05.03. Abschied von Petra… Nach 5 Tagen in Wadi Musa und der Felsenstadt Petra war heute der Tag gekommen um mich von diesem faszinierenden Ort zu verabschieden. Noch einmal mache ich dabei Rast bei der Schatzkammer bevor ich weiter Richtung Klein Petra gehe.

Dabei komme ich auch bei dem Löwentempel vorbei und lege auch noch einmal eine Rast beim Kloster ein.


Es waren wunderschöne 5 Tage an diesem außergewöhnlich Ort – der vergessenen oder rosa Stadt – wie Petra auch oft genannt wird. Dann gehe ich den gut ausgebauten Weg nach Klein Petra. Hier mache ich auf einem kleinen Parkbankerl Mittagspause.

Auch in Klein Petra gibt es Grabmäler, kleiner halt als in Petra, dafür auch weniger Leute.

Ich fühle mich heute gut und ausgerastet und so gehe ich noch ca. 10 km weiter wo ich in einem Beduinenzelt übernachte. Suleman Musabeh, wurde mir gesagt, sei ein guter Mann und ich kann es nur bestätigen. Wir trinken gemeinsam chai, bevor ich mir eine Suppe koche und etwas Brot esse. Wir schlafen bald in Ruhe, in zwei Decken eingehüllt, ein.

06.03. Zum Frühstück gibt es Tee gemischt mit warmer Ziegenmilch. Haleb wird dieses Getränk hier auch genannt. Ich reiche meine Schachtel Datteln wieder in der Runde herum und esse etwas von meinem Müsli. Suleman bringt dann seine Kinder mit seinem Toyota in die Schule und ich mache mich auf den Weg nach Wadi Malaga. Nach einigen Stunden bergauf bei geröllartigem Gestein erreiche ich einen Sattel namens Ras Naqb Shdeid, der atemberaubende Ausblicke in beide Richtungen bietet.

Dann geht es ca. 800 Höhenmeter auch wieder hinunter, ebenfalls auf diesem Untergrund, was ordentlich in die Füße geht.

Schließlich komme ich um ca. 18:30 ziemlich erschöpft im Wadi Malaga an wo mich ein Beduine zu sich winkt. Nach einem chai bekomme ich auch hier eine Einladung übernacht zu bleiben und ich nehme dankend an. Dann kommen ca. 10 Männer vorbei und wir essen alle mit den Fingern aus einem großen Tablet mit einem Gericht aus Nudeln, Sauce, etc… Gegen 10h abends gehen sie dann wieder nach Hause und während die Hunde draußen auf ihre Herde aufpassen, gehen im Zelt die Lichter aus.
07.03. Ich gehe heute früh los, da auf mich heute auf ca. 22km nach Dana mehr als 1.000 Höhenmeter warten. Nach ca. 1 Stunde winkt mich der erste Beduine zu sich um mich zu setzen. Sogleich bringt ein anderer Beduine Brot, Eier, Käse und Orangensaft zum Frühstück. Es ist eine Tourgruppe und es war noch Essen übrig geblieben. So esse ich am Boden sitzend mein Frühstück und zum Abschied bekomme ich auch noch Wasser und einen Apfel. Nach ca. 1 Stunde komme ich bei einer Ecolodge vorbei wo ich Kaffee trinke und mich auf den bevorstehenden Anstieg vorbereite. Kaum zwei Stunden später erreiche dann ich einen schattigen Platz wo gerade eine britische Familie mit ihrem guide Mittagspause machen. Der guide bietet mir einen Sandwich an und so mache ich hier bei ihnen Mittagspause. Unglaublich auch hier die Gastfreundlichkeit.

Zum Abschied spielt er mir auch noch ein Ständchen auf seiner mitgebrachten Flöte und alle wünschen mir eine gute Weiterreise. Um ca. 16h erreiche ich dann die Ortschaft Dana, die auf über 1.200 Höhenmetern liegt. Das erste ist hier ein kleiner Lebensmittelladen, wo ich mir eine Cola und salzige Chips kaufe. Amir, der Betreiber des Ladens, bietet mir an bei ihm zu übernachten. 15 JD die Nacht und er gibt mir auch noch Brot, Käse, Falafel, etc dazu. Ich telefoniere hier auch wieder einmal mit Muttern und habe auch wieder die Gelegenheit meine Powerbank und mein Handy aufzuladen. Kurz nach Sonnenuntergang macht mir Amir noch heisses Wasser und mit einem Glas genieße ich wieder einmal eine Dusche, eine sogenannte ‚bucket shower‘. So liege ich jetzt wieder fein geschniegelt in einem Bett und werde morgen weiter gehen in Richtung Karak, einer Burg aus der Kreuzritterzeit.

08.03. Heute ist es den ersten Tag seit ich in Jordanien bin, komplett bewölkt und neblig, es hat auch ordentlich abgekühlt. Um 07:30 höre ich Amir seinen Shop aufmachen und wenig später verabschiede ich mich von ihm. Zuerst führt der Weg heute noch einige hundert Höhenmeter hoch, bevor ich um die Mittagszeit in eine Ortschaft namens Busayra komme. Hier bestelle ich mir Kaffee, den ich gemeinsam mit Mohammed, dem Betreiber, auf einem Heizstrahler trinke.

Es ist empfindlich kalt geworden wieder, da tut jede Wärmequelle gut. Dann gehe ich viele Höhenmeter hinunter in einen sehr schönen Canyon und auf der anderen Seite wieder hoch in die Ortschaft Al-Matan.

Seit ich Petra Richtung Norden verlassen habe, ist die Landschaft wieder etwas grüner und der Beginn des Frühlings ist auch hier bemerkbar. Nach mehr als 6 Wochen in der israelischen und jordanischen Wüste wieder einmal eine willkommene Abwechslung.

Im Dorf Al-Matan gibt es ein Visitorcenter, doch niemand ist hier und auch alle Türen sind verschlossen. Als ich bereits weitergehen will, biegt ein weiterer Wanderer um die Ecke. Er meint, es müsste jemand kommen, da er sich telefonisch angemeldet hat um hier zu übernachten. Es ist dies Corné, ein junger Holländer aus Rotterdam, der am Weg nach Süden unterwegs ist. Kurz darauf kommt auch schon Hussein mit zwei jüngeren Männern mit seinem Auto vorbei. Sie geben uns im Aufenthaltsraum eine Matratze und bereiten uns auch zwei Kannen Tee zu. Schließlich kochen wir uns beide in der Küche eine Suppe.

Danach erklärt uns Hussein, dass er einer der Gründer des Jordan Trails ist. Es gibt den Jordan Trail seit ca. 2017 und jährlich gehen ihn ca. 50 Personen. Wahrlich noch nicht überlaufen, so soll es auch bleiben. Wir bedanken uns mit 5 JD und verbringen einen erholsamen gemeinsamen Abend im Visitorcenter.
09.03. Corné hat heute eine längere Strecke vor sich und verabschiedet sich um ca. 07:30 Richtung Dana. Gemächlich packe ich dann auch meine Sachen zusammen und kaufe mir in einer Bäckerei Brot und Baklava für den Tag. Auf einer alten Couch neben einer Straße esse ich dann mein mitgebrachtes Brot. Und wieder werde ich von jüngeren Jordaniern beschimpft und mit Steinen beworfen als ich mich der Ortschaft Al-Ayes nähere. Ohne ersichtlichen Grund… Ein Phänomen, das mich bereits bei meiner Ankunft in Jordanien beschäftigt hat. In der Ortschaft Al-Ayes trinke ich dann einen Tee, esse etwas von meinen Baklava dazu und quartiere mich schließlich am Nachmittag für 15 JD ohne Frühstück im Hotel Faris ein. Nachdem ich meine Socken und mein Leiberl gewaschen habe, liege ich derzeit zufrieden im Bett und schreibe diese Zeilen. Zum Hotel Faris gehört auch noch das Restaurant Caballero, das ca. 500m entfernt liegt. Ich esse dort gutes Mensaf und der Chef persönlich bringt mich dann mit seinem luxuriösen Wagen wieder zurück ins Hotel.
10.03. Ich wollte heute eigentlich ohne Frühstück losgehen. Als ich allerdings in die Hotellobby komme, deutet die Ehefrau des Chefs auf ein Tablet reichlich gefüllt mit Köstlichkeiten. Sie hat es sich nicht nehmen lassen trotzdem für mich ein Frühstück zuzubereiten – – > vielen Dank! Es geht heute meist auf guten Wegen bergab mit Blick auf den südlichen Teil des Toten Meeres.


Um die Mittagszeit treffe ich ein Pärchen aus Neuseeland, von dem mir Corné schon erzählt hat.

Sie sind bereits seit 18 Tagen auf dem Jordan Trail unterwegs und im Norden in Umm Qais gestartet. Bis jetzt habe ich nur Leute getroffen, die den Jordan Trail von Norden nach Süden gehen. Am Nachmittag gelange ich dann ins Tal im Wadi al-Hasa auf ca. 250 Höhenmeter und mache dort Mittag. Ich fühle mich bereits geschwächt, eine leichte Erkältung macht mir etwas zu schaffen. Dann raffe ich mich doch noch auf die restlichen 600 Höhenmeter zum Zeltplatz Tur Taboun direkt unter Felsklippen zu gehen. Am Weg werde ich noch einmal von Einheimischen zum Tee eingeladen und so gegen 17h erreiche ich dann den malerischen Zeltplatz.

Da heute Freitag ist, sind die Einheimischen wieder unterwegs. So wird der geruhsame Abend ein Abend mit Auto, 5-köpfiger Familie und lauter Musik – naja!
11.03. Übernacht hat sich zu meiner Erkältung auch noch eine Augeninfektion dazugesellt und mir mein Auge zugeschweisst – na bravo! 🙂
Ich packe mein Zelt ein und erreiche kurz nach 9h den Ort Mujeida. Da hier kein Geschäft zu finden ist, frage ich bei einem Haus um Wasser und werde dann auch noch zu einem Frühstück eingeladen.

Mit einem Kübel Wasser wasche ich mir mein Auge aus und es lässt sich zumindest wieder halb öffnen.

Etwas gestärkt, aber doch in ‚Schräglage‘ nähere ich mich auf einfachem Terrain und bergab der Kreuzritterburg in Kerak.


Bis hierher sollte ich kommen, dann bleibt Zeit zum Rasten und Erholen. Ich finde im Karak Dream Hotel in der Nähe der Burg ein gutes Zimmer mit Frühstück um 20 JD die Nacht und beschließe gleich zwei Nächte zu bleiben. Nach dem Abendessen bringt mich der Kellner noch in eine Apotheke wo ich mir Augentropfen und Tabletten gegen eine Erkältung kaufe. Dann schlafe ich die Nacht beinahe komplett durch.
12.03. Die Erkältung hat sich über Nacht gebessert. Allerdings habe ich wohl durch das ständige Augenreiben auch das zweite Auge angesteckt. So waren heute um 5h früh beim ersten Klogang beide Augen zu und ich konnte kaum mehr sehen… Zombie in Reinkultur! Wieder nach längerer Wäsche ließen sich bald wieder beide Augen zumindest halb öffnen. Aber mir ist auch klar, dass ich so nicht weiter gehen kann und vor allem auch nicht will. Ich esse dann so um 7h Frühstück mit Eierspeise, Falafel und Hummus und schaue mir am Vormittag ausgiebig die Kreuzritterburg an. Soweit das halt mit meinen Augen geht… 🙂

Gegen Mittag komme ich wieder in das Stadtzentrum zurück, lasse meinen Bart abrasieren und raste mich dann im Zimmer aus. Die Augen lassen mir allerdings keine Ruhe. Auf meinem Handy sehe ich, dass es in Kerak ein italienisches Spital gibt – nichts wie hin! Ein Mitarbeiter zeigt mir die Augenstation, eine Menge voller Leute davor und kein Arzt in Sicht. Ich beschließe daher zuerst Mittagessen zu gehen und später wieder zu kommen. Als mich der Mitarbeiter wieder abziehen sieht, zeigt er mir noch einen privaten Augenarzt mit eigener Ordination. Er befindet sich nur unweit vom Spital. Schnell schaut er mir mit seinem Mikroskop tief in die Augen – ‚virale Augeninfektion‘ lautet seine Diagnose. Er gibt mir antibiotische Augentropfen und verlangt inkl. Behandlung 20 JD. Ich bin ja sparsam aber bei der Gesundheit hört es sich auf. Zusätzlich verschreibt er mir auch noch eine antibiotische Augensalbe, die ich mir in der Apotheke besorge. Ich hatte schon das Gefühl, dass ich da etwas stärkeres brauche um das wieder los zu werden. In einigen Tagen sei es wieder besser, meint er, und wünscht mir alles Gute! In shallah… Dann gehe ich zufrieden aber doch auch wieder beruhigter in das gute Adel Halabi Restaurant Mittagessen, wo ich auch bereits gefrühstückt habe.

Derzeit raste ich etwas im Zimmer und werde erst morgen entscheiden ob ich wieder weitergehe oder doch noch einen Tag bleiben werde.
13.03. Nachdem ich immer noch durch die Erkältung etwas geschwächt bin und auch die Augen noch ihre Ruhe brauchen, entscheide ich mich noch einen Tag hier zu bleiben. Ich nütze diesen Rasttag auch um den Flug von Amman nach Antalya zu buchen, hole meine gereinigte Wäsche ab, etc… Zudem telefoniere ich auch wieder einmal mit Frau Mutter, der es auch wieder besser geht. Dann ruft mich Harald an, der gerade in der Türkei beim Wandern zwischen Bodrum und Marmaris ist. Wir vereinbaren uns eventuell in der Türkei zu treffen und einen Teil des lykischen Weges gemeinsam zu gehen. Auch die Augeninfektion hat sich überraschend schnell wieder gebessert. Am Abend mache ich nach dem Essen noch einen gemütlichen Rundgang durch die Stadt bevor ich früh einschlafe.
14.03. Heute ist es Zeit wieder aufzubrechen. Noch einmal genieße ich das gute Frühstück im Adel Halabi Restaurant und marschiere dann los.

Der Wetterbericht ist allerdings für heute nicht gut und Regen war nach langer Zeit wieder einmal angesagt.

Nach ca. 2 Stunden setzt der Regen dann wirklich auch ein und ich mache eine Teepause. Allerdings läßt der Regen nicht nach, auch Wind kommt noch dazu. So ziehe ich meine Regensachen an und trotze so dem Wetter.

Gegen Mittag erreiche ich die Ortschaft Rabbat. Hier esse ich einen Falafel Sandwich und trinke einen warmen Tee. Richtiges Sauwetter draußen heute.. 🙂 Ohne viel zu schauen halte ich meine Nase wieder ins Nasse raus und marschiere los. Nach ca. 1 Stunde winkt mir ein Friseur zu und lädt mich zu einem Tee ein. Dankend nehme ich an und erst beim Wäschewechseln sehe ich, dass ich die letzte Stunde wieder zurück nach Kerak ging – haha!!! Ist mir echt auch noch nie passiert, aber alles muß das erste mal sein… Wir trinken Tee und schön langsam werden meine Sachen auch wieder trocken. Ein liebenswerter Jordanier bringt mich dann wieder mit seinem Auto zurück nach Rabbat, wo ich ja schon war. So musste ich die Strecke zumindest nicht zweimal gehen… Zum Glück hat der Regen wieder nachgelassen und ich gehe weiter in die Ortschaft Al-Qasr.

Am Ortsende hält ein Auto und ein Beduine bietet mir an bei ihm Tee zu trinken und zu rasten. Genau das Richtige wieder im richtigen Moment, denke ich mir und nehme an. Wir trinken gemeinsam chai und ich werde hier auch die Nacht verbringen.
15.03. Nach einer ruhigen Nacht wärme ich mir mit meinem Kocher noch Wasser und esse etwas von den restlichen Falafel, die gestern Abend der Beduine noch zum Essen vorbei brachte. Es hat heute wieder etwas aufgehört zu regnen und kurz vor dem Wadi Mujib mache ich in einem kleinen Kaffee Mittagspause. Hier erklären mir junge Burschen, dass dieses Wadi bei Regen oft gefährlich werden kann. Gewarnt gehe ich die tiefe Schlucht hinein, merke aber schnell, dass der Wasserstand nicht bedrohlich ist.

Nachdem ich das Tal dann auf der anderen Seite wieder hoch gehe, lerne ich in Dhiban beim Teetrinken einen Einheimischen kennen. Tarek, so heißt er, spricht etwas Englisch und bietet mir an in seinem Haus zu übernachten. Da heute eh alles nass ist, etc nehme ich natürlich gerne an und wir verbringen gemeinsam mit einem anderen Beduinen namens Nasi einen schönen Abend. Speziell Nasi liest mir jeden Wunsch von den Augen ab, unglaublich wie gastfreundlich sie hier sind. Am Abend gibt es dann noch Mensaf zum Essen und zufrieden schlafe ich dann in einem richtigen Bett mit Matratze ein.

16.03. Während die anderen noch schlafen, packe ich wieder meine Sachen, esse Bananen und Mandarinen und trinke dann im Ortszentrum noch einen Tee. Hier ist der Stammesrat von Dhiban vertreten und wir haben guten Spaß gemeinsam.

Entlang des King Highways geht es heute wieder nach Madaba, der Stadt der vielen Mosaike. Ich war schon vor mehr als 3 Monaten hier als ich von Jordanien nach Jerusalem ging. So steuere ich gleich wieder das Pilgrims Haus an, wo ich mich um 13 JDs die Nacht inkl Frühstück einquartiere. Nach einer Dusche nehme ich in der naheliegenden Georgskirche noch an einem Gottesdienst teil und gehe danach früh schlafen.
17.03. Gemeinsam mit Heidi, einer holländischen Skipperin, frühstücke ich heute und mache mich dann so um 9h auf zur letzten Etappe zurück in die Hauptstadt Jordaniens, nach Amman. Wenn das Ziel so kurz vor den Augen liegt, merke ich wie schnell dann die Füße werden.. 🙂 Guten Schrittes erreiche ich zuerst die ersten Vororte von Amman.

Um ca. 17:30 stehe ich dann wieder vor dem Battuta Hostel in Amman, wo ich um 10 JD die Nacht ein Bett in einem 8-Bettzimmer für 2 Nächte reserviert habe.

Nach einer Dusche, wasche ich auch noch meine Wäsche, besser gesagt die Waschmaschine macht das… Derzeit liege ich im Bett und werde bald schlafen. Schön langsam wird mir bewusst, dass ich hier im Nahen Osten eine wunderschöne Zeit verbracht habe, die aber bald auch zu Ende gehen wird. In der Nacht von Sonntag auf Montag geht mein Flieger von hier nach Antalya in die Türkei. Es heißt also wieder einmal Abschied nehmen…
18.03. Heute ist es noch schön und ich habe mich schon sehr auf die Fatteh von Hamdi gefreut. Hamdi ist der Syrer aus Idlib, der hier schon seit 11 Jahren lebt, und im Battuta Hostel die Frühstücke zubereitet. Beim Frühstück unterhalten wir uns auch über die letzten Ereignisse der letzten 3 Monate (Erdbeben, etc…). Sein größter Wunsch ist seine Familie wieder einmal zu sehen und in seiner Heimat sterben zu dürfen…

Dann bringe ich einige Sachen, die ich auf meiner Wanderung zurück in die Heimat nicht mehr zu brauchen glaube – wie Liner, Haube, Handschuhe, etc – in einem Plastiksackerl in das Hisham Hotel. Wer leicht reist, reist sich auch leicht… Hier hinterlegt mir Mr. Mohammad das Packerl für Johannes, der nächste Woche hier mit seiner Gruppe nächtigen wird und mir das Packerl mit nach Hause nimmt – Merci!

Heute steht Erholung auf dem Programm. Ich hole mir die trockene Wäsche vom Garten, gebe die Gaskartusche in der Rezeption ab (sie machen am Flughafen nur Probleme) und verbringe den restlichen Nachmittag und Abend hauptsächlich in der Unterkunft hauptsächlich mit Lesen und Musikhören.
19.03. Heute hat, wie vorhergesagt, das Schlechtwetter hier eingesetzt. Ideal für mich weiter zu rasten. Ich telefoniere mit Adi und Frau Mama, die gerade in Oberndorf auf Reha ist. Sie dreht gerade auf dem Hometrainer ihre Runden – es geht bergauf, vor allem auch mental wie man hört!
Es regnet draußen weiter. Ich unterhalte mich in der Unterkunft mit einem italienischem Motorradfahrer, der gerade von einem Abstecher in Syrien, Libanon und dem Irak zurückkommt. Derzeit wartet Enzo, wie er heißt, gerade hier auf das russische Visum. Syrien sei nur mit einem Reisebüro zu bereisen, das Visum besorgt das Reisebüro. Damaskus, Aleppo und Homs seien ’sichere‘ Städte und könnten ‚problemlos‘ bereist werden. Für den Irak gibt es seit ca. 4 Monaten für EU Bürger das Visum an der Grenze zwischen Jordanien und Irak on arrival. Manchmal wissen das die Grenzbeamten allerdings noch nicht oder wollen es nicht wissen, und es gibt immer wieder Probleme. Er wurde dann auf der Straße, die von der Grenze in das ca. 500 km entfernte Bagdad führt, von der Armee eskortiert. Zuerst zu seinem Frust, dann später allerdings zu seinem Glück, wie er meint. Diese Straße gilt als eine der gefährlichsten Straßen weltweit und letztlich verdankt er aufgrund einiger Vorkommnisse diesem Eskortschutz sein Leben, wie er meint.

Ich höre mir all diese Geschichten gerne an und bewundere auch den Mut dieser Burschen. Ich bevorzuge allerdings für meine Wanderung eher ’sicherere‘ Länder. Was ist allerdings auch schon sicher, denke ich mir dann… Vielleicht hängt das auch mit dem Alter zusammen. Man wird ruhiger oder vielleicht könnte man auch sagen – vernünftiger. Keine Ahnung…
Ich warte jetzt also noch die letzten Stunden bis ich zum Flughafen Königin Alia fahre und morgen früh dann nach Antalya in die Türkei fliege. Die restlichen Stunden verbringe ich noch mit Enzo gemeinsam im Hostel. Wir trinken dann noch in einem Café gemeinsam einen Tee und wünschen uns weiterhin alles Gute.
Auf Wiedersehen Naher Osten – es war wunderschön bei dir!!! Ich wünsche der gesamten Region hier viel Frieden und dass in manchen Ländern Ruhe einkehren möge!
Gesamtkilometer: ca. 6.200
Fazit: Der Jordan Trail ist ein Abenteuer für sich!!! Im Gegensatz zum Shvil (Israel National Trail) ist er überhaupt nicht markiert und führt zum Teil durch völlig unwegsames Gelände. So ist manchmal nicht einmal die Spur eines Pfades ausfindig zu machen. Dementsprechend wichtig ist es hier eine GPS Datei zu haben nach der man sich richten kann. Auch ist es wichtig bei jeder Gelegenheit das Handy und/oder die Powerbank nachzuladen weil die ständige Navigation mit dem Handy weit mehr Strom verbraucht als sonst. Ich bin allerdings mit meiner 20.000 mAh Powerbank gut ausgekommen. Mit dieser Powerbank kann ich mein Handy ca. 6 bis 7 mal voll aufladen bevor sie wieder leer und nachzuladen ist. Eine große Hilfe am Jordan Trail sind die Beduinen und beinahe jeden Tag konnte ich ein permanentes Beduinencamp am Weg sehen. Sie helfen in der Not immer! Die Beduinen sind für mich die wahren ‚Trail Angels‘ in Jordanien ohne dass sie sich als solche bezeichnen. Sie helfen Dir mit dem Wasser, Aufladen der Geräte und auch mit der Übernachtung. So bekommt man auch etwas mit wie sie hier leben, etc… Ich hatte auch das Gefühl, dass sie sich über meinen Besuch auch gefreut haben. Manchmal konnte ich mich erkenntlich zeigen, aber meistens wollten sie kein Geld nehmen sondern einfach nur ihre Hilfe als Gastfreundschaft anbieten. War die Wüste Negev in Israel schon eine Wucht so muss ich sagen, dass die jordanische Wüste noch einmal beeindruckender und abenteuerlicher ist. Technisch gesehen (Klettereien, usw) ist der Shvil schwieriger zu gehen, dafür ist der Jordan Trail mit dem geröllartigen Gestein um einiges rutschiger. Es waren genau vier Wochen, die ich von Aqaba nach Amman größtenteils in der jordanischen Wüste unterwegs war. 5 Tage davon habe ich in Petra Rast eingelegt.
Dreieinhalb Monate war ich nun also hier im Nahen Osten, in den Ländern Jordanien, Palästina und Israel. Zu Fuß habe ich auch viele Gegenden kennenlernen dürfen, die den meisten Besuchern verborgen bleiben. Ich könnte mich nicht entscheiden welches dieser Länder mir am besten gefiel. Jordanien war definitiv das abenteuerlichste. Shukran (Danke) an alle Beduinen und Jordanier, die mir immer wieder zur Hilfe standen und mich so immer wieder weitergehen ließen.

Herbst
Salut mon georg, quelle aventure, que d emotions et de souvenirs qui te sont personnel
C est agreable de lire tes ressentis
Bonne route
Georg
Merci cher Philippe,
etait fraiment une aventure…
Je te suhaite bonne sante et a bientot. Tu es toujours bienvenu a ma maison…
Salut d’Antalya, Georg 🙋♂️✌️
Fredi
Hallo Georg, du hast schon viel geschafft, mit der Gesundheit ist nicht zu spassen, mit den Augen schon gar nicht. Jetzt geht es Richtung Heimat, ist aber noch ein weiter Weg, wünsche dir weiterhin alles Gute auf deiner Wanderung. 👍👣 😏 LGr Fredi !!
Georg
Hallo Fredi,
ja stimmt, mit den Augen ist nicht zu spassen, in der Zwischenzeit ist alles wieder gut…
Also liebe Grüße in die Heimat und alles Gute dir auch, Georg 🙋♂️👍
Meri Kostadinovska
Sehr aufregend
Bewunderung und liebe Grüße aus Mazedonien
Georg
Vielen Dank Meri:-)
Sian R
Salaam aleikum Khidr.
A persistent cold PLUS an eye infection is a strong indication of a lack of vitamin C. You should get some of those 1000 mg effervescent tablets and take at least three per day for at least 4-5 days. Antibiotics will clear the infection but also place a strain on your body.
You’re possibly lacking in some other vitamins and iron as well. Tablets are cheap – do buy and take them. Your body has been working very hard for almost one year – it deserves a break and it’s asking for one. Be kind to yourself for at least a week. Take time to enjoy..
Happy resting..
Georg
Aleykum salam part time Kiwi girl,
as per our emails all is fine again and thanks for taking care of me… 🙂
Greetings from 20 kms ahead of Amman, Georg, the green Khidr