Die Gastfreundschaft in Salem’s Zuhause kennt beinahe keine Grenzen. Den nächsten Tag verbringe ich hauptsächlich im Haus von Salem. Ich erhole mich von der 9-tägigen Wanderung von Haql nach Tabuk und schreibe auch seit längerer Zeit wieder einmal in meiner Webseite. Gegen Abend kommen wieder Freunde von Salem und es gibt ein Gericht mit Vögel aus der Wüste und Brot.

Danach wird bis in die frühen Morgenstunden Karten gespielt und viel gelacht. Am nächsten Morgen frühstücke ich mit seinem Bruder, um 12h mittags 🙂 auch die Saudis sind nachtaktiv.

Dann bringt mich Mohammed, der sudanesische Fahrer von Salem, mit einem Toyota in das Stadtzentrum von Tabuk. Es gibt hier einiges zu sehen. Zuerst besuche ich die alte Zugstation der Hedschasbahn.

Die Hedschasbahn verband früher Damaskus und Medina und wurde 1908 in Betrieb genommen. Dann kam der 1. Weltkrieg und sie wurde weitgehend zerstört und kam zum Erliegen. Heute ist es ein Museum, in dem noch eine alte Lok ausgestellt wird.

Die Stadt wirkt sehr modern mit ihren vielen weißen Häusern und Moscheen. Um 17h holt mich dann Mohammed von der Zugstation ab und ich verbringe einen ruhigen Abend. Es werden drei bis vier Tage werden bis ich das Wadi Disah erreiche. Und am Weg dorthin nur wenig Infrastruktur. So kaufe ich noch ein wenig Proviant ein und mache mich frühmorgens am Montag, den 15. Dezember auf den Weg. Die erste Rast mache ich bei zwei Bangladeschis, die die Autonummern von LKW’s aufschreiben, die in eine Mine fahren.

Sie geben mir dann noch Wasser mit auf meinen Weg. Ich gehe ca. 15 km und mache dann unter einem Baum Mittagspause. Kamele säumen den Weg.


Gegen Abend bleibt ein Pickup stehen. Es ist Abu Osama und er gibt mir zu verstehen, dass er hier in der Nähe ein Camp habe. Ich nehme die Einladung an und ich verbringe eine sternenklare Nacht in seinem Camp.

Ich esse von meinem mitgebrachten Brot und was ich von der Straße untertags von den Leuten gereicht bekam. Am nächsten Morgen gehe ich wieder bei Tagesanbruch weiter und ich verabschiede mich von Abu Osama. Bei einer Tankstelle mache ich einen kurzen Halt bevor es weiter geht Richtung Wadi Disah.

Es geht langsam bergauf und ich merke wie es immer kühler wird. Da ich heute nirgends wo eine Unterkunft auf meiner Karte sehe, stelle ich mich schon auf eine frische Nacht im Zelt ein. Doch da kommt kurz vor Einbruch der Dunkelheit eine kleine Moschee am Wegesrand und ich beschließe da zu übernachten.

Es kommt dann auch noch ein Einheimischer zum Beten vorbei und er ist etwas überrascht. Ich kann ihm aber mit meinem bisschen Arabisch die Situation erklären und letztlich bringt er mir auch noch von einer ziemlich weit gelegenen Tankstelle am Abend Essen vorbei… Für nächsten Tag ist schlechtes Wetter angesagt und gegen Mittag zieht es auch schon zu. Ein TV Team vom saudischen Fernsehen macht auch noch ein Interview mit mir. Als wir fertig sind, beginnt es auch schon zu tröpfeln. Ich bin bereits auf ca. 1.200 Meter Seehöhe und möchte diesen Regen und vor allem starken Wind nicht in meinem Zelt verbringen. So sehe ich wie ein Auto zu einem Haus fährt und hinter dem Eingangstor verschwindet. Ich gehe darauf zu und klopfe an. Es sind hier Nasser und Josep von Tabuk, die hier für eine Nacht raus gefahren sind. Natürlich könne ich bei ihnen im Haus bleiben und sie bewirten mich fürsorglich den ganzen Nachmittag und Abend.

Unglaublich diese Gastfreundschaft! Josep kocht sehr gut und am Abend gibt es Kabsa. Tee und Kaffee mit Datteln und Keksen darf natürlich auch nicht fehlen.


Am nächsten Morgen macht Josep noch ein saudisches Fatteh und gegen 8h verabschiede ich mich von diesen beiden wunderbaren Männern.

Sie haben mir eine warme Unterkunft geboten und später erfahre ich, dass es in der Nacht weiter oben geschneit hat. Ich komme so um 9h zur Abzweigung ins Wadi Disah, die sich auf ca. 1.400 Meter Seehöhe befindet.

Das schlechte Wetter hat sich in der Zwischenzeit Gott sei Dank verzogen. Nur ist es heute unglaublich windig und es ziehen richtige kleine Sandstürme über das Land. Es geht nach ca. 10 km steil bergab und ich komme so relativ schnell wieder auf 800 Meter runter.

Hinter einer Düne entdecke ich einen schönen Platz für mein Zelt. Ich verbringe hier einen schönen Nachmittag und Abend, und Kletterer ein wenig in den Canyons herum.






Die Nacht ist sternenklar und kalt. Ich schlafe relativ wenig und stehe noch bei Dunkelheit auf.

Zu sehr bin ich schon gespannt auf das Wadi Disah, in das ich heute hinein gehen werde.

Ein Kamelhirte reicht mir Wasser, das schon knapp wird.

Dann geht es in die Canyons des Wadi Disah’s, die mit Dattel Palmen, Schilfpflanzen, etc bewachsen sind. Ich vergehe mich dann auch noch, komme aber bald genug drauf und bin bald wieder auf der richtigen Spur.

Es ist heute Freitag und so bin ich nicht alleine in diesem ausgetrockneten Flußtal. Einheimische kommen mit ihren Geländewagen hier herein oder lassen sich von bereit gestellten Autos durchfahren. Ich finde es allerdings weit, weit schöner hier zu Fuß langsam hindurch zu wandern.

Hohe, organisch geformte rote Sandsteinfelsen und -säulen umgeben eine grüne Talsohle mit Palmen, Schilf und Wasserläufen.

Spuren der Nabatäer, einschließlich Inschriften und Felszeichnungen, sind in den Felsen zu sehen, was auf die historische Bedeutung des Tals hinweist. Immer wieder werde ich mit Proviant versorgt oder zum Kaffee eingeladen.





Als ich dann so um 16h wieder auf die asphaltierte Straße komme, lerne ich Abu Bandar kennen. Er hat hier in der Nähe ein Camp und lädt mich ein bei ihm zu übernachten.



Es ist ein wunderschönes Camp inmitten von Palmen und hochaufsteigenden Felsen.

Am Abend gibt es wieder Kabsa und gegen 22h verkriechen wir uns in unseren Schlafsäcken. Ihr könnt Al Badr in seinem Camp gerne besuchen, seine Mobiltelefonnummer lautet 00966556394280 (WhatsApp Nummer).
Wir frühstücken alle gemeinsam am frühen Morgen, da Abu Bandar und sein Freund Abu Josef wieder arbeiten müssen. Sie bringen mit ihren Toyotageländewagen Touristen hinein ins Wadi Disah. Ich frage Abu Bandar ob ich noch eine Nacht bleiben kann und er meint, ich könne so lange bleiben wie ich möchte. Am Vormittag raste ich mich aus, dann erwärmt mir Mohammed Wasser und es gibt eine pocket shower. Nach dieser Dusche fühle ich mich wieder wie neu geboren. Zum Essen macht Mohammed Foul, das wir gemeinsam mit Brot essen. Den Nachmittag verbringe ich im Wadi Disah und genieße die Schönheit der Natur.


Auch sichere ich meine Fotos vom Handy auf einen mitgebrachten USB Stick ab und schreibe an meinem Bericht. Immer schön etwas wieder revue passieren zu lassen. Am Abend essen wir noch einmal gemeinsam Kabsa bevor sich Abu Josef und Abu Bandar verabschieden. Das Wochenende ist vorbei und sie fahren zurück zu ihren Familien in Tabuk. Mohammed und ich bleiben hier und ich bleibe auch den nächsten Tag noch hier. Während Mohammed hier arbeitet und auf das Camp aufpasst, gehe ich noch einmal weit in das Wadi hinein.


Ich werde zu Kaffee eingeladen und lerne auch Ulf und Regine aus der Nähe von Nürnberg kennen. Sie sind auch total von Saudi Arabien begeistert und sind drei Wochen mit dem Auto unterwegs.

Am Abend kommen noch Mohammed’s Freunde aus dem Sudan zu uns auf Besuch und wir verbringen einen schönen und lustigen gemeinsamen Abend.

Gesamtkilometer in Saudi Arabien: 510
Zusammenfassung:
Dieses Land überrascht mich immer mehr, je länger ich da bin. Es vergeht kein Tag, an dem mir nicht – mehrmals – die Gastfreundschaft zuteil wird. Die Wüste sorgt für den Rest. Sternenklare, ruhige, aber auch zum Teil kalte Nächte und die atemberaubende Schönheit der Wadis und Canyons bringen mich immer wieder ins Staunen. Die Touristen, die ich hier treffe, sind hauptsächlich Saudis, also Einheimische. Sie lieben ihr Land, man kann es verstehen warum. Weihnachten wird hier nicht gefeiert. So war es für mich dieses Mal ein sehr entspanntes Weihnachtsfest mit Wandern, Datteln und Orangen essen und mit den Einheimischen zu plaudern.
Frohe Weihnachten und einen schönen und friedlichen Übergang ins neue Jahr 2026!!!






Günter Wakolbinger
Lieber Georg,
deine Wanderreise ist wieder sehr beeindruckend und interessant !
Ich wünsche dir ein schönes und frohes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins neue Jahr 2026 !
LG Günter
Georg
Lieber Günter,
vielen Dank und hab auch eine schöne Zeit!
Liebe Grüße zu dir, Georg.
Omar Altamimi
It my pleasure to meet you in Wadi Disah dear Georg, I’m delighted to hear your inspiring story and your strong determination.
I hope you enjoy your trip and are pleased by the places and sights of the countries and the people you meet.
Don’t forget, I look forward to your visit to my home in Riyadh.
Georg
Dear Omar,
it was also a big pleasure for me to meet you in Wadi Disah. I am very surprised how beautiful your country is and how incredible hospitable the people in Saudi Arabia are. And thank you very much for your invitation to visit you in your home in Riyadh! Am already looking forward to it…
Take care and greetings, Georg.