PALÄSTINA/ISRAEL – Teil 2 (Nazareth – Haifa – Tel Aviv – Jerusalem)

06.01. Nach zwei Wochen in Jerusalem habe ich nun doch das Gefühl bekommen mir auch noch andere Städte und Gegenden in Israel anzuschauen. So nehme ich Abschied von dieser wunderbaren Stadt und auch von Georg, meinem Namensvetter. Ich erreiche nach ca. 20 Minuten zu Fuß die Busstation und der Bus 955 bringt mich in ca. 1 Stunde und 45 Minuten direkt von der Busstation nach Nazareth. Ich habe hier für drei Nächte ein Bett in einem Schlafsaal gebucht, und zwar im Fauzi Azar Hostel. Es ist dies ein ca. 300 Jahre altes Haus und ich bin von Beginn an schwer begeistert von dieser Unterkunft. Mit den extrem hohen Räumen, dicken Mauern und schönen Innenhöfen habe ich hier das Gefühl in einem mittelalterlichen Schloß zu wohnen.

Aufenthaltsraum im Fauzi Azar Hostel – in Nazareth

Michlin, die Empfangs Heflin, erklärt mir auch, dass in dieser ca. 60.000 Einwohner zählenden Stadt ausschließlich Christen und Muslime wohnen, keine Juden. So wird auch der Sabbath hier nicht so streng genommen. Es haben alle Geschäfte am Freitag und Samstag offen, nur Busse und öffentliche Verkehrsmittel verkehren auch hier am Sabbath nicht.

Den Nachmittag verbringe ich in der Verkündigungsbasilika und in der daneben liegenden Josefskirche. Die Verkündigungsbasilika steht über jener Höhle der Stadt Nazareth, in der der römisch-katholischen Überlieferung zufolge der Erzengel Gabriel der Jungfrau Maria erschien.

Verkündigungsbasilika in Nazareth
Bildnis in der Josefskirche – in Nazareth

Im Anschluss daran esse ich eine Schawarmapita und trinke einen halben Liter Wasser – – > kostet 48 Schekel (Umrechnungskurs: 1 Euro = ca. 3,6 Schekel). Ups…!!! Bzgl Verpflegung muss ich mir da was neues einfallen lassen…:-) Es beginnt dann leicht zu regnen und so gehe ich wieder in die Unterkunft zurück wo ich gerade das schöne Ambiente der Unterkunft genieße.

In den Straßen von Nazareth…

07.01. Nach einem sehr guten arabischen Frühstück erklimme ich heute vormittag den Hügel von Nazareth wo die Don Bosco Kirche steht.

Don Bosco Kirche in Nazareth

Ich genieße die Aussicht von hier oben. Es liegt noch ein leichter Nebel über der Stadt und die Sonne kommt schön langsam durch. Die Lehrerin der Schule neben der Kirche lässt mich liebenswerter Weise durch den Hintereingang in die Kirche rein.

Altstadt von Nazareth

Zumittag besuche ich dann noch die griechisch-orthodoxe Kirche, wo heute Weihnachten gefeiert wird. Danach beginnt es zu regnen und ich mache es mir mit einer Decke und warmen Kaffee und Kuchen im Fauzi Azar Hostel gemütlich. Ich telefoniere mit einigen Leuten zuhause und plane ein wenig die nächsten Tage voraus.

Gemütlicher Nachmittag im Fauzi Azar Hostel

08.01. Heute ist das Wetter wieder um einiges besser und ich fahre mit dem 9h Bus 431 von Nazareth nach Tiberias an den See Genezareth. Von dort dann gleich mit einem weiteren Bus weiter nach Kapernaum, einem ehemaligen kleinen Fischerdorf am See. Und jetzt wird es wieder biblisch… Hier soll Jesus Kranke geheilt haben, Brot und Fische vervielfacht haben und die ersten Anhänger gefunden haben. Kapernaum gilt auch als Heimatort von Petrus, dem ersten Jünger Jesu.

Weisse Synagoge in Kapernaum – auch hier soll Jesus gepredigt haben

Nachdem ich mir alle heiligen Stätten angeschaut habe nimmt mich Miriam, eine amerikanische Jüdin, in ihrem Auto von Kapernaum in die Ortschaft Magdala mit. Wir sind uns in unseren Ansichten bzgl Religionen sehr nahe. Es kommt nicht auf die jeweilige Religion an sondern auf das Herz und dem Menschen selber, meint sie mit großer Überzeugung… Mit einem öffentlichen Bus komme ich dann wieder zurück in die Stadt Tiberias am See Genezareth. Heute ist Sonntag und die meisten Kirchen haben geschlossen. Auch ist jetzt Nebensaison, das merkt man auch. So schaue ich mir die Stadt ein wenig an und nach einem kurzen Spaziergang an der Strandpromenade fahre ich wieder mit dem Bus zurück nach Nazareth.

See Genezareth – in Tiberias

09.01. Heute ist es der Bus 331, der mich nach ca. 1 Stunde Fahrt von Nazareth in die Israelische Hafenstadt Haifa bringt. Michelin hat mir hier das Haifa Hostel empfohlen. Ich lasse meinen Rucksack in der Unterkunft und schaue mir am Vormittag die Bahai Gärten und den Schrein des Bab an.

Schrein des Bab, Gründer der Bahai Religion – in den Bahai Gärten in Haifa

Es ist dies das Pilgerziel der Anhänger der Bahai Religion, die die Erde als nur ein Land und alle Menschen als seine Bürger betrachtet. Vom oberen Teil der Bahai Gärten am Berg Karmel hat man eine wunderschöne Aussicht auf den Hafen und die gesamte Stadt.

Blick vom Berg Karmel auf die Stadt Haifa mit den Bahai Gärten und rechts dem Hafen

Ich bleibe ziemlich lange hier oben sitzen bevor ich am späten Nachmittag über Stiegen auf der anderen Seite der Gärten wieder hinunter in die Stadt gehe.

In den Straßen von Haifa – es leben hier auch verhältnismäßig viele russisch sprechende Menschen unterschiedlicher Regionen und Herkunft

10.01. Nach einem kleinen Frühstück im Hostel kaufe ich mir heute um 12 Schekel eine Tageskarte für die Öffis in Haifa. Die Karte beinhaltet auch die Seilbahn und die Carmelit, Haifas unterirdisches Standseilbahnsystem. Nach ausreichend vielen Palatschinken in der Unterkunft fahre ich heute mit einem Bus wieder hinauf zum Berg Karmel und zum IBM Forschungs- und Entwicklungslabor.

50 Jahre IBM in Israel – im R&D Lab in Haifa

Ich habe mit einigen Leuten hier vor vielen Jahren einmal zusammen gearbeitet und ich versuche es auf das grade Wohl ob ich hinein darf. Und es funktioniert tatsächlich, vielen Dank den Angestellten des Labors! Letztlich bekomme ich auch noch Kaffee und Kekse, die Aussicht auf die Stadt von hier oben ist absolute Weltklasse. Im Anschluss daran schaue ich mir das Archäologische Museum an und fahre dann mit der Doppelmayr Seilbahn wieder hinunter in die Stadt. Mit einem Bus und der Standseilbahn fahre ich noch einmal zum Karmel Berg und genieße noch einmal den Blick über die Stadt. Ausserdem besuche ich auch noch das Tikotin Museum der japanischen Kunst mit schönen Zeichnungen und Farbholzschnitten aus dem 19. Jhdt. und dem Ende der Edo Zeit.

Selling the famous Yam Soup at the Station – Farbholzschnitt von Utagawa Hiroshige (1797-1858), im Tikotin Museum der japanischen Kunst

Im Stadtteil Wadi Nisnas esse ich dann eine Falafelpita um 10 Schekel (es geht ja auch billiger) bevor ich mir dann den Hafen und die Stadt auch am Abend vom Berg Karmel anschaue.

Nächtlicher Blick auf den Hafen von Haifa – vom Berg Karmel

Am Rückweg treffe ich Antoine aus Frankreich und seinen deutschen Freund und wir vereinbaren uns morgen in Tel Aviv zu treffen und ein Bierchen zu trinken.

11.01. Nach einer guten Stunde Zugfahrt entlang der Küste am Mittelmeer erreiche ich die Millionenstadt Tel Aviv, die wirtschaftliche Hauptstadt des Landes. Beim Frühstück im Abraham Hostel treffe ich wieder Yana und wir schauen uns gemeinsam den alten Hafen von Yaffa und das Ilana Goor Museum an.

Glockenturm in Jaffa
Im alten Hafen von Jaffa

Auch Antoine und Florian aus München sind mit von der Partie. Zurück im Hostel lerne ich auch noch Rami kennen, einen lokalen Nomaden, der mir und uns viel über sein Land erzählt.

12.01. Frühmorgens gehe ich entlang dem Rothschild Boulevard, der Hauptstraße von Tel Aviv. Ein Boulevard gesäumt mit vielen Bäumen und weißen Gebäuden der Bauhaus Architektur.

Bauhaus Architektur (links) – im Rothschild Boulevard von Tel Aviv

Danach hole ich Yana vom Frühstück ab und wir durchstreifen das Viertel Neve Tsedek, ein schöner Stadtteil im Zentrum mit niedrigen Gebäuden. Danach tauchen wir in das geschäftige Treiben des Carmel Marktes ein.

Leckereien am Carmel Markt

Zurück am Strand beobachten wir Wellenreiter, die das windige Wetter ausnützen und ihren Spaß haben. Danach besuchen wir noch das Eretz Israel Museum bevor wir gegen 20h wieder in die Unterkunft zurück kommen.

Tausende Gläubige erweisen dem Rabbi Avraham Erlanger die Ehre bei seinem Begräbnis, Jerusalem, 11. Oktober 2021 -World Press Photo Award Fotoausstellung im Eretz Israel Museum
Rechtsextreme Aktivisten schlagen eine ältere palästinensische Frau während der Flaggenparade am Jerusalemtag (im muslimischen Viertel in Jerusalem am 29.05.2022) – World Press Photo Award Fotoausstellung im Eretz Israel Museum

Hier treffe ich wieder Marco, den Costa Ricaner, der hier mit seinen Kollegen das Wochenende bleibt und wir verbringen gemeinsam den Abend.

13.01. Marco begleitet mich heute noch bis zur Zugstation wo wir uns verabschieden. Nach ca. einer halben Stunde erreiche ich von Tel Aviv wieder Jerusalem und angetan von dieser Stadt bleibe ich noch eine Nacht in Jerusalem – heute beginnt ja wieder Shabbat!

Ich lasse den Rucksack im Abraham Hostel und erkundige den Shuk, den Mahane Yehuda Markt in Jerusalem. Speziell an einem Freitag ist hier sehr viel los und die Leute genießen noch die Leckerbissen bevor um ca. 15h die Rollläden fallen.

Im Mahane Yehuda Markt in Jerusalem – der Shabbat naht

Da ich erst um 14h einchecken kann besuche ich auch noch das Stadtviertel Mea Shearim, das hauptsächlich von ultraorthodoxen Juden bewohnt wird. Es ist eines der ältesten Stadtviertel Jerusalems außerhalb der Altstadt.

Ultraorthodoxer Jude in den Straßen von Mea Shearim – einem Stadtteil von Jerusalem
Ultraorthodoxe Juden in den Straßen von Mea Shearim – einem Stadtteil von Jerusalem
Zwei ultraorthodoxe Juden in ihren traditionellen Gewändern in den Straßen von Mea Shearim – einem Stadtteil von Jerusalem

Sobald Du die Straßen dieses Stadtteils betritts findest Du Dich in einer anderen Welt wieder. Überall die Männer mit ihren schwarzen Gewändern, Hüten und Locken von der Schläfe… Ich lerne hier einen Friseur kennen, der gut Englisch spricht und mir Kuchen und Wein anbietet. Ich setze mich und wir haben ein nettes Gespräch miteinander. Allerdings kommt kurz darauf ein junger orthodoxer Jude aus New York in das Geschäft und meint auf Englisch, dass er einen Haarschnitt wolle.

Haarschnitt in Mea Shearim – es sollte noch Probleme geben…

Es war von Anfang an eine eher ständig herausfordernde Kommunikation und Angelegenheit und als der Friseur versehentlich ein paar von den langen Locken des jungen Mannes erwischt ist es vorbei mit lustig. Der junge Mann springt unverrichteter Dinge plötzlich auf und beendet so den Haarschnitt. Ohne zu bezahlen droht er dem Friseur auch noch, dass er veranlassen werde, dass er seinen Friseurbetrieb schließen müsse. Also hier zeigt sich schon einmal wie wichtig den ultraorthodoxen Juden ihre Schläfenlocken sind. Nach ca. 15 Minuten beruhigt sich das ganze doch wieder und der Junge zieht, ohne zu bezahlen, von dannen.

Um ca. 14h gehe ich dann ins Hostel zurück, beziehe mein Bett in einem 8-Bettzimmer und gehe noch einmal durch dieses interessante Stadtviertel in Richtung Altstadt. An der Klagemauer beten heute besonders viele Juden und ich bin immer wieder von ihrer Ausübung ihrer Religion fasziniert.

Ultraorthodoxe Juden mit ihren zylinderförmigen Hüten beim Shabbatgebet vor der Klagemauer

Dann gehe ich nochmals auf den Ölberg und genieße den schönen Abend und die Aussicht auf die Altstadt von Jerusalem. Beim Zurückgehen bleibe ich noch einmal kurz vor dem österreichischen Hospiz stehen und beobachte wie die ultraorthodoxen Juden vom Beten an der Klagemauer zurückkommen. Während ich so schaue erkennt mich ein Zivildiener aus Wr. Neustadt wieder, der im österreichischen Hospiz als Kellner arbeitet. Er kann sich noch an meine Geschichte mit der Wanderung erinnern und als ich ihn frage was er hier macht, meint er, er versucht mit einem ultraorthodoxen Juden ins Gespräch zu kommen um zu einem Shabbat Dinner zu einer ultraorthodoxen Familie eingeladen zu werden. Da ich schon am Ölberg etwas gegessen habe hatte ich für heute das schon abgehakt und so verabschieden wir uns wieder. Am Rückweg komme ich noch einmal beim Mea Shearim mit den ultraorthodoxen Juden vorbei und irgendwie geht mir diese Idee einfach jemanden zu fragen ob man bei einem Shabbat Dinner dabei sein kann nicht mehr aus dem Kopf. Ich gehe in das Stadtteil hinein und ein älterer Mann wünscht mir – Shabbat Shalom! Ich versuche mit ihm Englisch zu reden, doch er spricht nur Hebräisch und verabschiedet sich wieder in dem er weitergeht. Keine Minute später steht er mit einem zweiten Mann vor mir auf der Straße und er deutet mir, dass sein Freund Englisch spreche. Ebenfalls eine honorige Person mit schwarzem Tuch und Zylinderhut und er fragt mich woher ich komme, etc und fragt mich ob ich schon Pläne für diesen Abend hätte. Den Rest könnt ihr euch jetzt schon denken… Ich habe unglaubliches Glück und David, so heißt der Mann ca. in meinem Alter, lädt mich ein mit ihm nach Hause zu gehen und dort mit einem Teil seiner Familie den Shabbat Dinner zu verbringen. Dies ist ein derartiges Erlebnis, das ich hier separat beschreiben möchte.

Shabbat Dinner in Jerusalem: Beim Betreten des Hauses ist bereits die Familie versammelt und die Kerzen auf der Menora, einem 9-armigen Kerzenständer, sind bereits angezündet. Das macht immer die Frau wie mir David versichert. Zuerst begrüßen mich doch eher überraschte Gesichter doch als David ihnen auf Jiddisch von mir und meiner Wanderung erzählt lockert sich die Stimmung schnell und wir haben einen wunderschönen gemeinsamen Abend. David hat 14 Kinder und über 60 Enkelkinder und nur ein kleiner Teil ist heute bei ihm zu Gast. Wir sind aber doch so an die 15 Leute und auch Jakob, sein 9-ältester Sohn ist mit dabei. Ich nehme neben David Platz und die Festlichkeiten beginnen mit einem Gebet, das David führt und Jakob hilft ihm dabei. Die Frauen und Kinder verlassen beim Beten den Raum. Ich als Mann darf dem Gebet weiter beiwohnen… Es ist auch der Tag seine Kinder zu segnen und so verneigen sich drei Söhne vor ihm. Er berührt ihre zylinderförmigen Hüte und gibt ihnen den Segen. Während des Gebets verteilt David dann Süßigkeiten und Schlecker an die Kinder und an den Gesprächen merkt man welche Autorität David in der Familie innehat. Dann wird mit einem Becher Traubensaft der dinner begonnen. Normalerweise sollte es Wein sein, es geht aber auch mit Traubensaft. Es muß ein Getränk sein, das von der Traube hergestellt wird. Es folgt selbstgebackenes Brot, das David vor sich unter eine Decke nimmt, und ebenfalls ein Gebet ausspricht. Dann nimmt er die Decke vom Brot, zerschneidet es und verteilt es unter der Familie. Das Brot ist hausgebacken und noch warm, wunderbar. Die Frauen und kleinen Mädchen bringen dann verschiedene Aufstriche und Salate und verrichten auch das Abräumen. Die Aufgaben sind blitzklar verteilt: Das Gebet übernehmen die Männer, sprich David und sein Sohn Jakob, den Rest mit Essen auftragen, abräumen ist klare Frauensache. Selbst der 5-jahrige Aron, der neben mir Platz nimmt, beteiligt sich nicht an den Essensangelegenheiten, die Aufgaben werden wohl von klein auf festgelegt. Dann bekommen wir drei verschiedene Fischsorten, eine selbstgemachte Hühnersuppe, Rindfleisch und zum Dessert noch eine Orangensüssigkeit. David erklärt mir, dass in diesem Stadtteil die Hauptsprache Jiddisch sei, dann wird auch noch Hebräisch in der Schule unterrichtet. Englisch kommt erst danach und so spricht ausser David niemand wirklich Englisch. Als sie untereinander Jiddisch sprechen erkenne ich immer wieder deutsche Wörter und so versuche ich es mit Jakob auf Deutsch und die Kommunikation funktioniert einigermaßen. Das Jiddisch ist dem Deutschen ziemlich ähnlich, auch wieder was gelernt… David erklärt mir auch noch, dass die Zylinderhüte ursprünglich aus Polen kommen und aus dem Fell vom Zobel gemacht werden. Hier werden sie weiter getragen. Und es steht in der Thora, der heiligen Schrift der Juden, geschrieben, dass sie an den Schläfen Locken haben müssen. Sobald die Frauen geheiratet haben, müssen sie ihre Haare mit einem Kopftuch bedecken. Nur wenn sie mit ihrem Mann alleine ist, darf sie es abnehmen. Und es gibt jede Menge Sachen, die nicht erlaubt sind während des Shabbats. Zum Beispiel Feuermachen oder Kerzen ausblasen, sie werden übernacht ausbrennen. Auch gilt Handy- und TV Verbot weil der elektronische Funke als Feuermachen interpretiert wird, somit natürlich auch klares Fotografierverbot. Dasselbe gilt für Lichtanmachen oder Autofahren, beim Starten des Motors entsteht ja auch ein Funke. Vom Zeitpunkt des Sonnenuntergangs am Freitag bis zum Shabbat Dinner ist es Ihnen nicht erlaubt etwas zu essen oder zu trinken. Der Shabbat dauert von Freitag ca. 16h bis Samstag ca. 18h. Es soll während dieser Zeit auch nicht gearbeitet werden sondern diese Zeit dient ausschließlich der Erholung und dem Gedanken, etc… Beim abschließenden Gebet schließt er mich auch mit ein, segnet mich und meine Familie und wünscht mir eine gute und sichere Heimkehr. Als wir uns verabschieden meint David, dass ich jederzeit gerne wieder zu einem Shabbat Dinner bei ihm und seiner Familie eingeladen bin. Als ich ihn frage wie wir die Kontakte am besten austauschen, war natürlich an ein Handy nicht zu denken. So meinte ich, ich könnte mir doch seine Nummer oder Email Adresse auf einen Zettel aufschreiben, auch das ist nicht erlaubt… So sagte er mir seine Email Adresse und meinte, ich müsse sie mir einfach merken. Gesagt, getan.. Nach ca. 10 Mal laut sagen hatte ich die Email Adresse intus und als wir uns verabschiedet hatten, habe ich sie mir dann draußen vor der Haustür ins Handy eingetragen. Als ich dann den Weg nach Hause mit dem Handy suche, erinnert mich ein Junge, dass Handyverbot herrscht. In diesem Stadtteil werden die Regeln streng gehalten. Summa summarum ist es schon auffällig wie sehr die Männer in diesen Familien das Sagen haben, zumindest war es in dieser so. Die Frauen verrichten die Arbeit, die Männer konzentrieren sich auf die Thora. Wobei David schon auch noch einen Betrieb mit Angestellten hat, es gibt also auch Ausnahmen. Für mich war das sicher das beeindruckendste Erlebnis hier in Israel und man konnte wohl auch meine Freude in meinem Gesicht darüber erkennen.

Das Zuhause von David – im ersten Stock seines Hauses gab es den Shabbat Dinner – vielen Dank!!!

Gesamtkilometerca. 5.060

Fazit: Israel hat definitiv noch mehr zu bieten als Jerusalem. Speziell die Hafenstadt Haifa gefiel mir besonders gut, sehr grün und interessante Stadtviertel. Wer einen Freitag in Jerusalem verbringt empfehle ich wärmstens irgendwie eine Einladung zu einem privaten Shabbat Dinner zu bekommen. Besser kann man die jüdische Religion und Kultur nicht erleben.

Mir persönlich haben die drei Wochen Pause vom Wandern sehr gut getan und so kann ich jetzt gestärkt wieder meine Rückkehr angehen.

8 Kommentare

    Heinrich

    Hallo Georg
    Danke für deinen Bericht aus Israel. Das Leben der orthodoxen Juden ist eine andere Welt. Für uns bequemen Christen wären diese Vorschriften und Gebräuche nicht vorstellbar. Dein Rückweg bis Schallenberg(Gem.Ahorn) wird Dir noch etliche Paar Schuhe kosten. Aber Du wirst es schaffen. Auf ein baldiges Wiedersehen
    Heinrich und Krista.

      Georg

      Hallo Heinrich,
      das stimmt allerdings mit dem Vergleich zwischen den orthodoxen Juden und Christen…
      Und ja, ich vermute auch, dass ich noch ein paar neue Schuhe brauchen werde, aber jetzt bin ich das Wechseln eh schon gewohnt…:-)
      Liebe Grüße vom Toten Meer und auf bald wieder zuhause, Georg 🙋‍♂️✌️

    Iris Dekan

    Lieber Georg! Großartig, dass du die Gelegenheit hattest, tief in die Kultur einzutauchen. Ich habe das auch erleben dürfen – Reisen bildet! Glg, Iris

      Georg

      Liebe Iris,
      interessant, da müssen wir genauer drüber reden wenn ich wieder zurück bin…
      Liebe Grüße aus Arad und alles Gute dir weiter, Georg 🙋‍♂️✌️

    TOBBY

    Hello George, this is a very interesting journey for you. Thank you for the Spirit.

      Georg

      Thank you very much Tobby 🙏🙏🙏
      Good luck and was nice getting known to you.
      Greetings from Arad, Georg 🙋‍♂️✌️

    Holly Fredi

    Hallo Georg, wieder viel gesehen und erlebt, dein Reisebericht liest sich wie immer super. Was mich auch noch interessiert ist, wie schaut deine Rückkehr aus? 🤔 Wünsche dir weiterhin alles Gute. LG Fredi 👍😏👣

      Georg

      Hallo Fredi,
      vielen Dank und ja, mit der Rückkehr wird es auch noch ein wenig dauern weil ich auch gern wieder zu Fuß zurück gehen möchte, allerdings eine etwas andere Route…
      Liebe Grüße nach St. Veit und alles Gute dir weiter, Georg 🙋‍♂️✌️

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