Pulau (Insel) Ambon:

Ambon:

Es waren letztlich drei Tage auf hoher See bis ich hier in Ambon, der Hauptstadt der Molukken, ankam. Zuerst mit dem PELNI Schiff UMSINI von Maumere in Flores nach Makassar in Sulawesi. Hier wurde ordentlich das Idul Fitri Fest gefeiert, Fasten gehoert wieder fuer ein Jahr (besser gesagt 11 Monate) der Vergangenheit an.

Nach einem Tag in Makassar in Sulawesi brachte mich dann das PELNI Schiff DOROLONDA in zwei Tagen nach Ambon in den suedlichen Molukken. In zwei Tagen geht es weiter auf die Banda Inseln wo ich hoffentlich auch wieder viel zum Schnorcheln und Tauchen komme. Bis dahin werd ich mich ein wenig ausschlafen hier, am Schiff kam ich nicht viel dazu..:-) Auf dem Seeweg nach Ambon war das Wetter ja nicht immer gut und ich hab mir da eine Verkuehlung geholt, ich war wohl zuviel draussen trotz Regen und Wind, usw… Halsweh und ein wenig Husten war das Ergebnis, ein paar Tage ruhiger treten…

Banda Inseln:

Pulau (Insel) Neira:

Bandaneira:

Ich bin also nun auf den Banda Inseln, den Gewuerzinselns wie sie auch genannt werden. Damit wird ein lang gehegter Wunsch von mir Wirklichkeit. Diese Inseln waren vor allem zw dem 16 und 18 Jhdt heiss begehrt unter den europaeischen Seemaechten wie Portugal, Holland und England. Waren es doch hier zu dieser Zeit die einzigen Inseln auf der Welt auf denen zb die Muskatnuss und die Gewuerznelken wuchsen, aber auch noch viele andere Gewuerze. Bei der Ankunft mit dem Pelni Schiff Panggrango in Bandaneira, der Hauptstadt der Banda Inseln, passieren wir auch den noch aktiven Vulkan Gunung Api, der wie gemalt aus dem Meer ragt. Auch sind die zwei Lavafelder vom letzten Ausbruch noch gut sichtbar. 1988 ist er das letzte mal richtig gehend explodiert, dabei kamen auch 3 Menschen ums Leben. Seitdem koechelt er so ein wenig dahin, bis zum naechsten mal…

Bandaneira ist ein liebes, kleines Staedtchen mit vielen alten kolonialen Gebaueden aus der kolonialen Zeit. Hier durch die Strassen, die grossteils keinen Namen haben, zu gehen ist ein wenig wie eine Zeitreise. Ich besuche auch das noch gut erhaltene Fort Belgica, das Anfang des 17. Jhtds von den Hollaendern erbaut wurde und jetzt vor allem am Wochenende ein beliebter Treffpunkt der Jugend ist. Am Abend gehe ich immer zum gleichen Standl wo es gute Fleischknoedelsuppe (Bakso), gebratenen Reis (Nasi Goreng) und gebratene Nudeln (Mie Goreng) gibt. Ans Tauchen ist mit meinem Schnupfen leider nicht zu denken und so fahre ich nach zwei Tagen mit einem kleinen Holzboot auf die zwei Stunden entfernte Insel Run. Auf der Fahrt dorthin lerne ich Ichal, einen 25 jaehrigen Bewohner der Insel, kennen. Er laedt mich dort zu einer Hochzeit ein, die zwei Tage spaeter stattfindet.

Pulau (Insel) Run:

Schon bei der Ankunft empfaengt mich Abdullah, der Besitzer des Gaestehauses Manhattan, mit einem breiten Grinsen und schnell weiss ich, dass ich da gut aufgehoben bin. Auf der Insel Run gibt es nur am Abend einige Stunden Strom und getrunken wird ausschliesslich das Regenwasser. Auch gibt es kein kleines Restaurant wo man sich was zu essen kaufen koennte, allerdings kocht Mali, die Frau Abdullah’s so gut, dass sie jedes Restaurantessen in den Schatten stellen wuerde. Abdullah erzaehlt mir, dass die Insel auch Manhattan genannt wird, die Bewohner das aber eigentlich nicht moegen. Der Grund liegt in der Vergangenheit, als diese Insel den Englaendern gehoerte, den Hollaendern all die anderen kleinen Inseln der Banda Inseln. Und da Holland auch diese eine Insel haben wollte,  tauschten sie eine Insel aus Nordamerika, eben Manhattan, gegen diese Insel mit den Engalendern ein. Kein schlechter Handel also fuer die Englaender wie sich spaeter herausstellen sollte…

Abdullah zeigt mir die vielen Muskatnuss- und Kinaribaeume dieser Insel und ein altes, noch erhaltenes Gebaeude der Englaender (El Dorado), wo mit den Muskatnuessen Handel getrieben wurde. Am Abend treffe ich zweimal Ichal und wir gehen gemeinsam mit Abdullah’s Familie zur Hochzeit. Es wird hier zwei Tage ordentlich gefeiert, mit viel Trommeln und gutem Essen, das Feiern koennen sie und es war fuer mich wunderschoen da dabei sein zu koennen.

Zweimal gehe ich auch Schnorcheln, zb zur kleinen Insel Nailaka, besonders das Gebiet vor der Pier, wo das Riff ploetzlich von ca 2 Meter Wassertiefe hunderte von Metern runtergeht und Du in das tiefe Blau des Meeres blickst ist schon beeindruckend. Ganz abgesehen von den vielen bunten Fischen und der scheuen Wasserschildkroete, die sich schnell wieder in die blauen Tiefen verzieht.

Pulau (Insel) Neira:

Bandaneira:

Zurueck in Bandaneira beschliesse ich am naechsten Morgen den noch aktiven und 666m hohen Vulkan Gunung Api zu besteigen. Fruehmorgen um halbsieben stehe ich am kleinen Hafen wo mich ein kleines Holzboot hinueberbringt auf die Insel wo sich der Vulkan befindet. Um kurz vor halb neun stehe ich dann ordentlich durchschwitzt am Kraterrand und habe eine grandiose Aussicht auf die umliegende Inselwelt und in den Krater selbst. Eine Stunde spaeter zieht es dann zu und nach einer kleinen Rutschpartie ueber schwarze Lavabrocken komme ich gut erhalten unten an der Kueste an. Hier gibt es einige Haueser und ich werde zum Mittagessen eingeladen, zb bekomme ich das erste mal das ‚Suami‘, das aus Kassava hergestellt wird und eine typische Speise auf den Molukken ist. Es schmeckt so aehnlich wie Polenta und schaut auch so aus…

Zurueck in Bandaneira besuch ich noch das Fort Hollandia auf der Insel Banda Besar. Ichal kommt mit seiner Familie zu mir ins Delfika Gaestehaus, wir fahren alle gemeinsam mit dem Pelni Schiff Nggapulu nach Ambon zurueck. Die Wartezeit verbringen wir damit, dass wir alle nochmals zum Fort Belgica gehen und dort den Sonnenuntergang geniessen bevor wir uns am Abend unter stroemenden Regen ins trockene Schiff hineindraengten wo ich grad noch ein kleines Schlafplaetzchen ergattern konnte.

Pulau (Insel) Ambon:

Ambon:

Heute morgen kamen wir alle gut wieder in Ambon an. Ich werde morgen versuchen mein Visum wieder verlaengern zulassen und ein Ticket fuer ein Schiff weiter in die noerdlichen Molukken bzw in das noerdlich Sulawesi zu bekommen.