BALI:
Denpasar:
Nach einer Nacht im Hafen von Banyuwangi (Java) brachte mich eine Faehre in ca. 1 Stunde nach Bali in den Hafen von Gilimanuk. Ich war schon vor ca. 15 Jahren einmal laengere Zeit auf Bali und so beschloss ich diesmal nur kurz hierzubleiben. Mit einem Minibus ging es dann der SW Kueste entlang und nach 4 bis 5 Stunden erreichten wir Denpasar, die Hauptstadt der Insel.
Reges Treiben und Verkehr empfing mich in dieser Stadt. Ich nutzte die Zeit hier um mir die Stadt aunzuschauen, besuchte das sehr interessante Nationalmuseum, machte einige Besorgungen, ein kurzer Abstecher beim Zahnarzt und ein gutes indisches Abendessen auf dieser vom Hinduismus gepraegten Insel rundeten meine knappen zwei Tage hier in dieser Stadt ab.
LOMBOK:
Lembur, Mataram:
Von Padang Bai ging es wieder mit dem Schiff in ca 5 bis 6 Stunden auf die Insel Lombok nach Lembur. Auch Lombok ist schon vom Tourismus ziemlich ueberschwemmt, mich zog es weiter Richtung in den weniger touristischen Osten Indonesiens, Flores, die Molukken, Sulawesi, usw…
Via Mataram, der Hauptstadt der Insel durchquerten wir die Insel nach Labuhan Lombok von wo wir mit einer Faehre Poto Tano, den westlichen Hafen der streng muslimischen Insel Sumbawa erreichten.
SUMBAWA:
Sape:
Sumbawa wie Lombok gehoeren bereits zur Region West Nusa Tenggara, dass sich bis Flores und Timor erstreckt. Ueber wunderschoene Berglandschaft, schoenen einsamen Buchten gelangten wir nach Bima und weiter nach Sape, dem Hafen im Osten der Insel. Hier war zuerst einmal Ende meiner Durchreise durch West Nusa Tenggara als ich im Hafen erfuhr, dass die Faehren nach Flores immer erst am Morgen weggehen. Zeit also ein wenig innezuhalten und den Hafen zu erkunden. Gegen Abend versammelten sich Hunderte Einheimische vor wenigen und sehr kleinen Booten im Hafen. Irgendwie erfuhr ich, dass diese Boote Leute nach Sumba bringen sollten. Der Wind war allerdings sehr stark, die See dementsprechend rauh und es wurde heftigst diskutiert und ueberlegt ob sie nun uebernacht die Reise antreteten sollten oder nicht. Auch mit dem Preis und auf einen der viel zuwenigen Plaetzen auf einem Schiff wurde von den Schiffseignern und Bootsfuehrern gepokert… Ich muss gestehen, ich haette mich da nicht mit so einem Holzschiffschen auf eine Nachtfahrt bei dem Wind eingelassen, aber die sind hier um Einiges mehr gewoehnt. Es erinnerte mich trotzdem einwenig an zuhause und den haeufigen Vorfaellen im Mittelmeer…
FLORES:
Labuan Bajo:
Am naechsten Morgen ging dann um 10:00 puenktlich die Faehre weg von Sape (Sumbawa) durch viele kleine Insel des Komodo Archipels auf die grosse Insel Flores in Ost Nusa Tenggara. Ich quartierte mich im Bajo Beach Hotel ein, die Preise sind hier fuer ein EZ mit Fruehstueck fuer ca 10 Euro wirklich erschwinglich und die Mitarbeiter absolut hilfreich und ehrlich. So erklaerte sich wieder einmal ein Mitarbeiter vom Hotel bereit sich fuer mich offiziell als ‚Sponsor‘ fuer mich fuer die Visumsverlaengerung um ein weiteres Monat auszugeben, ein Besuch beim Immigrationsbuero und nach 3 Tagen war alles erledigt. Es war diesesmal um einiges einfacher als beim ersten mal in Jakarta, wahrscheinlich auch weil ich den Vorgang bereits kannte und es hier weit ruhiger abgeht als in der Millionenstadt Jakarta. Labuan Bajo hat einen wunderschoenen Hafen mit traumhaft schoenen Ausblicken und vor allem der Nachtmarkt, wo man sich den Fisch selber aussuchen kann bevor er am Grill landet, beeindruckte mich sehr. Es gibt hier auch viele Tauchschulen da es hier im Komodo Nationalpark wahrscheinlich eine der schoensten Tauchreviere der Welt gibt. Auf Empfehlung von Kevin, dem Schweizer, den ich in Myanmar traf, entschied ich mich fuer die Tauchschule Uber Scuba (www.uberscubakomodo.com) und so fuhren wir eines Tages auf einem grossen Holzschiff und vollmotiviert in den NP zum Tauchen. Die drei Tauchgaenge (die 3 Tauchorte waren: Sabia Besar, Batu Bolong und Mavan), die wir hier machten, stellten fuer mich alles bisher Gesehene unter Wasser in den Schatten. Absolut noch intakte und bunte Korallenwelt, viele viele verschiedene kleinere und bunte Fischarten, viele grosse Schildkroeten, einen Hai und letztlich in Mavan 10 bis 15 bis zu 4 Meter grosse Mantelrochen auf einmal… da setzt (oder besser kniest) Du Dich nur mehr mit Deiner Flasche auf den Meeresboden und staunst. Sie sind absolut nicht scheu und schwimmen ein paar Meter neben oder ueber Dir vorueber, ein absolutes Naturspektakel und kaum beschreibar. Wir hatten auch das Glueck sie hier ca 1 Stunde so hautnah beobachten zu koennen obwohl jetzt auch nicht die Saison fuer Mantas ist, die normalerweise von November bis April geht. Aber Natur ist eben Natur…
Retour am Schiff war danach natuerlich unter den ca 20 Tauchern die Freude und Stimmung gross und bei Sonnenuntergang erreichten wir wieder alle gesund und munter den Hafen von Labua Bajo.
Aber auch oberhalb der vielen kleinen Inseln des Komodo Nationalparks gibt es viel zu sehen, besonders die Komodo Warane, bis zu 4 Meter grosse Echsen, die auf mehreren Inslen hier zu finden sind. Und so war es dann ein anderes kleines Holzboot dass uns an einem fruehen Morgen bei relativ schwerem Seegang (einer junge Kanadierin wurde auch ordentlich schlecht und vergrub ihr Gesicht nur mehr zwischen ihren Knien…:-)) auf die Insel Padar brachte und wir einen kleinen Aussichtspunkt bestiegen von wo der Ausblick ueber die vielen Inseln grandios war. Auch die junge Kanadierin erholte sich schnell wieder und so waren wir ca 10 verschiedene Touristen als wir auf der Insel Komodo landeten. Ein Ranger und einige Helfer mit langen Stecken (zum Schutz gegen die Echsen) begleiteten uns 1 1/2 Stunden bei einem Rundgang auf der Insel, bei dem wir insgesamt 6 dieser riesigen Echsen hautnah sehen konnten. Die Komodowarane sind ausschliesslich Fleischfresser, fressen sich auch bei Ableben selber und manchmal auch Junge und selbst Menschen sind nicht sicher vor Ihnen, also Respekt zollen diesen Tieren. Es gibt ca 4.000 Komodowarane auf 5 verschiedenen Inseln hier, es moege Ihnen noch ein langes Leben beschienen sein.
Am Rueckweg mit dem Schiff nach Labuan Bajo sahen wir am Manta Point auch nochmal einige Mantas vom Schiff aus, sie schwimmen bis an die Wasseroberflaeche und begleiteten uns auf unserem Schiff ein Weilchen. Spaetabends erreichten wir dann wieder den Hafen, ein Fischchen am Nachtmarkt und ziemlich muede schlief ich bald ein.
Gut ausgeschlafen schreibe ich heute diese Zeilen in Labuan Bajo, ich werde heute noch hierbleiben bevor ich morgen frueh mit einem Bus weiter ins Landesinnere vorstosse und die Gegend unsicher mache..:-)
Nach 10 Stunden Busfahrt ueber kurvige und bergige Strassen, die immer wunderschoene Ausblicke bieten, erreiche ich Bajawa, eine kleine Stadt inmitten der Ngada Provinz. Ein Einheimischer nimmt mich am naechsten Tag auf seinem Motorrad mit nach Bena und in ein abgelegenes Dorf an der Kueste, ‚Hello Mister‘, ‚Hello Mister‘ toent es von vielen Leuten, natuerlich vor allem von Kindern… An einem Abend lerne ich in Bajawa einen Indonesier aus Jakarta kennen, der mir erzaehlt, dass es im nahegelegenen Dorf Menge in den naechsten drei Tagen ein Fest gibt und ich gerne willkommen sei. Ich lass mich nicht zweimal bitten und fahre mit seiner Familie in dieses Dorf wo bereits rituelle Taenze abgehalten werden als wir ankommen und ein wenig spaeter auch noch ein Wasserbueffel und ein Schwein geopfert werden. Es wird uns erzaehlt, dass es eine Art Hauseinweihungsfeier ist und morgen jeder der 32 hier ansaessigen Clans zusaetzlich noch ein Schwein opfern (schlachten) wird. Es werden dann naechsten Tag nochmals 29 Schweine und zusaetzlich 3 Wasserbueffel, es fliesst viel Blut und es herrscht fast Festtagsstimmung… Von einem Einheimischen, der jetzt in Bali lebt, werde ich in sein Elternhaus eingeladen, es gibt Hund in Blut und Kokusnussoel getraenkt und herausgebacken. Wir trinken Moke aus eine Kokosschale, ein leicht alkoholisches Getraenk, das von Palmen hergestellt wird und letztlich muessen wir auch noch den Arak, eine Art Reisschnaps verkosten, schmeckt alles sehr gut. Es ist hier Brauch sich gegenseitig ins Haus einzuladen und es wird viel geschwatzt, gelacht und eine gute Zeit verbracht. Wer weiss wann es wieder so ein Fest in diesem Dorf gibt, das letzte aehnliche Fest fand vor knapp 60 Jahren statt.
Via Ende, wo ich eine Nacht verbrachte und mir das Pelni Schiff Buero keine Auskuenft geben konnte wann ein Schiff weggeht von Flores, gelange ich in das kleine Bergdorf Moni. Hier sind vor allem die drei Kraterseen des Vulkans Kelimutu sehenswert. Mit einem ausgeliehenen Moped fahre ich den Vulkan hinauf und verbringe oben einen wunderschoenen sonnigen Nachmittag bei den Seen, die noch dazu alle eine andere Farbe haben. Mich zieht es allerdings schon nach Maumere, wo es wieder einen Hafen gibt und ich meine Reise in Indonesien mit dem Schiff fortsetzen kann. Gestern erfuhr ich vom Pelni (staatliche Schiffsgesellschaft) Buero in Maumere, dass am Samstag, 24.6. um 6 Uhr frueh ein Schiff nach Makassar, der Haupstadt Sulawesi’s geht. So verbringe ich hier auf der vor allem von katholischen Christen bewohnten Insel Flores noch zwei ruhige Tage bevor ich wieder in See steche…:-) Grad recht um am 25. und 26.6. im muslimischen Sulawesi das Idul Fitri Fest (Ende des Fastenmonats Ramadan) mitzuerleben. Ich selbst hatte mir ja vorgenommen waehrend des Ramadans zumindestens keinen Zucker und Suessigkeiten zu essen, was mir bisher gut gelungen ist. Keine Angst, ich werde nicht konvertieren…:-)