30.10. Ich verbringe den Vormittag mit einigen Erledigungen und Telefonaten im wirklich empfehlenswerten Aziziye Hotel in der Nähe der Aziziye Moschee bevor ich mich um die Mittagszeit zur Efe Çorba Stube mache.

Ich war bei meinen früheren Besuchen immer wieder in diesem Suppensalon und es ist schön zu sehen, dass es ihn immer noch gibt. Nach einer guten EzoGelin Suppe trinke ich in der Teestube daneben noch ein paar cays bevor ich das Mevlana Museum mit dem Rumi Grabmal besuche.

Am Abend esse ich Künefe, eine warme levantinische Süßspeise aus einem besonderen Käse und Kadaifi. Den Abend verbringe ich mit der Verwandtschaft der Hotelbetreiberin im Hotel.
31.10. Heute genieße ich einmal einen richtigen Ruhetag ohne viele Pläne. Zuerst besuche ich den Markt in der Nähe des Hotels wo ich mir Fleece Handschuhe kaufe für die kühlen Morgen und Abende. Dann besuche ich zwei Moscheen bevor ich noch einmal Shemsi in seiner letzten Ruhestätte aufsuche.

Nach einem weiteren Kebab im Ali Baba gehe ich noch in den Kultur Park jenseits des Alaaddin Hügels. Ich durchstreife an diesem Tag ziemlich wahllos die Stadt und komme auch noch beim Atatürk Monument vorbei.

Die Abendstunden verbringe ich in der Mahkeme Hamami, einem öffentlichen Bad in der Nähe der Shemsi Moschee. Es ist eines der ältesten Hamams in der Stadt, erklärt mir ein Einheimischer, und stammt noch aus der Zeit der Seljuken. Zuerst wärme ich meinen Körper auf bevor mich ein Einheimischer abschruppt und massiert. Ich fühle mich danach wieder gut und gehe früh ins Bett.
01.11. Heute sitze ich schon um 7h beim Frühstück und verlasse das Hotel kurz nach 07:30. Ich habe heute vor in die Ortschaft Kilistra zu gehen, die immerhin 42 km von Konya entfernt liegt. Ohne zuviel zu pausieren erreiche ich gemeinsam mit den Schafen gegen Abend Kilistra. Muharrem erwartet mich schon vor seinem shop. Ich wusste von seiner Unterkunft und wir waren schon im Vorfeld im Kontakt. Als er mich in sein Haus und in meinen Raum bringt ist der Ofen bereits angemacht und es ist angenehm warm. Es dauert nicht lange und er breitet am Boden ein Tuch aus auf dem wenig später unser Abendessen landet.

Wir essen Linsensuppe, selbstgemachtes Fladenbrot, Tomaten, Pommes frites, Käse, etc und als Nachspeise gibt es Honigmelonen und verkleinerte Feigen- und Aprikosenstücke. Muharrem ist 46 Jahre alt und hat vier Kinder. Zwei davon leben bereits in Konya, die er morgen besuchen wird. Auf die Frage wieviel die eine Nacht bei ihm kostet überlässt er den Betrag mir und wir vereinbaren einen angemessenen Betrag. Nach ein paar cays gehen auch hier die Lichter aus und ich schlafe schnell ein.
02.11. Da Muharrem heute bereits um 7h Richtung Konya fährt frühstücken wir gemeinsam um ca. 06:30 wieder gutes Fladenbrot, Käse und selbstgemachten Wabenhonig.

Er gibt mir dann auch noch Brot, Äpfel und Käse mit auf den Weg bevor wir uns verabschieden. Während ich ihm noch in seinem Auto Richtung Konya nachsehe gehe ich zu den nahegelegenen Steinkirchen von Kilistra.

Hier soll auch der Apostel Paulus vorbei gekommen sein bei seiner Verbreitung des Christentums. Zumittag erreiche ich die Ortschaft Hatunsaray wo ich Etli Ekmek (übersetzt: Brot mit Fleisch) esse. Es ist dies ein pizzaähnliches Gericht, das seinen Ursprung in Konya hat und weit verbreitet in den Städten der zentralen Türkei ist. Am Dorfplatz genieße ich noch mit einem lieben 88-jährigen Türken einen cay in der Sonne. Um am nächsten Tag Chumra erreichen zu können beschließe ich noch bis Kavak weiter zu gehen. In der Hoffnung auf eine Unterkunft frage ich beim Erreichen von Kavak den erstbesten Mann. Ich habe Glück, es ist der Besitzer des einzigen Lebensmittelladens hier. Er zeigt mir den Weg zu einem Dorfgemeinschaftsraum und meint, ich könne dort problemlos schlafen. Ich bringe meinen Rucksack dorthin und esse meine Jause gemeinsam mit ihm und seinem Sohn Abdullah am Dorfplatz. Als ich bereits in diesem Raum schlafe kommt gegen 21h ein Einheimischer herein, macht Licht an und wundert sich was ich hier mache. Er wusste nichts von mir und ich erkläre ihm die Situation. Schnell ist das Eis gebrochen und wenig später kommt auch noch ein Freund von ihm hier vorbei. Sie heizen den Ofen an und kochen Tee. Ich trinke noch 2 cays mit ihnen und wir haben letztlich viel Spaß. Gegen 23h gehen sie dann wieder und sie wünschen mir weiter alles Gute auf meinem Weg.

03.11. Ich esse frühmorgens noch mein letztes Brot und einen Apfel und erreiche gegen Mittag Icericumra. Beim Mittagessen lerne ich einen Einheimischen kennen, der gut Englisch spricht und hier in der Nähe eine Firma mit 16 Angestellten leitet. Als er das Lokal verlässt, meint er nur kurz, dass er mein Essen auch mit gezahlt hat. Jeden Tag wiederholt sich diese unglaubliche Hilfsbereitschaft… Als ich am späten Nachmittag dann Cumra erreiche gehe ich als erstes in einen Vodafone Shop, da meine türkische SIM Karte seit gestern abgelaufen war. Ich erhalte eine neue SIM Karte, die in ca. 1 Stunde wieder aktiv sein sollte. In einem neuen Hotel in der Nähe des Zentrums dusche ich wieder einmal und während ich mich für das Abendesse anziehe, merke ich dass das Telefon inkl. WhatsApp mit AT No. tatsächlich wieder funktioniert. Am Abend tanke ich wieder einmal meinen Kalorienbedarf auf und werde jetzt bald schlafen.
04.11. Gut ausgeschlafen esse ich am Morgen eine Hühnersuppe (Tavuk corba) in einem Çorba Salonu und mache mich dann auf den Weg Richtung Ortaoba, das ca. 30 km entfernt liegt. Am Weg dorthin beobachte ich die Zuckerrübenernte, die jetzt voll eingesetzt hat. Sie werden in einer großen Zuckerfabrik weiter verarbeitet, der Tee soll ja weiter süß schmecken…:-) Zumittag erreiche ich die Ortschaft Türkmen Camili. Der Betreiber des Lebensmittelladens sei gerade in der Moschee beten, versichert mir ein Einheimischer. So setze ich mich vor die Moschee, esse meine zwei mitgebrachten Simits und warte bis das Beten vorbei ist. Als die Männer rauskommen spricht mich ein Einheimischer an und anstatt dass er mich in den shop bringt, nimmt er mich mit zu sich nach Hause. In Kürze bereitet er eine Eierspeise mit Brot und Tee zu und ein befreundeter Afghane gesellt sich dann auch noch zu uns dazu.

Danach treffe ich einige Schafhirten am Fuße des Vulkans Karadag (auf deutsch: Schwarzer Berg, 2.270m), ein bereits seit einigen Tausend Jahren inaktiver Schichtvulkan. Auf der Nordseite bilden zahlreiche byzantinische Kirchenruinen bei den Dörfern Madenşehri (Madenşehir), das als das antike Barata angesehen wird, und Üçkuyu (Değle) die Region Binbirkilese (auf deutsch: 1001 Kirchen). Auf dem Mihalıç Tepesi, einem der 3 Gipfel des Vulkans Karadag befindet sich eine Sendestation des türkischen Fernsehsenders TRT.


Kurz vor Ortaoba kommt mir ein junger Türke auf seinem Moped entgegen und spricht mich in gutem Englisch an. Memduh, so heißt er, bietet mir an bei ihm zu übernachten, was ich natürlich gerne annehme. Zuvor essen wir noch bei seinem Onkel Ramazan und seiner Familie.

Wir gehen dann noch in das cahve (Teestube) im Ort, wo wir seine Freunde treffen. So ein Fremder ist natürlich Gesprächsstoff Nummer 1. Danach bringe ich meinen Rucksack in sein Haus wo sein Freund bereits den Stubenwärmer angeheizt hat. Nach ein paar cays schlafen wir gemütlich auf einer Matratze am Boden ein.
05.11. Nach einem kurzen Frühstück verabschiede ich mich von Memduh. Heute steht eine kleine Bergetappe an und gegen Mittag erreiche ich dann das Dorf Degle, in dem sich einige der über 50 Kirchen aus der byzantinischen Zeit befinden.


Es sind Überreste der frühen Christenheit hier in den ersten Jahrhunderten nach Chr. bevor im 9. Jhdt. Araber den Islam hierher brachten und die Kirchen weitgehend zerstört bzw. nicht mehr verwendet wurden. Am Weg nach Üçkuyu werde ich von Einheimischen zu Tee und Brot eingeladen bevor ich Mehmet Ince im Haus seiner Eltern treffe.

Er wusste von mir bereits von Birgit, die ebenfalls vor kurzem hier vorbei kam und am Weg nach Jerusalem ist. Vielen Dank Birgit für diesen äußerst liebenswerten Kontakt! Eigentlich wollte ich ja an diesem Tag noch weitergehen aber es ist so nett hier und so beschließe ich am frühen Nachmittag doch bei ihm eine Nacht zu bleiben. Es ist einfach wunderschön hier mitten in einem Garten zu sitzen am Fuße eines Vulkans.

Mehmet ist gerade mit seinem Wirtschaftsstudium in Istanbul fertig geworden und sucht jetzt einen passenden Job. Vorzugsweise in Istanbul, Karaman ist zweite Wahl.

Er wohnt hier bei seinen Eltern und am Abend kommt auch noch sein Onkel mit der Großmutter vorbei. Sein Onkel grillt Fisch vom Schwarzmeer und es gibt zum Trinken auch wieder einmal ein Bierchen, wohlgemerkt der Marke Bremen.


Nach mehr als einem Monat Abstinenz auch wieder einmal ganz gut. Danach bereiten Mehmet und ich dann mein Bett im Hause seines Onkels zu und wir gehen schlafen.
06.11. Da es heute über 40 km nach Karaman sind verabschiede ich mich von Mehmet und seiner Mutter um ca. 07:30. Mir bleibt ein sehr liebenswerter Mehmet und eine sehr liebenswürdige Familie in Erinnerung!
In der Ortschaft Madensehri besichtige ich noch eine weitere der vielen Kirchen und gelange um die Mittagszeit nach Kilbasan wo ich ein Etli Ekmek esse.

Als es bereits finster wird komme ich dann schließlich doch nach Karaman und ich gönne mir zwei Nächte im Nadir Hotel im Zentrum der Stadt (375 TL die Nacht inkl. Frühstück). Am Abend esse ich Döner und als Nachspeise gibt es verschiedene Baklavas mit Tee. Ich werde morgen hier einen wohlfeilen Ruhetag einlegen!
07.11. Ich schlafe lange und genieße ein traumhaft gutes Frühstücksbuffet mit Eierspeise, verschiedenen Käsebrötchen, Honigmelonen, etc. Dann durchstreife ich die Stadt und umrunde die Festung der Stadt, die allerdings geschlossen ist.


Am Markt trinke ich mit den Männern cay und esse dann einen Adana Kebab. Als ich ins Hotel zurückkomme, versichert mir der Hotel Manager, der übrigens gut Deutsch spricht, dass er selbst aus der Stadt Adana komme und nur dort der Aldana Kebab wirklich gut schmeckt.

Ausserdem sei Mersin für die Tantunis (mit Fleisch gefüllte Fladenbrote) und Hatay für die guten Künefe bekannt. Ich werde gerne später auf meiner Wanderung seinem Rat folgen…:-) Ich telefoniere untertags auch wieder einmal mit zuhause und verbringe noch einen geruhsamen Abend im Bett des Hotels.
08.11. Heute geht es wieder weiter aufs Feld Richtung Süden und Mut und Silifke. Nach einem leichten stetigen Anstieg erreiche ich um die Mittagszeit die Ortschaft Tarlaören, wo ich zwei Frauen um Wasser bitte. Sie füllen nicht nur meine Wasserflaschen an sondern nehmen mich zu ihnen nach Hause mit zum Mittagessen. Sie machen gerade am Boden sitzend Fleischbällchen, die sie roh essen. Vom Rest in der Pfanne wird Wasser dazugegeben und als kalte Suppe gegessen. Ich habe diese Speisen noch nirgendwo in der Türkei gesehen, beides mundet hervorragend. Im Anschluss gibt es cay und als ich mich von ihnen verabschiede, geben sie mir auch noch ein mit Schafskäse gefülltes Brot und Wasser mit. Es bleibt mir wieder einmal nur übrig ‚Vielen Dank‘ zu sagen.

Ich wusste, dass es heute auf meinem Weg keine Unterkunft geben würde und fragte bei verschiedenen Tankstellen ob ich übernachten könne, es hat sich aber nichts wirklich ergeben. Vor allem war Regen angesagt. Als es schon finster wurde erreichte ich ein Arbeiterlager wo mir zwar Abendessen angeboten wurde aber auch hier war es nicht möglich zu schlafen. So ging ich auf der Straße weiter und nach Kilometer 38 finde ich in der Nähe der Straße Unterschlupf in einem leerstehenden Wintergarten wo ich eine Nacht mit Isomatte und Schlafsack verbringe.
09.11. Die Suche gestern nach einem festen Dach über dem Kopf machte sich dann vor allem in den frühen Morgenstunden bezahlt als es ordentlich zu regnen beginnt. Ich frühstücke das mitgebrachte Brot der Frauen und trinke viel Wasser. Als der Regen weniger wird gehe ich die Hauptstraße weiter und erreiche so gegen 10h Sertavul wo ich in einer Lokantasi einige Sachen zu machen habe, telefoniere, etc. und letztlich auch noch eine Mercimek Suppe mit Brot esse. Es geht heute noch einmal auf ca. 1.600 Meter rauf auf einen Pass bevor sich die Straße Richtung Küste und dem wärmeren Tiefland hinunterschlängelt. Güle güle anatolisches Hochland, fast ein bisschen Wehmut kommt auf in mir. Abseits der Straße auf kleineren Wegen erreiche ich nach einigen Stunden die Ortschaft Narlidere auf einer Seehöhe von ca. 600 Metern wo ich mit einigen Dorfjungen meine Kekse teile. Ich fülle bei der Moschee meine Wasserflaschen und zelte in einem niedrigen Kiefernwald außerhalb des Dorfes.

10.11. Die Nacht war ruhig und deutlich wärmer. Da es am Weg keinen Lebensmittelladen gibt, esse ich in der Früh meine kleinen Müslinotrationen und mache mich auf den Weg nach Mut. Schon in Sille kurz vor Konya hörte ich, dass Mut für seine Oliven bekannt ist. Am Weg nach Mut beobachte ich dann die vielen Arbeiter bei der Olivenernte. Zumittag erreiche ich die Ortschaft Derincay wo es eine kleine Teestube gibt und esse dort einen Toast, der wieder einmal meinen Magen füllt.

Die Männer hier mit ihren Pluderhosen kommen und gehen, trinken Tee und fahren dann mit ihren Traktoren weiter nach Hause oder aufs Feld. Jeder kennt jeden… Am Nachmittag winken mir dann rastende Frauen zu und bieten mir Tee an. Sie machen gerade Pause von der Olivenernte und sind wohl auch über etwas Abwechslung froh. Ich lerne Hussain Ali kennen, der 15 Jahre in Frankfurt gearbeitet hat und gut Deutsch spricht.

Von ihm erfahre ich, dass an einem Tag bei der Olivenernte 250 TL zu verdienen sind, ca. 15 Euro. Nach einer Weile verabschiede ich mich und gegen Abend erreiche ich Mut wo ich mich im guten Grand Tas Otel am Stadtanfang für 300 TL einquartiere.

11.11. Nach einem Frühstück im obersten Stockwerk des Hotels mit guter Aussicht schaue ich mir heute morgen ein wenig die Stadt Mut genauer an. Es gibt hier eine Festung mit gutem Blick auf das umliegende Land, eine schöne Moschee in der Stadtmitte und ein geschäftiges, mit verschiedenen kleineren Shops und Essensstuben gefülltes Stadtzentrum.



Letztlich trinke ich noch gemütlich einen cay (auf den ich von der Besitzerin eingeladen werde) bevor ich mich von dieser irgendwie interessanten Stadt verabschiede. Zumittag kaufe ich mir auf einer Tankstelle einen Strutzen Weißbrot und Dreieckskäse, als Nachspeise gibt es weißen Schoko mit Pistazien, mein Lieblingsschoko hier…

Schließlich erreiche ich so gegen 17h die Ortschaft Asagi Köserlerli, wo ich mir in einem Lebensmittelladen eine Cola kaufe. Ich frage den jungen Betreiber ob es hier eine Unterkunftsmöglichkeit gebe. Hayati, so heißt der Betreiber, ruft den Muhtar an und schnell ist klar, dass ich hier im Gemeinderaum des Dorfes übernachten könne. Ich lerne auch noch den Vater von Hayati kennen und letztlich essen wir bei Hayati’s Mutter Suppe und Nudeln. Am Abend haben wir noch viel Spaß mit der Dorfjugend, die sich hier jeden Tag am Abend vor dem shop trifft.

12.11. So gegen 7h wache ich auf, packe meinen Rucksack und gehe noch einmal zum Shop von Hayati. Ich werde noch einmal zu zwei Simits und einem Saft zum Frühstück eingeladen. Dann verabschiede ich mich von dieser sehr netten und wunderbaren Familie. Ich gehe weiter auf dem Weg entlang des Göksu Flusses und den daran liegenden Dörfern. In der Ortschaft Kargicak gibt es eine Lokantasi wo ich Reis und Bohnen esse. Durch Canyonlandschaft erreiche ich gegen Abend Keben und ein Stückchen weiter Degirmendere, wo es einige Teestuben gibt.

Ich erkundige mich in einer dieser Teestuben nach einer Unterkunft und lerne dabei Ismail kennen. Er meinte dies sei kein Problem und wir trinken gemeinsam einige cays. Es gebe halt keinen Strom und keine Toilette, sehr wohl aber ein Bett mit Decke und Polster. Dann zeigt er mir meine Unterkunft und verabschiedet sich.

13.11. Frühmorgens sitze ich dann schon so um 7h in der Teestube und esse meine Simits und letztlich ist auch der Tee fertig. Ich lerne auch noch Mustafa kennen, der mir versichert, dass die besten und größten Granatäpfel der Türkei nur in dieser Gegend zu finden seien. Entlang des Göksu Flusses findet gerade die Granatäpfelernte statt und wie es sein soll winkt mir ein Einheimischer ich solle doch näher kommen. Er bietet mir einen halben Granatäpfel an, den ich mit Genuss esse und mich satt werden lässt. Tatsächlich sind sie hier riesengroß und noch saftiger als diejenigen, die ich davor gegessen habe.

Zumittag treffe ich einen Imker, der entlang der Straße seinen Honig verkauft. Als ich mein mitgebrachtes Simit auspacke kommt er sofort mit einer Honigdose vorbei und bietet ihn mir mit einem kleinen Löffelchen an. Umschwärmt von Bienen, die jedoch völlig harmlos sind, genieße ich diesen Leckerbissen. Der Honig schmeckt vorzüglich… Ich gehe dann die letzten Kilometer durch wunderschöne Canyonlandschaft entlang des Göksu Flusses nach Silifke.

Dabei lerne ich auch noch zwei junge Russen aus Smolensk kennen, die hier in der Nähe in einem Atomkraftwerk arbeiten. Sie geben mir einen halben Liter Wasser und seien froh derzeit gerade nicht zu Hause zu sein. Was ihnen nicht zu verdenken ist… Spasiba bolschoj Jungs! Gegen Abend erreiche ich dann Silifke und erfahre vom Betreiber des Göksu Otels, dass es kein Zimmer mehr gibt. Er schickt mich in das Ayatekla Otel in der Nähe des Busbahnhofes wo ich mich für zwei Nächte (je 375 TL inkl. Frühstück) einquartiere. Ich dusche wieder einmal, des Pilgers Lohn denke ich mir immer wieder. Am Abend esse ich noch eine Paca corba und gehe früh schlafen. Morgen werde ich hier wieder eine Pause einlegen bevor es Richtung Mersin weiter geht.
Gesamtkilometer: ca. 4.410
Fazit: Die wirkliche Türkei lernst Du im ländlichen Raum kennen. Nirgendwo sonst ist es leichter und besser die liebenswürdigen Menschen und ihre Gastfreundschaft kennenzulernen. Das Hochland von Anatolien hat viel zu bieten – Abenteuer fernab vom Tourismus, Gastfreundschaft, ursprüngliche Bevölkerung und schöne, abwechslungsreiche Landschaften. Wenngleich nun die Temperaturen hier an der Küste in Silifke vor allem abends wieder angenehmer sind, kommt schon ein wenig Wehmut auf, dass Anatolien hinter mir liegt. Güle güle Hochland von Anatolien!

Franz Schachner
Einfach unglaubliche Geschichte. Die Fotos sind auch super toll! Danke, Georg, auch die besten Grüße von meiner Frau. Immer wieder ein Genuss, deine Berichte. Pass auf dich auf und die besten Grüße
Georg
Vielen Dank Franz und freut mich wenn dir meine Geschichten gefallen😇👍
Liebe Grüße, auch an deine Frau, und viel Spaß und alles Gute weiter beim Russisch lernen, Georg 🚶👌
Heinrich
Hallo Georg!
Herzlichen Dank für deinen Bericht.Er ist immer sehr spannend. Weiterhin viel Freude.
Liebe Grüsse Heinrich und Krista.
Heinrich
Hallo Georg!
Herzlichen Dank für deinen Bericht.Er ist immer sehr spannend. Weiterhin viel Freude.
Liebe Grüsse Heinrich und Krista.
Georg
Vielen Dank Heinrich und wünsche Euch beiden auch weiterhin alles Gute.
Liebe Grüße Georg😇🚶✌️
Rudelstorfer Heinrich
Hallo Georg!
Danke für deinen Bericht.Es freut mich, dass du immer wieder so nette Leute kennen lernst.Ich war auch 1967 in dieser Gegend (Adana, Mersin, Silifke, Anamur). Ich wünsche dir weiterhin viel Durchhaltevermögen. Dein Ziel Jerusalem wartet auf dich. Viele liebe Grüße von Heinrich und Krista.
Georg
Hallo Heinrich,
aja, interessant… Und ja, Jerusalem ist schön langsam zu erahnen😊
Liebe Grüße retour an Euch beide, Georg 🚶♂️✌️
Edith Danner
Hallo Georg, schön dass du immer wieder Gastfreundschaft erlebst.
Wünsche dir eine gute Weiterreise. Liebe Grüße Edith
Georg
Hallo Edith,
vielen Dank🙏 und wünsche auch Dir weiterhin alles Gute!
Liebe Grüße von der Südküste der Türkei, Georg 🚶♂️🤞
Holly Fredi
Hallo Georg, dir glaube ich geht’s gut was man so liest, die Gastfreundschaft, die Verpflegung, aber man muss auch das Essen mögen. Ich wünsche dir weiterhin alles Gute und bleib gesund. 👍👣
Georg
Hallo Fredi,
vielen Dank und ja klar, es ist nicht jedermanns Sache…
Liebe Grüße und alles Gute dir auch weiter, Georg
Birgit Wagner
Ja, auch für mich war diese Strecke eine sehr besondere : herausfordernd mit den langen einsamen Bergetappen und wissend, dass es manchmal tagelang kein Hotel gab – und umso „be“-lohnender.
Ich bewundere aber, wie du bei alldem es noch schaffst so schöne Bloggs zu schreiben, auch die Fotos sind klasse.
Lieber Gruß aus der letzten JW-Stadt der Türkei, auch wieder anderes: Hatay/Antakya
Georg
Hallo Birgit,
freut mich, dass dir meine Berichte gefallen und du es schon bis Antakya geschafft hast!
Und ja, irgendwie geht es immer mit Übernachtungen, etc. Schön auch wenn man darauf vertrauen kann.
Dann wünsche ich dir noch eine schöne Zeit in Antakya und alles Gute für dein nächstes Land🤗
Liebe Grüße, Georg.