Saudi Arabien – Teil 7

28.01. Zum Frühstück gibt es selbstgemachte, kleine Pfannkuchen mit Schokosauce, dazu einen Karottensaft und Wasser. Gestärkt und vor allem sauber verabschiede ich mich. Im Ort Abu Dhiba treffe ich dann wieder die örtliche Polizei und frühstücke mit ihnen.

Am Weg Richtung Jeddah komme ich nach ca. 1 Stunde bei Imkern aus dem Yemen vorbei. Neben einem Tee lassen Sie mir auch den Honig schmecken, hervorragend!

Einladung zum Tee und Honigverkosten – Ahmed und sein Sohn Said sind nomadische Imker aus dem Yemen

Ahmed ist hier schon seit vier Jahren, sein Sohn Said erst seit einem Monat. Sie geben mir dann auch noch eine Imkerhaube mit der ich die Bienenstöcke genauer inspiziere. Einer Biene bin ich dann doch zu nahe gekommen und sie gab mir ein kleines Andenken am kleinen, rechten Finger mit… 🙂 Den restlichen Tag durchstreife ich wunderschöne, abgelegene Bergwelt und habe so meinen ‚Spaß‘ mit der schurta.

Begegnungen auf dem Weg
‚Spaß‘ mit der schurta (Polizei)

Letztlich schlafe ich heute wieder einmal in meinem Zelt. Auf ca. 150 Meter Seehöhe ist es schon angenehm warm, auch die Nächte im Zelt.

Mein Zeltplatz

Nächsten Tag versorge ich mich bei einer kleinen Firma mit Wasser für den Tag und werde auf einen Tee eingeladen. Dann mache ich mich auf in die Wüste, die nächsten 50 km wird es ruhig 🙂 Dann zeigt sich gleich wieder einer meiner besten Freunde der Polizei und nach einer kurzen Predigt verzieht er sich.

Er war sehr weise und ersparte sich viel… 🙂

Ich habe ihn die kommenden 50 km und auch weiter bis Jeddah nicht mehr gesehen. Ich gelange nun wirklich in abgelegenes Wüstengebiet, Schaf und Kamelherden begegnen mir.

Schafherden am Weg an die Küste
Schöner Wanderweg an die Küste

Ich habe auch kein Netz mehr, letztlich verabschiedet sich auch Google Maps. Perfektes Timing dafür😉 So versuche ich die Strecke mit Kompass zu gehen, was auch gut informiert. Letztlich brauche ich mehr Wasser als gedacht!

Es wird auch Ende Januar schon wieder heiß!
Dromedare auf dem Weg – meine Lieblinge!

Allerdings kommt dann ein Auto vorbei, das ich anhalten und lächelnd versorgen sie mich mit dem was ich brauche. Am Abend schlafe ich in einer kleinen Moschee, in der wohl schon lange keiner mehr gebetet hat. Ich koche mir die letzte Packerlsuppe, die ich mir von zuhause mitgenommen habe. Ich trinke viel und merke wie ich wieder zu Kräften komme.

30.1. Nach nur mehr 15 km komme ich heute wieder auf die Straße zwischen Yanbu und Jeddah. Von hier werde ich auf einer Nebenstraße die restlichen ca. 150 km nach Jeddah gehen. Es gibt hier wieder ab und zu Restaurants, Shops, etc… Die Durststrecke hat ein Ende 🙂 Ein Mann gibt mir ein Sackerl voller kleiner Fruchtsäfte und Wasserflaschen aus dem Auto, die ich in einem Schatten fast alle auf einen Sitz austrinke. Ich hatte es nötig… Am späten Nachmittag erreiche ich dann ein pakistanisches Restaurant wo ich mich mit drei Rotis und Dhal, einem Linsengericht. Nach einem kurzen Gespräch mit dem Imam, erlaubt er mir in der Moschee zu schlafen. Ein Bengali list und singt mir noch etwas aus dem Koran vor. Dann gehen die Lichter aus und ich kann schlafen.

Mit zwei Bengalis in einer Moschee

31.1. Am Morgen esse ich zwei Paratha und trinke Tee und Wasser. Dann geht los Richtung KAEC (King Abdullah Economic City).

Von diesen Spritpreisen können wir nur träumen. 1l Benzin umgerechnet 0,53 €, 1l Diesel gar nur 40 Cent!

In KAEC wohnen Maria Luisa und José aus Spanien, die ich unweit vom Wadi Disah kennengelernt habe. Sie haben mich damals eingeladen bei ihnen zu bleiben, wenn ich hier vorbei komme. Es liegt ca. 40 km entfernt und ich versuche sie heute noch zu erreichen. Am genauen Blick merke ich, dass es auch heute keine Verpflegungsmöglichkeit am Weg gibt. Durch ziemlich öde und weite Industrielandschaft erreiche ich bei Einbruch der Dunkelheit das Zuhause von Luisa Maria und José. Sie arbeiten hier in KAEC um ihre Reisen zu finanzieren. Ich kann mich endlich wieder einmal duschen und auch die Wäsche wird gewaschen. Dann gibt es Pasta und wir erzählen uns viele Geschichte. Allerdings nicht zulange weil mir echt die Augen zufallen. Ich schlafe auf der Couch im Wohnzimmer und genieße es sauber zu sein.

Nächsten Morgen fahren José und ich einkaufen während Luisa Spanisch Nachhilfe gibt. José zeigt mir dann den Golfplatz, in dem er arbeitet.

Am Strand von KAEC

Beide sind hier um Geld zu verdienen und um ihre Weiterreise in Afrika zu finanzieren. Ihr Mitsubishi Geländewagen steht derzeit in Namibia. Ihre Webseite lautet: www.2manchegostrotamundos.com

Vor dem Mittagessen gehen wir noch eine Runde schwimmen. Dann verkriechen wir uns vor der Hitze und es gibt Huhn.

Mit Luisa und José in Ihrem Zuhause in KAEC

Den Rest des Tages erzählen wir uns Geschichten vom Reisen und unserem Leben. Vielen Dank Luisa und José für die Einladung!

2.2. Heute starte ich früh kurz nach 6h und erreiche gegen 10h eine Zugstation wo ich mich mit einer Cola und einem Tee stärke. Derzeit sitze ich grad bei einer Tankstelle und warte bis die ärgste Hitze vorüber ist.

Es wird schon wieder ordentlich warm hier Anfang Februar – 35 Grad mit hoher Luftfeuchtigkeit

Dann gehe ich weiter Richtung Jeddah. Am Abend gelange ich zu einem pakistanischen Restaurant wo ich Paratha und Dhal esse. Als ich es mir dann so richtig gemütlich machen wollte in der naheliegenden Moschee, kommt ein Einheimischer vorbei und gibt mir zu verstehen, dass die Moschee geschlossen werden müsse. Es ist bereits ca 22h und er erlaubt mir, direkt vor der Moschee im Freien zu schlafen. Es ist auch bereits in der Nacht kuschelig warm im Freien, die Stechmücken mögen das auch.

3.2. Am Morgen stärke ich mich wieder mit zwei Paratha, cay und Wasser bevor es wieder auf geht. Jeddah rückt unaufhaltsam näher… Ich halte mich heute entlang der Straße. Kein Supermarkt, keine Moschee, etc… So beschließe ich um die Mittagszeit bei einem Haus Rast zu machen. Der bengalische Aufpasser erlaubt mir im Zelt zu rasten. Wir teilen uns die Wassermelone, die ich auf dem Weg geschenkt bekommen habe. Dann kommt auch noch ein Saudi vorbei, der hier arbeitet. Wir unterhalten uns noch kurz, bevor ich wieder weiter ziehe. Gegen Abend bleibt wieder einmal ein Polizeiauto stehen und erklärt mir wie ich gehen soll. Da ist er bei mir genau richtig 🙂 Nachdem ich ihn einfach ignoriere und weitergehe, kommt er mir schreiend nach und verlangt den Reisepass. Da muss ich dann innerlich auch einmal lachen, und wahrscheinlich hat man mir es auch angesehen. Er beruhigt sich schnell wieder und wir schließen Freundschaft. Er war dann nicht mehr sichtbar. Bei einer Tankstelle esse ich wieder einmal beim Pakistani und geschlafen wird in der Moschee.

4.2. Ich starte um ca. 07:30 und komme in das Vorstadtgebiet von Jeddah.

Mit Pakistanis im Vorstadtgebiet von Jeddah

Zumittag gibt es Hendl mit Reis und Pommes und ich warte derzeit wieder einmal die ärgste Hitze ab. Gegen Abend erreiche ich die Strandpromenade von Jeddah.

Strandpromenade von Jeddah. Im Hintergrund der Jeddah Tower, der sich gerade im Bau befindet und das höchste Gebäude der Welt werden soll! Er soll das erste Gebäude der Welt werden, dass die 1.000 Meter Grenze überschreitet.

Ich stärke mich mit Pommes-frites und setze mich dann auf den Boden und betrachte das Treiben. Ein Sicherheitsbeauftragter bietet mir seinen Sessel an und bringt mir auch Tee und etwas zu essen.

Zu Gast bei einem Security Personal

Dann erfahre ich, dass die Moscheen hier um 21h geschlossen werden. Ich gehe weiter bis ich ein ruhiges Plätzchen finde. Ich übernachte im Freien und lasse die letzten zwei Monate revue passieren.

5.2. Frühmorgens räume ich noch im Finsteren das Feld und esse meine letzte Müsliration, die ich mir von zuhause mitgenommen habe. Die Wanderung hier in Saudi Arabien geht heute zu Ende, so kann auch die Essensnotration zu Ende gehen. Wer trägt denn schon unnötigen Proviant. Ich schlendere durch die Großstadt Jeddah, die um die 4 Mio. Einwohner hat.

In den Straßen von Jeddah
In den Straßen von Jeddah

Es herrscht viel Verkehr und immer wieder muß ich lange warten um die Straße zu überqueren. Zumittag esse ich in einem indischen Restaurant wo ich auch mein Handy auflade. Ich kann hier in Jeddah bei Moustafa übernachten. Moustafa ist ein Freund von José, dem Spanier, der mir schon in Medina eine Übernachtungsmöglichkeit bei Sherif Mohammed organisiert hat. Moustafa arbeitet im Al Taybat International City Museum und hat hier auch eine Wohnung, in der ich schlafen kann. Moustafa ist Ägypter und lebt hier mit seinem Bruder Mahmud, der mir einen Tee zubereitet. Dann dusche ich wieder einmal und genieße wieder einmal sauber in einem richtigen Bett zu liegen. Am Abend fahren wir dann noch gemeinsam in ein libanesisches Restaurant und genießen das gute Essen!

Abendessen mit Mahmud (links) und Moustafa in einem libanesischen Restaurant in Jeddah

Gesamtkilometer in Saudi Arabien: ca. 1.700

Gesamtdauer in Saudi Arabien: 65 Tage

Gesamtkilometer von Österreich nach Jeddah in Saudi Arabien: 7.350

Gesamtdauer von Österreich nach Jeddah in Saudi Arabien: 1 Jahr

Zusammenfassung:

Ich muss schon gestehen, dass ich froh bin, dass jetzt die Wanderung in Saudi Arabien zu Ende gegangen ist. Wüstenkilometer zählen halt doch immer doppelt. Ich bin ziemlich genau 1.700 km in 52 Gehtagen gegangen, das ergibt einen Tagesschnitt von knapp 33 km wenn ich gegangen bin. Ich hatte allerdings auch 13 Rasttage. Die auch mit eingerechnet ergibt einen Tagesschnitt von ca. 26 km. Das ist doch um einiges mehr als ich ’normal‘ gehe. Ich werde mich nun hier in Jeddah wieder ein wenig sammeln und mir die Weiterreise überlegen. Insgesamt bin ich total überrascht von diesem Land und kann es jedem nur empfehlen hierher zu kommen!

4 Kommentare

    Kiwi Girl

    What a wonderful journey. Thank you for taking us along with you.
    Will you stay in Saudi Arabia for Ramadan or fly elsewhere (or even back hone) before it begins?

      Georg

      Hello Kiwigirl,
      like to take you along with me on this journey. The beginning of Ramadan I will be still in Saudi, then I will go somewhere else.
      Greetings from Saudi and take care 🙋‍♂️👍

        Kiwi Girl

        Be careful. Saudi is probably the safest place in he Middle East right now. The news we hear is that Iran has internal problems as well as he chance that it might soon be involved in a war with Israel. When / if missiles fly, they’ll cross over Jordan too.
        There has been new fighting in the north of Syria, but Damascus seems safe enough. Yemen is still unsafe. Iraq is mostly safe, except for problems between he Kurdish north and the suni south.
        Egypt is ok but I don’t think you’d like it much after SA. Over in Africa, Sudan and Somaliland have their problems … wise not to get caught up in them.
        Of course, as we both know, what is printed in ‚western‘ media is not always correct. But do check from where you are, and stay safe.
        Your bear and dragon are sitting on my coffee table. They tell me they are missing you. 😀

        Georg

        Hello Kiwi girl, appreciate your idea about the the Middle East and Eastern Africa. We will see what happens next 🙂
        I the meantime I wish you a good time in Chelsea and enjoy a good cup of tea.
        Greetings, also to the bear and the dragon, Georg!

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