungen…

Nach mehr als drei Stunden Besichtigungszeit bringt mich ein Armeeangehöriger mit seinem Auto wieder raus zum Tor. Der Palast befindet sich in einem Armeegebiet. Die anderen Paläste werden von der Armee verwendet.

Am Nachmittag komme ich wieder ins Hotel zurück und plane meine Weiterreise. Am Abend gehe ich noch einmal zum Schatt al-Arab und gehe die Uferpromenade auf und ab. Es herrscht reges Treiben hier. Dann wechsle ich noch USD in irakische Dinar. Mit einem Einheimischen trinke ich dann noch ein paar cay während im Freien Domino gespielt wird. Wir unterhalten uns auch über die derzeitige Situation im Nahen Osten und den Spannungen zwischen dem Iran und der USA/Israel. Ein wenig erinnert mich die Atmosphäre an die Türkei.

28.2. Heute geht es frühmorgens mit einem shared taxi nach Al Qurna, dem Ort, an dem der Euphrat und die Tigris zusammen fließen und den Schatt al-Arab bilden.



Hier ist auch geografisch gesehen das Ende von Mesopotamien, dem antiken Zweistromland zwischen Euphrat und Tigris.

Hier am Zusammenfluss sehe ich auch zum ersten Mal auf meinem Handy, dass der Angriffskrieg der USA und Israel gegen den Erzfeind Iran begonnen hat. Mit einem Taxi gelange ich dann in die Nähe der Ortschaft Chibayish in der irakischen Marschlandschaft.

Ich bin hier mit Mustafa verabredet und er bringt mich mit seinem Boot zu meiner Unterkunft.

Ich werde in einem Schilfhaus bei den sogenannten Marscharabern übernachten. Die Zahl der Marscharaber, die in den 1950er Jahren noch eine halbe Million betrug, ist laut den vereinten Nationen im Irak auf nur noch ca. 20.000 gesunken. Klimawandel, Staudämme flussaufwärts und jahrzehntelanges Missmanagement haben fruchtbares Land in Staub verwandelt, Familien aus ihren Häusern vertrieben und die nationale Stabilität bedroht. Der liebenswerte Abu Rafid weist mir meinen Schlafplatz zu und ich verbringe ein kleines Nickerchen.


Anschließend sehe ich mich in dem kleinen Dorf östlich von Chibayish um und spiele mit Kindern.

Als die Sonne sich dem Horizont nähert starten Mustafa und ich eine Bootsfahrt durch die Sumpflandschaft.

Wunderschöne Vogelwelt und im Wasser schwimmende Wasserbüffel und immer wieder Schilfhäuser.

Zufrieden kommen wir gegen Abend wieder zurück in die Unterkunft. Bei Abu Rafid bekomme ich einen gegrillten Fisch mit Fladenbrot serviert.

Dann gehe ich früh schlafen und beobachte noch ein wenig die Neuigkeiten. Der Iran schlägt zurück und nimmt vorwiegend US Basen am Golf ins Visier. Bahrain, Katar, Kuwait und selbst Dubai kamen ins Visier. Auch die Lufträume wurden in mehreren Ländern gesperrt und Flüge werden storniert. Auch die Landgrenze zwischen Kuwait und dem Irak wurde gesperrt. Ich bin froh hier zu sein und werde meine Überlandtour Richtung Norden und der Türkei mit erhöhter Vorsicht weiter verfolgen.
1.3. Noch in der Nacht las ich vom vermeintlichen Tod von Ayatollah Ali Khamanei. Am Morgen wurde dies auch vom iranischen Staatsfernsehen bestätigt. Abu Rafid ist Sunnit und ich kann spüren, wie er sich heimlich freut… Der Angriffskrieg geht unterdessen weiter. Wir werden sehen was die Zeit bringt, sowohl für den Iran als auch die gesamte Umgebung. Ich beschließe angesichts der Lage hier noch einen weiteren Tag zu verbringen.




Abu Rafid und ich besuchen seinen Bruder und trinken cay. Zurück im Schilfhaus bringt mir Abu Rafid mein Mittagessen. Während ich eine kleine Mittagspause einlege, schreibe ich diese Zeilen. Am Nachmittag zeigt mich Abu Rafid ein wenig bei seinen Freunden im Dorf herum. Es gibt Einladungen zum Kaffee und Tee, auch hier wird die Gastfreundschaft groß geschrieben. Nach dem Abendessen gehe ich heute früh schlafen. Ein Geräusch lässt mir keine Ruhe und ich gehe ins Freie. Hier ist auch Abu Rafid’s Frau und wir beobachten wie zwei Raketen über unsere Köpfe in den Iran fliegen. Bedrückend wenn man weiß, was die anrichten können…
2.3. Frühmorgens bringt mich Abu Rafid nach dem Frühstück zur Straße und schnell bleibt ein Auto stehen, das mich nach Chibayish bringt. Von dort gelange ich mit einem anderen Iraker in die Stadt Nasiriya. Ich quartiere mich hier im Zam Zam Hotel für 30.000 irakische Dinar ein. Das hört sich viel an, doch der Kurs für 1 Euro liegt bei zw 1.500 und 1.750 Dinar, je nach dem ob man mit Karte bezahlt oder USD einwechselt. Das Museum ist leider aufgrund der dreitägigen Staatstrauer wegen dem Tod ihres Ayatollahs Ali Khamanei nicht offen. So bringt mich ein weiteres Taxi die ca. 20 km für umgerechnet ca. 5 Euro nach Ur.

Ur ist eine der ältesten sumerischen Stadtgründungen und altes Zentrum in Mesopotamien. Ein Zikkurat (Tempelberg) des Mondgottes Nanna gehört zu ihren wichtigsten Bauwerken. Die Anfänge der Stadt reichen bis ca. 4000 v. Chr. zurück. Zurück im Hotel zeigt mir der Hotelangestellte ein gutes Restaurant, wo ich mir Reis und Bohnen schmecken lasse. In der Hotellobby treffe ich Matjas, einen Slowenen, der ebenfalls Richtung Norden unterwegs ist. Wir tauschen unsere Nummern aus, wer weiß ob wir uns Richtung Norden noch einmal wo treffen werden. Ich gehe am Abend noch einmal ins gleiche Restaurant essen und liege derzeit schon wieder im Bett. Morgen geht es weiter Richtung Uruk und Najaf.
3.3.
Mit verschiedenen Autos gelange ich nach Samawa, wo mir ein Einheimischer bei der Hotelsuche behilflich ist. Dann geht es mit einem Taxi in die ca. 50 km entfernte antike Stadt Uruk. Als wir vor dem verschlossenen Tor stehen, erklären uns zwei Polizisten, daß Uruk seit zwei Tagen aufgrund des Nahostkrieges gesperrt sei.

Nun gut, ein wenig enttäuscht treten wir den Rückzug zurück nach Samawa an. So habe ich heute den ganzen Tag für diese Stadt, mit dem ich nicht gerechnet habe. Ich telefoniere mit zuhause und Freunden und streife anschließend durch den lebendigen Markt der Stadt.




Am Abend werden im Markt auf einem langen Tisch Datteln zur freien Entnahme aufgetischt, dazu gibt es selbstgemachtes Laban. Am Rückweg zum Hotel gehe ich über zwei Portraits, die am Boden angebracht sind. Es sind die Portraits von Netanjahu und Trump. Mit den Füßen auf jemanden steigen ist so ziemlich die größte Schande, die man diesen Personen antun kann. Im Irak gibt es ca 75% Schiiten und ca 25% Sunniten. Die Schiiten sind solidarisch mit dem Iran, sie trauern auch um den Ayatollah…
4.3. Frühmorgens esse ich ein wenig Brot im Zimmer gemeinsam mit ein paar Datteln, die ich noch von Saudi dabei habe. Dann geht es mit einem Kleinbus um 6k IQD (umgerechnet ca 4€) in das ca. 150km entfernte Najaf.


Najaf ist vor allem dafür bekannt, dass hier vermutlich Imam Ali begraben ist. Ich quartiere mich im Zamzam Hotel ein und wenig später sitze ich schon vor dem Heiligen Schrein von Imam Ali. Für die Schiiten ist dies die drittheiligste Stätte, zu der viele Gläubige pilgern.



Ali ist der Cousin, Schwiegersohn und Gefährte des Propheten Mohammed. Die Schiiten betrachten Ali als ihren ersten Imam und rechtmäßigen Nachfolger von Prophet Mohammed,während die Sunniten ihn als vierten Raschid-Kalifen ansehen. Sehr ruhig und spirituell dieser Ort und ich bleibe fast drei Stunden drinnen. Nach einem Mittagessen besuche ich den nahegelegenen Wadi Al-Salam Friedhof.



Es ist dies der größte Friedhof der Welt und vom 5. Stockwerk einer Parkgarage bekommt man erst ein richtiges Bild von diesem gewaltigen Friedhof. Den restlichen Nachmittag verbringe ich noch in der Kufa Moschee, einer der ältesten Moscheen im Irak.



Danach fahre ich noch einmal zum Heiligen des Imam Ali und schaue den Gläubigen beim Abendgebet zu.


In einem kleinen Restaurant esse ich Kebab, dann komme ich wieder ins Hotel zurück. Ich dusche mich wieder einmal und liege gerade in einem schönen weichem Bett. Morgen geht es via Babylon nach Kerbala.
5.3. Mit mehreren Fahrzeugen gelange ich heute so kurz nach 9h vormittag zu den antiken Stätten von Babylon. Babel, wie es hier genannt wird. Der Eintritt kostet 25 kIQD (ca. 15€), für irakische Verhältnisse nicht gerade billig. Ich hinterlege meinen Rucksack beim Eingang. So kann ich mir in aller Ruhe alles anschauen.

Babylon war als Hauptstadt Babyloniens eine der wichtigsten Städte des Altertums. Sie lag am Euphrat, etwa 90 km südlich von Bagdad im heutigen Irak. Die Blütezeit lag zwischen 1800 und 140 v. Chr. Die bekanntesten Könige Babyloniens waren Hammurabi I. (1792 bis 1750 v. Chr.) und Nebuchadnezzar II. Es wird geschätzt, dass Babylon von ca. 1770 bis 1670 v. Chr. und wiederum von ca. 612 bis 320 v. Chr. die größte Stadt der Welt war.



Vom Turmbau zu Babel ist allerdings nichts mehr zu sehen. Zurück bei meinem Rucksack mache ich eine kleine Rast, während der Eintrittskartenverkäufer sein Mittagsgebet verrichtet. Wieder mit mehreren Fahrzeugen und einem Taxi gelange ich in die Stadt Kerbala. Kerbale, wie sie hier von Einheimischen auch genannt wird. In Kerbala sind sowohl Hussain als auch sein Halbbruder Abbas begraben. Sie sind beide Söhne von Ali und sind jeweils in einem eigenen Schrein begraben.


In der Schlacht von Kerbala, die am 10. Oktober 680 n. Chr. bei Kerbala stattfand, wurde der Prophetenenkel Husain (Hussein) ermordet. Ebenso sein Halbbruder Abbas. Die Schlacht bei Kerbala gilt als eine der tragischsten Vorfälle für die Schiiten. Die Schlacht festigte die Spaltung der Muslime in Schiiten und Sunniten.

In den beiden Schreinen herrscht massives Gedränge. Knappe 100 Mio. Schiiten kommen jährlich nach Kerbala um Imam Hussein und seinen Halbbruder al-Abbas zu besuchen. Am Abend wird dann Essen ausgeteilt.

Das sogenannte Iftar, das Abendessen, mit der Muslime während des Ramadans nach Sonnenuntergang ihr Fasten brechen. Auch ich nehme teil und danach gibt es auch noch Tee.


Am Rückweg ins Hotel kehre ich dann noch in ein verwegenes Shisha Cafe ein, bei dem sich die Einheimischen um halb acht am Abend ‚Sabah al chair‘ (Guten Morgen) wünschen.

Viele Muslime schlafen am Tag und werden nachtaktiv, so macht ihnen das Fasten untertags auch weniger aus:-) Morgen geht es weiter in die Hauptstadt Bagdad.
Zusammenfassung:
Der Irak ist im Vergleich zu den anderen Ländern im Nahen Osten schon noch einmal eine andere Kategorie. Vor allem während des kürzlich begonnenen Krieges zeigt sich hier die Nähe zum iranischen Regime. Es wurde und wird um den iranischen Ayatollah getrauert. Der Ramadan wird hier deutlich weniger streng gelebt als in Saudi. Auch die Frauen zeigen hier ihre Gesichter, niqabs sieht man hier nur ganz selten. Es ist ein geschichtsträchtiges Land, in dem die ersten Hochkulturen entstanden. Der Einfluß der Osmanen und Perser ist spürbar. Angesichts der aktuellen Ereignisse fühle ich mich hier im Irak immer noch relativ sicher und werde wie geplant meinen Weg Richtung Norden und der Türkei fortsetzen.

Hildburga Gartler
Hallo, Gertrude, meine Schwester, hat mir die Bilder geschickt. Einen kleinen Teil deiner Reise kenne ich, aber nur mit einer Gruppe.
Ich wünsche dir noch viele interessante Erlebnisse…. und komm gut wieder heim! LG Buri
Georg
Hallo Buri,
vielen Dank und habe auch schon gehört von Dir.
Liebe Grüße zurück nach Österreich, Georg
Sven
Hallo Schorschi,
man kann nicht gerade behaupten, dass Deine Reise weniger interessant wird, je länger sie dauert…
😉😃
Herzliche Grüße
Sven
Georg
Hallo Sven,
so kann man es wirklich gut beschreiben 😁👍
Herzliche Grüße aus Bagdad in die Heimat,
Georg